Am 14. September wäre sie 30 geworden
Amy Winehouse und der "Club 27"13.09.2013, 13:44 Uhr | CK, dpa
Amy Winehouse war eines der größten Talente, das die populäre Musik in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat. Zugleich war sie jedoch auch eine Skandalsängerin ohnegleichen, die mit ihren Alkohol- und Drogenexzessen für etliche Schlagzeilen sorgte und viel zu früh an einer Alkoholvergiftung starb. Am 14. September hätte Amy Winehouse, die mit ihrem Tod dem legendären "Club 27" beitrat, ihren 30. Geburtstag gefeiert.
Der Mythos des "Club 27" hält sich in der Musikszene seit einigen Jahrzehnten, weil auffallend viele Musikgrößen im Alter von 27 Jahren starben. Ob Rolling-Stones-Mitbegründer Brian Jones, Ausnahmegitarrist Jimi Hendrix, The Doors-Frontmann Jim Morrison oder Nirvana-Sänger Kurt Cobain: Sie alle erlebten niemals ihren 28. Geburtstag - genauso wenig wie Amy Winehouse. Die talentierte Sängerin starb am 23. Juli 2011 nach einem Wodka-Gelage an einer schweren Alkoholvergiftung. 4,16 Promille stellten die Gerichtsmediziner in ihrem Blut fest.
Amys Vater Mitch Winehouse hält von dem Gerede um den "Club 27" nichts. "Das ist doch alles Müll", sagte er im vergangenen Jahr zu solchen Mythen. "Was soll das für ein Club sein?" Zu seiner Tochter Amy Winehouse würde es gar nicht passen, sich in irgendeinen Club einzureihen - sie war schon als Kind ein außergewöhnlicher Mensch, jenseits der Konventionen. "Im Alter von einem Jahr lernte sie laufen. Dann begann sie etwas schwierig zu werden", schrieb Mitch Winehouse in einem Buch über seine Tochter.
Amy wollte immer ihren Willen durchsetzen, trug schon als junges Schulmädchen Piercings und Tattoos, hatte Probleme mit Lehrern - und liebte die Musik. Als Teenager trat sie schon in kleinen Londoner Clubs auf, mit 18 Jahren kam der erste Plattenvertrag, im Jahr 2003 dann bereits das erste Album: "Frank" bracht ihr gleich dreimal Platin und eine Nominierung für die Brit Awards ein. 2006 folgte dann mit dem Album "Back to Black" der endgültige Durchbruch. Zwei Jahre später wird sie mit fünf Grammy ausgezeichnet, unter anderem für ihren Hit "Rehab".
Ihr Vater Mitch sieht die Beziehung zu ihrem Ehemann Blake Fielder-Civil als Wendepunkt in ihrem Leben. Zuvor habe sie harte Drogen stets abgelehnt. Ihr Mann habe sie dazu gebracht, sie doch zu nehmen - auch wenn sich Amy entgegen aller Mythen niemals Heroin gespritzt habe. Amy sei Fielder-Civil regelrecht verfallen. 2007 kam es zur Hochzeit. Dann ging es weiter bergab. Mehrere Entziehungskuren brach Amy ab. Nach Darstellung ihres Vaters kam sie 2008 aber doch zumindest von den harten Drogen los.
Viele Fans machten sich bereits ernsthafte Sorgen um Amy Winehouse, als sie bei einem Konzert im brasilianischen Recife im Januar 2011 offenbar volltrunken auf die Bühne kam und beim Versuch einer Tanz-Pirouette hinfiel. Richtig schlimm wurde es dann im Juni in Belgrad, als sie orientierungslos über die Bühne torkelte, ihre Einsätze verpasste und die Texte ihrer Songs vergessen hatte.
Warum ihr Management und auch ihre Familie das unwürdige Treiben nie unterbanden - es wird eines der Rätsel der Musikgeschichte bleiben. Amy Winehouse hatte wohl immer versucht, auch vom Alkohol loszukommen. "Sie trank einen Tag und dann drei Wochen nicht", sagte ihr Vater. Am 23. Juli 2011 war der eine Tag.
Am 14. September hätte die Soulsängerin Geburtstag gehabt.
13.09.2013, 13:44 Uhr | CK, dpa
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