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Marius Müller-Westernhagen verstört seine Fans bei Tour in Hamburg

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Grausame Bilder von abgeschlagenen Köpfen  

Marius Müller-Westernhagen verstört seine Fans

09.10.2015, 13:07 Uhr | dpa

Marius Müller-Westernhagen verstört seine Fans bei Tour in Hamburg. Marius Müller-Westernhagen spielte bei seinem Tourauftakt in Hamburg vor 9.000 Fans. (Quelle: dpa)

Marius Müller-Westernhagen spielte bei seinem Tourauftakt in Hamburg vor 9.000 Fans. (Quelle: dpa)

Marius Müller-Westernhagen ist ein Musiker, der Botschaften vermitteln will. Auf seiner neuen Tour greift er dabei zu drastischen Mitteln.

Wieder zurück auf der großen Bühne: Mit rund 9.000 Fans feierte mit alten Hits und neuen Songs seinen Tourauftakt in Hamburg. Am Ende irritiert er jedoch eher mit verstörenden Bildern, die vom eigentlichen Highlight ablenken: seiner Musik.

Keine großen Worte

"Folge mir, ich bin ein Alphatier" dröhnte es rockig aus den Boxen, als Marius Müller-Westernhagen leichtfüßig tänzelnd über die große Bühne fegte. Es bedurfte keiner Ansprache, als der Altrocker in Hamburg sein "Revier" zurückeroberte. Dabei war er von Anfang an ganz er selbst: laut, rau und vor allem - authentisch. Seine Fans lieben ihn dafür.

Was folgte, war ein musikalischer Rundumschlag, eine Reise vom rotzigen Rock in dunklen, luftarmen Kellerräumen, bis hin zur nahezu geläuterten Gegenwart. Viel geredet wurde dabei nicht. Westernhagen präsentierte sich während des gesamten Auftrittes ungewöhnlich wortkarg, fast so, als wolle er nur noch seine Songs für sich sprechen lassen. So stampfte, rockte und röhrte er sich rund eineinhalb Stunden über die Bühne, während er zwischen alten Klassikern wie "Sexy" und "Willenlos" und Liedern von neuen Alben wie "Alphatier" und "Williamsburg" variiert.

Westernhagen bewies bei seinem Tourauftakt in Hamburg, dass er auch nach seiner 40 Jahre währenden Karriere noch dazu im Stande ist, auch große Hallen zu füllen. Er spielte hier jedoch nicht, wie noch im Frühjahr vergangenen Jahres, eine intime Clubtour, bei der sich Künstler und Fan schon aufgrund der kleineren Räumlichkeiten automatisch sehr nahe zu sein schienen. Und genau da schien an diesem Abend in der großen Arena das Problem zu liegen.

Klassiker gewünscht

Denn auch wenn Westernhagen ganz klar ein Bühnenprofi ist, schaffte er es nicht, die Distanz zwischen ihm und dem Publikum zu überwinden und eine emotionale Nähe aufzubauen. Das lag unter Anderem daran, dass gerade neuere Songs bei den Fans nur selten die von Westernhagen gewünschte Wirkung erzielen. Lediglich bei den wirklichen Klassikern durchfuhren den Saal immer wieder Wogen der Begeisterung, dann wurde geklatscht, getanzt und schief mitgesungen. Nur dann bebte der Saal tatsächlich bis hoch in die obersten Ränge. Fast wie ein Bild aus alten Tagen. 

Wirklich ausschlaggebend für temporäre Stimmungsflauten im Publikum war jedoch weniger das, was auf der Bühne stattfand, sondern viel mehr das, was sich hinter dem Künstler Westernhagen auf riesigen Videoleinwänden abspielte.

Grausame Bilder im Hintergrund gezeigt

Die Aufnahmen, die die Fans hier zu sehen bekamen, ließen nicht wenige von ihnen verstört und ratlos zurück. Videos, die vor allem Westernhagens neuere Songs untermalten, zeigten teils grausame Bilder: vom Genozid, von Menschengebeinen, Wilderei und abgeschlagenen Köpfen. Die Aufnahmen drückten sichtlich die Stimmung und behängten den Saal temporär mit einer gewissen Schwere. Parallel dazu besang Westernhagen frenetisch Demokratie, Freiheit und Gleichheit für alle Menschen und Rassen. Er schien eine Botschaft zu haben, einen gesellschaftlichen Appell - der allerdings in diesem Moment seine Wirkung völlig verfehlte.

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