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Rock am Ring 2016: Gemeinde verteidigt Abbruch

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"Keine verantwortbare Alternative"  

Gemeinde verteidigt Abbruch von "Rock am Ring"

06.06.2016, 19:04 Uhr | dpa

Rock am Ring 2016: Gemeinde verteidigt Abbruch. "Rock am Ring"-Besucher verlassen nach dem Festivalabbruch das Gelände in Mendig. (Quelle: dpa)

"Rock am Ring"-Besucher verlassen nach dem Festivalabbruch das Gelände in Mendig. (Quelle: dpa)

Der Abbruch des Musikfestivals "Rock am Ring" sorgt für Streit zwischen Veranstalter und Behörden. "Rock am Ring"-Macher Marek Lieberberg hält die Entscheidung der Gemeinde Mendig für falsch, das Festival wegen drohender weiterer Unwetter vorzeitig zu beenden. Die hält dagegen und beschreibt die Unwetter als lebensbedrohlich.

Die rheinland-pfälzische Gemeinde Mendig verteidigt die Entscheidung als "angemessen, verhältnismäßig und zielführend". Es habe zu dem Zeitpunkt "keine verantwortbare Alternative" gegeben, heißt es in einer Mitteilung.

Mehr als 70 Verletzte

Bei dem Event in der Eifel waren am Freitagabend mehr als 70 Menschen durch Blitzeinschläge verletzt worden. Sie erlitten vor allem Verbrennungen und klagten über Herz-Rhythmus-Störungen. Weil weitere schwere Unwetter angekündigt waren, hatte die Verbandsgemeinde am Sonntag die Genehmigung für die Fortsetzung des Festivals mit rund 90.000 Besuchern entzogen.

Ihre Entscheidung begründet die Gemeinde nun mit der "Abwehr von drohenden Gefahren für Leib und Leben" und dem "überragenden Schutzinteresse der Festivalbesucher und der auf dem Gelände tätigen Menschen".

Lieberberg: "Keine Sternstunde der Behörden"

Veranstalter Marek Lieberberg hatte den Entschluss, das Festival abzubrechen, zuvor öffentlich als "falsch" kritisiert. In einem Interview mit der "Rheinischen Post" sagte er: "Es hat schon eher an Fahnenflucht erinnert, als sich die Fans ihre Wege über die Felder bahnten und ihr Hab und Gut zurückließen." Das sei nicht gerade eine "Sternstunde der verantwortlichen Behörden" gewesen. 

Er hätte es besser gefunden, die Besucher am Sonntag bei konkreter Gefahr zu warnen und das Programm anschließend fortzusetzen, so Lieberberg. "Die Behördenvertreter haben sich aber nicht darauf eingelassen und stoisch auf ihre Sichtweise verwiesen."

Zu möglichen Folgen wollte sich Lieberberg-Sprecherin Katharina Wenisch nicht äußern. Die Bewertung der Situation dauere an, hieß es am Montag. Derzeit seien alle Kräfte mit Abbau- und Aufräumarbeiten beschäftigt.

Steigt "Rock am Ring" erneut in Mendig?

Festival-Experte Marcus Kleiner von der SRH Hochschule der populären Künste in Berlin glaubt wegen Lieberbergs massiver Kritik, dass "Rock am Ring" in diesem Jahr zum letzten Mal auf dem Flugplatz in Mendig stattgefunden hat. Dabei hatte das Festival dort nach den Querelen mit den Betreibern des Nürburgrings erst im vergangenen Jahr eine neue Heimat gefunden. "Die große Frage ist, wer jetzt bereit ist, 'Rock am Ring' aufzunehmen", sagt der Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft.

Den späten Abbruch erst am Sonntag kritisiert Kleiner scharf. "Das war verantwortungsloses Handeln." Sicherheitsvorkehrungen seien nicht in ausreichendem Maß getroffen worden. "Und das, obwohl man mit solch einer Situation hatte rechnen müssen." All das werfe auch Schatten auf die Marke "Rock am Ring". Ob das Festival einen weiteren Ortswechsel überstehe, sei fraglich. "'Rock am Ring' entwickelt sich immer mehr zu einer Krisenmarke", findet Kleiner.

Rückerstattung des Eintrittsgeldes möglich

Unklar ist unterdessen, ob Festivalbesucher mit einer Entschädigung rechnen können oder zumindest Eintrittsgeld zurückbekommen. Schadenersatz gibt es dem Karlsruher Rechtsanwalt Thomas Waetke zufolge nur, wenn sich der Veranstalter etwas zu Schulden hat kommen lassen. "Das ist hier sicher nicht der Fall."

Selbst wenn die Sicherheitsvorkehrungen nicht ausreichend gewesen sein sollten, sei das nur sehr schwierig nachzuweisen. Bessere Chancen sieht Waetke bei der Rückerstattung des Eintrittsgeldes. Besucher müssten sich dafür an ihre Vorverkaufsstelle wenden. Wie viel es zurückgebe, lasse sich nur schwer abschätzen. "Sicherlich nicht alles, wahrscheinlich aber auch nicht nichts."

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