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Fredda unterwegs: Abstecher nach Tucson

20.07.2017, 18:15 Uhr | dpa

Musik - Fredda unterwegs: Abstecher nach Tucson. Fredda heißt eigentlich Frédérique Dastrevigne, gerufen aber wurde sie immer nur Fredda.

Fredda heißt eigentlich Frédérique Dastrevigne, gerufen aber wurde sie immer nur Fredda. Foto: Julien Bourgeois. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - In den Vogesen geboren, in Marseille aufgewachsen - eine Kindheit zwischen Felsen, Wald und dem Mittelmeer. Natur - sie spiegelt sich in Freddas Chansons konstant wieder. Bei ihrem neuen Album "Land" lässt die französische Sängerin zudem eine Menge Wüstenstaub hinein.

Fredda hat sich schon immer als eine Reisende gesehen. "Von klein auf verspürte ich die Lust am Umherirren und Wegfahren: im Ankommen bin ich nicht gut", sagte sie dem Radiosender RFI. Und so kommt die Inspiration von überall her: Die Texte für "Land" hat sie in Indien geschrieben, als strukturelle Inspiration dienten ihr die japanischen Haikus.

Aufgenommen hat sie die 11 Songs zu ihrem neuen Album zu Hause - wie so oft schon zuvor. Der Mix aber erfolgte in Tucson, Arizona - und das hört man bei der Westerngitarre, das hört man bei den jubilierenden Mariachi-Trompeten, die den sanft dahinfließenden neuen Songs zusätzlichen Drive geben, und eine neue Dynamik in das Fredda-Universum bringen. Intimität und Weite gehen auf "Land" Hand in Hand.

Der Blues war schon immer Freddas Leidenschaft oder die amerikanische Folkmusik, beides lässt sie einfließen in ihre in der Tradition des französischen Chansons stehenden Lieder, die ganz sparsam instrumentiert und eher akustisch ausgerichtet wie eine sanfte Brise daherkommen.

Und an Tucson hatte Fredda schon früher über einige Umwege bereits angedockt. Die französische Singer-Songwriterin Marianne Dissard, die im Calexico-Land eine zweite Heimat gefunden hatte, hat Fredda schon bei dem Album "L'Ancolie" unterstützt. Schon damals wehte ein bisschen Wüstenstaub aus Arizona bis nach Frankreich.

Staubtrocken sind die neuen Songs dagegen keineswegs geworden. Vielmehr bringt die neue Inspiration eine weitere Note in die sich ständig verfeinernden Lieder, die Fredda zu einer der momentan besten Sängerinnen der französischen Chanson-Szene machen. Und so fließt im Opener "Ma rivière" auch erst einmal das Wasser - mit Castagnetten fein rhythmisiert.

Auf "Land" schöpft Fredda zudem aus ihrer eigenen Familiengeschichte. In "Au grand tomple" ruft sie die Erinnerung an einen Verwandten wach, einen Schäfer, der vor über 100 Jahren in die USA auswandert ist. "Das ist auch das Echo eines anderen Abenteuers, einer anderen Reise, von Leuten, die Europa durchqueren: den Migranten", sagte Fredda RFI.

Und so kann man mit "Land" reisen - von den Vogesen ans Mittelmeer, von Frankreich nach Arizona und wieder zurück nach Europa. Mal sanft berührt und mal melancholisch.

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