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The Cure: Robert Smith feiert 50. Geburtstag

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The-Cure-Sänger Robert Smith  

Der Meister der Melancholie wird 50

21.04.2009, 10:39 Uhr | Lars Schmidt

Robert Smith (Foto: dpa)Robert Smith (Foto: dpa) "Es macht nichts, wenn wir alle sterben" sang Robert Smith 1982 im Song "One Hundred Years". 23 Jahre war der Sänger von The Cure da alt - und fühlte sich doch wie ein Hundertjähriger, der nicht mehr lange zu leben hätte. Heute wird der Meister der Melancholie immerhin 50 Jahre alt, erfreut sich bester Gesundheit und ist von den dunklen, todessehnsüchtigen Songs und Texten der früheren Cure-Jahre einigermaßen sicher entfernt. Die letzten beiden Alben seiner Band sind vielmehr alternativ und rockig, denn düster und gruftig. Und doch denken beim Namen Robert Smith die meisten an den struwwelköpfigen Mann mit verlaufener Schminke im Gesicht, der traurige Lieder singt und im Video zum Hit "Lullaby" von einer Riesenspinne verschlungen wird.


Kajal und Lippenstift

Robert Smith und The Cure im Jahr 1996 (Foto: dpa)Robert Smith und The Cure im Jahr 1996 (Foto: dpa) Robert Smith ist 13, als er sich zum ersten Mal mit dem Make Up seiner Schwester schminkt und so zur Schule geht. Sein Lehrer schickt ihn gleich wieder nach Hause. Als Smith ein paar Jahre später bei einem Konzert von David Bowie lauter geschminkte Altersgenossen sieht, verliert diese Maskerade ihren Reiz für den Teenager. Erst als er seine ersten Bühnenfotos als Sänger und Gitarrist von The Cure sieht, findet er, dass sein Gesicht nichtssagend und leer aussieht. Von da an gehört neben der Gitarre und dem Mikro auch ein schwarzer Kajalstift zu seinem Equipment. Die Kombination von Lidschatten und blutrotem Lippenstift ziert aber erst seit dem 1982er "Pornographie"-Album Smiths Gesicht, wie er in einem Interview betonte. Der eisigen Endzeitstimmung, die er und seine Mitmusiker in jenen Jahren mit ihren Songs verbreiten, verleiht die beinahe clowneske Bemalung eine zusätzliche, irrwitzige Facette.

Drei düstere Klassiker

Die Welt ist schlecht, der Alltag grau und der Tod wenigstens eine romantische Wunschvorstellung wert - mit der Vertonung solch existenzieller wie zeitloser Gedankenspiele haben sich The Cure in den 1980er Jahren weltweit eine große Fangemeinde erspielt. Die 1976 als Easy Cure im südenglischen Crawley gegründete Band erlangt in der Punk-Ära der späten Siebziger schnell Popularität und veröffentlicht 1979, ohne den Zusatz "Easy", mit "Three Imaginary Boys" ihr erstes Album. Doch Gruppen wie Joy Division, Bauhaus und Siouxsie & The Banshees stellen die musikalischen Weichen in eine düstere Richtung. Einen Weg, den The Cure mitgehen, und mit ihren folgenden drei Werken "Seventeen Seconds", "Faith" und "Pornographie" auf seinen dunklen Höhepunkt führen.

Schwermut und Popsongs

The Cure und Robert Smith gelten seitdem als Ikonen der Dark-Wave- und Gothic-Szene, auch wenn sich der Sänger gegen diese Vereinnahmung wehrt. Dabei bedient er mit seinen melancholischen Liedern und wenig hoffnungsvollen Texten lange Zeit die Gefühlswelt dieser Fans und steigert diese schwermütige Kombination auf dem 1989er Album "Disintegration" sogar noch - jedoch ein vorerst letztes Mal. Dass die kommerziell erfolgreichsten Songs gleichzeitig auch die fröhlichsten der Band sind, kann dieses ambivalente Verhältnis zwischen Musiker und Fans aber nicht erschüttern. Der Popsong "Friday I'm In Love" schafft es 1992 sogar in die Playlists des Mainstreamradios.

"Ich glaubte an gar nichts"

Die dunkle Seite Smiths kommt im Jahr 2000 wieder zum Vorschein. Das passenderweise "Bloodflowers" betitelte und grammynominierte Werk knüpft fast nahtlos an die düsteren Klassiker "Pornographie" und "Disintegration" an. Zur großen Freude der Fans spielt die Band 2002 im Berliner Tempodrom an zwei Abenden alle Songs dieser drei Platten und veröffentlicht das Konzert als "Trilogy" auf DVD. In diese Zeit fällt auch Smiths Erklärung, warum er als Zwanzigjähriger so depressiv gestimmt war: "Ich glaubte an gar nichts und sah auch keinen großen Sinn im Leben. (..) Ich hatte ständig das Gefühl, nicht sehr alt zu werden und tat alles, um dieses Gefühl wahr werden zu lassen," so der Sänger im britischen Magazin "Uncut".

Plattenmillionär mit Preisen für das Lebenswerk

Privat lebt der Fußballfan Robert Smith mit seiner Frau Mary in seinem Geburtsort Crawley, nahe Brighton. Seit 1988 ist das Paar verheiratet. Und obwohl Smith inzwischen sogar gestand, Kinder sehr zu mögen, hat das Paar selbst keine. Wie es mit seiner Band weiter geht, lässt der Plattenmillionär - The Cure haben weltweit circa 30 Millionen Tonträger verkauft - gerne offen. Geht es nach den Ehrungen, wie dem MTV-Preis für sein Lebenswerk (2004) und dem "Godlike Genius" bei den diesjährigen Brit-Awards, die Smith schon erhielt, klingt alles nach einem geruhsamen Musikerlebensabend. Dafür, dass der heute 50-Jährige vor knapp 30 Jahren aber am liebsten sterben wollte, sollte er sich auch in Zukunft den düsteren Themen widmen. Bei Robert Smith scheinen sie schließlich lebensverlängernd zu wirken.

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