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Broilers-Sänger Sammy Amara hat kein Interesse an Facebook mehr

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Sammy Amara: Mit Liedern Denkanstöße geben

04.02.2017, 09:48 Uhr | dpa

Broilers-Sänger Sammy Amara hat kein Interesse an Facebook mehr. Die Toten Hosen haben Sammy Amara und seine Band in die Punk-Spur gebracht.

Die Toten Hosen haben Sammy Amara und seine Band in die Punk-Spur gebracht. Foto: Peter Klaunzer. (Quelle: dpa)

Düsseldorf (dpa) - Seit 1994 sind die Broilers aus Düsseldorf fester Bestandteil der deutschen Punk-Szene. Doch erst in den letzten Jahren gelang der Gruppe um Sänger, Songschreiber und Band-Chef Sammy Amara der Durchbruch - mit dem 2014 erschienenen Nummer-eins-Album "Noir" und erfolgreicher Hallen-Tournee.

Jetzt meldet sich das Quintett mit der neuen CD "(Sic!)" und einer am 23. Februar startenden Tournee zurück. Im Interview spricht Sammy Amara über die Macht der Musik, über seine Tattoos und über die Toten Hosen.

Frage: Viele der Texte sind politisch, manche düster. Wie kam das?

Antwort: Die letzte Platte war auch schon recht dunkel, aber auf eine private Art. Jetzt ist es wieder eine dunkle Platte aus anderen Gründen: Die Probleme sind global, sie gehen uns alle an. Beispielsweise dieser Rechtsruck, der seit 2010 immer extremer wird. Überall schießen diese Populisten aus dem Boden, und die sozialen Netzwerke tragen ihren Teil dazu bei. Das alles macht mir irgendwie Angst.

Frage: Denken Sie, dass Sie mit Musik etwas bewegen können?

Antwort: Ich weiß es nicht. Ich hoffe aber, dass man mit Liedern Denkanstöße geben kann. Wir wollen sicher nicht mit dem mahnenden Zeigefinger winken, aber wir wollen den Finger in die Wunde legen. Das ist vielleicht sogar ein wenig egoistisch, denn so kann ich mir so manches von der Seele schreiben - und mich abends im Spiegel angucken und mir sagen: Ich hab’s wenigstens versucht.

Frage: Denken Sie, dass einen das Lieder schreiben verändert? Da man sich ja dadurch intensiv mit Themen auseinandersetzt und sie hinterfragt.

Antwort: Ja, da ist etwas dran. Ich denke, wenn man sich mit Themen auseinandersetzt, die einem zunächst unangenehm sind, bekommt man eine andere Sichtweise auf die Dinge. Das ist ein Lernprozess. Es ist vielleicht ähnlich wie im Sport, dort muss man auch immer wieder an die Grenzen gehen, auch wenn’s weh tut. Doch dadurch verschieben sich nicht nur die Grenzen, dadurch lernt man sich auch selbst besser kennen.

Frage: Was sind Ihre Grenzen?

Antwort: Es gibt für mich Grenzen beim Diskutieren. Mit knallharten Rassisten diskutiere ich beispielsweise nicht. Wer ein Menschenfeind ist, mit dem muss ich nicht sprechen; da gibt es keine Berührungspunkte und da möchte ich auch keine. Wenn es aber darum geht, Menschen Ängste zu nehmen, dann sollte man darüber sprechen. 

Frage: Sie haben beeindruckend viele Tattoos. Ist das als Statement zu verstehen, nach dem Motto: Komm’ mir nicht zu nahe ?

Antwort: Ich glaube, das hat mit einer Kindheitserinnerung zu tun. Ich habe damals, als ich so vier, fünf Jahre alt war, in Düsseldorf-Garath gewohnt, und da habe ich immer wieder einen sehr tätowierten Mann gesehen, der mich sehr beeindruckt hat. Ich habe schon als Kind damit angefangen, mich mit Filzstiften zu bemalen, auch an exponierten Stellen wie Hände und Hals. Ich denke, das ist Ausdruck einer Gesinnung, die heißt: Wenn meine dunklen Haare, meine braunen Augen und meine Tattoos ein Problem für dich darstellen, dann brauchen wir es erst gar nicht miteinander probieren. Wenn du Menschen nur nach ihrem Äußeren beurteilst, dann sind wir zu verschieden.

Frage: Sie haben die sozialen Netzwerke angesprochen. Wie stehen Sie beispielsweise Facebook gegenüber?

Antwort: Für unsere Band ist Facebook ein guter Kanal und sinnvoll. Privat habe ich das Interesse daran völlig verloren. Für mich ist es ein Zeitdieb. Dazu kommt, dass man durch die verwendeten Algorithmen nur das zu sehen bekommt, was der eigenen Meinung entspricht. Da bildet sich eine Blase, die überhaupt nicht objektiv ist.

Frage: Als Düsseldorfer Band: Würde es Sie ohne Die Toten Hosen überhaupt geben?

Antwort: Sicher nicht in dieser Form. Ohne die Hosen wären wir vielleicht eine AC/DC-Coverband geworden. Keine Frage, das Album "Learning English" von den Toten Hosen hat uns auf die Punk-Spur gebracht.

Frage: Sie haben das gleiche Management wie die Toten Hosen. Sind Sie mit Campino & Co. auch befreundet?

Antwort: Ja, das kann man sagen. Wir trinken schon mal ganz gerne ein Bierchen zusammen.

ZUR PERSON: Sammy Amara wurde 1979 in Düsseldorf geboren. Der Sohn eines irakischen Arztes und einer Hessin ist Frontmann der Punkrock-Band Broilers. Seine erste Band gründete er 1992. 1994 rief er mit Schlagzeuger Andreas Brügge die Broilers ins Leben. Zu den musikalischen Vorbildern zählt der auch als Grafiker tätige Amara Bruce Springsteen, The Clash und Die Toten Hosen.

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