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Heino der Rocker - cool oder peinlich? Pro und kontra

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Pro und kontra  

Heino, der Rocker - cool oder peinlich?

10.12.2014, 14:20 Uhr | Christina Kühnel und Lars Schmidt

Heino der Rocker - cool oder peinlich? Pro und kontra. Heino inszeniert sich als Rocker. (Quelle: Starwatch Entertainment)

Heino inszeniert sich als Rocker. (Quelle: Starwatch Entertainment)

Vor einem Jahr veröffentlichte Heino das Album "Mit freundlichen Grüßen" und schwang sich mittels Coverversionen bekannter Rocksongs, schwarzem Leder-Outfit und Totenkopfring am Finger zum Rocker auf. Am 12. Dezember 2014 erscheint mit "Schwarz blüht der Enzian" sein neues Werk. Diesmal interpretiert Heino seine eigenen Hits als Rocknummern. Im Video zu "Schwarz blüht der Enzian" sieht man den Sänger mit einer aus Volksmusikern bestehenden Band im Stile Rammsteins auf der Bühne.

UMFRAGE
Ist Heino als Rocker cool oder peinlich - was sagen Sie?

t-online.de-Redakteurin Christina Kühnel ist von diesem Imagewandel begeistert und findet, man sollte den Hut vor Heino ziehen. Während Lars Schmidt der Meinung ist, dass Heinos Rockerattitüde peinlich und unglaubwürdig ist. Was meinen Sie?

PRO: Hut ab vor Heinos Imagewandel, meint Christina Kühnel

Eins vorneweg: Ich bin ganz sicher kein Heino-Fan – und mit Heavy Metal kann ich fast so wenig anfangen wie mit Volksmusik. Dennoch finde ich Heinos Imagewandel zum Rocker und vor allem sein neues Musikvideo mit Schlagerkollegen wie Patrick Lindner und Stefan Mross einfach nur großartig.

Denn mit Mitte 70 einen solchen Imagewechsel hinzulegen, wie Heino ihn schon mit seinem Cover-Album "Mit freundlichen Grüßen" begann, ist bewundernswert und erfordert Mut. Während andere in seinem Alter längst schon in Rente sind, hat der Sänger einen völligen Neustart gewagt - und ist auf einmal cool. Statt nur durch Volksmusikshows zu tingeln, darf Heino nun auch bei Wacken auftreten, mit jüngeren Musikerkollegen Spaß haben und sich von jugendlichen Fans feiern lassen.

Warum sollte man sich darüber ärgern? Es ist doch eine gute Sache, dass Heino zeigt: Musik ist generationen- und genreübergreifend, Coolness keine Frage des Alters und der Mensch nie zu alt für Veränderungen.

Natürlich könnte man einwerfen, dass es Heino nur um den schnöden Mammon geht. Dass er sich den Imagewandel von Marketingstrategen aufschwatzen ließ, um mehr Alben zu verkaufen. Oder dass er im Herzen kein echter Rocker ist und sein neuer Song "Schwarz blüht der Enzian" eigentlich nur eine Rammstein-Kopie ist.

Doch solche Kritik trifft nicht den Kern der Sache. Welcher Musiker verdient nicht gern ein paar Euro mehr mit seiner Musik, wenn sich das einrichten lässt? Und was ist schon ein echter Rocker? Viel sympathischer als Musiker und Fans, die in solch starren Kategorien denken und gegenüber Vertretern anderer Musikrichtungen eine herablassende Haltung einnehmen, sind doch solche, die sich selbst nicht so ernst nehmen.

Dass er das nicht tut, stellt Heino mit seinem neuen Musikvideo ebenso unter Beweis wie seine Volksmusikkollegen. Wenn Heino in bester Rammstein-Manier ins Mikro grölt und mit seinem Ring eine Taube grillt, Patrick Lindner sich im Kabel seines Basses verheddert, Gotthilf Fischer unbeholfen auf das Schlagzeug eindrischt und dazu die Schlüpfer der Seniorinnen auf die Bühne fliegen, dann wird damit nicht nur die Welt des Heavy Metal aufs Korn genommen. Das Video zeigt auch, über wie viel Selbstironie die Volksmusiker verfügen. Über eine ganz Menge mehr nämlich, als ich ihnen zugetraut hätte. Allein deswegen haben sie meinen Respekt verdient.

KONTRA: Heinos Rockerattitüde ist einfach nur lächerlich, meint Lars Schmidt

Lederjacke statt Trachtenjanker, Strom-Gitarren statt Blasmusik: Bei allem kommerziellen Erfolg - Heinos angebliche Wandlung zum Rocker wird immer peinlicher. Für sein aktuelles Video, einer Neuinterpretation seines Uralt-Liedes "Blau blüht der Enzian", hat er sogar noch ein paar weitere abgehalfterte Volksmusikheinis angeheuert, um als miese Rammstein-Kopie Kasse zu machen.

Der "Enzian" blüht in dieser neuen Version des heino'schen Wanderliedes natürlich schwarz. Der kleine Trompeter Stefan Mross darf als Gitarristen-Darsteller sein Instrument zerstören, von der Bühne züngeln Flammen, aus dem überwiegend greisen Publikum fliegen Liebestöter auf die Bühne. Und dann killt Heino eine Friedenstaube. Geht's noch bekloppter?

Dazu sagt Heino in einem neuem Trailer zu seinem neuen Album: "Volksmusik? Was ist das? Habe ich nie gemacht!" - Ja, schon klar.

Nun könnte man Heinos Rockerattitüde als letztes Aufbäumen eines alternden Schlagersängers hinnehmen und ihm einfach seinen Spaß daran gönnen. Schließlich stößt der 75-Jährige mit seinem neuen Image sogar unter Rockerfans auf Gegenliebe. Was allerdings kein gutes Licht auf die Rocker wirft.

Doch den Beweis, dass er ein wahrer Rocker ist, ist Heino bislang schuldig geblieben. Beruht sein ganzes Gehabe doch ausschließlich aus dem Nachäffen bekannter Rocker-Posen. Auf seinem Album "Mit freundlichen Grüßen" (2013) coverte er Songs von Rockbands. Auf seinem neuen Werk "Schwarz blüht der Enzian" singt er seine eigene Lieder in "rockigen" Versionen. Neues, Innovatives? Sucht man vergebens!   

Man mag mir Humorlosigkeit oder einen fehlenden Sinn für Ironie vorwerfen - aber das Einzige, wovor man hier seinen Hut ziehen muss, ist die professionelle PR- und Marketingmaschine hinter dem Produkt "Rocker-Heino". Nur dank ihr und der freundlichen Mithilfe vieler großer Medien konnte Heino noch einmal so einen Coup landen.

Ich kaufe dem Sänger daher sein neues Image nicht ab. Es ist genauso unglaubwürdig wie seine angeblich rockigen Lieder billig klingen. Da kann er sich mit noch so vielen Totenköpfen schmücken und in nietenbesetzte Lederfummel schmeißen. Der Heavy-Heino ist nur eine Marionette.


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