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Jan Lundgren: Jazz-Hommage an Berlins neue Mitte

17.03.2017, 09:52 Uhr | dpa

Musik - Jan Lundgren: Jazz-Hommage an Berlins neue Mitte. Das Jan Lundgren European Quartet mit (vorne) Jukka Perko (as.

Das Jan Lundgren European Quartet mit (vorne) Jukka Perko (as.) und Jan Lundgren (p.) sowie (hinten) Dan Berglund (b.) und Morten Lund (dr.). Foto: Sven Thielmann, Essen. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Seit den großen Rock-Alben von David Bowie, Depeche Mode und U2 sind die Berliner Hansa Studios weltberühmt. Die besondere Aura des Hauses, das einst in Blicknähe der Mauer lag, inspiriert aber längst auch hervorragende Jazzmusiker. So wie jetzt den schwedischen Pianisten Jan Lundgren.

Er hat sein neues Quartett-Album "Potsdamer Platz" (ACT) genannt, eben weil es in den Hansa Studios unweit des Knotenpunktes in Berlins neuer Mitte aufgenommen wurde. Und daher heißt auch der mächtig swingende, euphorisierende Opener so und erweist der Hauptstadt eine ganz besondere Referenz.

""Potsdamer Platz", das passte perfekt zu diesem großstädtisch vorwärts hopsenden Thema, zu dem marsch-artigen Funk, zu dieser nicht gerade "schönen" Kraftdemonstration", erklärt Lundgren. Der Titel stehe - wie der Potsdamer Platz selbst - "für etwas Positives, für die positive Kraft, die Musik für mich immer ausstrahlen sollte, für einen Aufbruch, für etwas Bewegendes."

Schön gesagt, und zutreffend dazu. Denn eine positive Kraft haben die zehn neuen Eigenkompositionen (plus eine Per-Ödberg-Adaption) des bald 51-jährigen Modern-Jazz-Meisters allemal. Ob prächtige Balladen ("No. 9", "Never Too Late"), romantische Stimmungsbilder ("On The Banks Of The Seine"), Anklänge an skandinavische oder osteuropäische Folklore mit smarten Grooves ("Lycklig Resa", "Dance Of Masja"), Cool-Jazz ("Twelve Tone Rag") oder lässige Fingerübungen für Klavier und Sax ("Bullet Train") - Lundgren und seine Begleiter haben alles drauf.

Das sind aber auch fantastische Musiker aus dem hohen Norden Europas, die den Schweden hier begleiten: der finnische Alt- und Sopransaxofonist Jukka Perko, der versierte, erfahrene Drummer Morten Lund und - erstmals an Lundgrens Seite - Dan Berglund, Bassist des stilprägenden Esbjörn Svensson Trios. Wie sich die vier die solistischen Bälle zuwerfen, drauflos improvisieren und immer wieder ganz gelassen zu ihren melodischen Themen zurückkehren - das hat souveräne, höchst spielfreudige Klasse.

Lundgren hatte zuletzt im mediterran angehauchten Trio-Projekt Mare Nostrum (mit Akkordeonist Richard Galliano und Trompeter Paolo Fresu) sowie mit seiner Hommage an Schwedens Jazz-Ikone Jan Johansson ("The Ystad Concert") Furore gemacht. Seine Platten steigen in Schweden mittlerweile tatsächlich in die Charts ein. Schon länger zurück liegen die tollen Cover-Alben "Swedish Standards" (1997) und "European Standards" (2008).

Mit "Potsdamer Platz" widmet sich Jan Lundgren nun ganz den eigenen Stücken - und formt daraus ein hochmelodisches Virtuosen-Album jenseits von Smooth-Kitsch, Hotelbar-Atmosphäre oder gar Fahrstuhl-Berieselung. So muss anspruchsvoller Mainstream-Pianojazz klingen.

Konzerte:

02.04. Berlin / Konzerthaus / ACT 25 Jubilee Concert; 08.04. Kaiserslautern / Kammgarn / Mare Nostrum II; 26.04. CH-Basel / UBS Forum / Tribute to Jan Johansson; 03.05. Allensbach / Jazz am See / European Quartet; 05.05. Illingen / Illinger Jazz Lounge / European Quartet; 12.05.


 

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