Sie sind hier: Home > Unterhaltung > Musik >

Linkin-Park Sänger Chester Bennington ist tot (†41)

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Depressionen, Alkohol, Burn-Out  

Chester Bennington: "Wenn ich loslasse, wäre ich frei"

21.07.2017, 16:50 Uhr | mam, t-online.de

Linkin-Park Sänger Chester Bennington ist tot (†41). Der Sänger Chester Bennington der US Band Linkin Park starb am 20. Juli.  (Quelle: dpa)

Der Sänger Chester Bennington der US Band Linkin Park starb am 20. Juli. (Quelle: dpa)

Der Schock sitzt immer noch tief. Linkin Park-Sänger Chester Bennington nahm sich in seinem Haus in Los Angeles das Leben, das bestätigten die Gerichtsmediziner. Er war verheiratet, hinterlässt sechs Kinder. Der äußerlich erfolgreiche Rockstar hat den Kampf gegen Depressionen und seine inneren Dämonen verloren.

Chester Bennington kam am 20. März 1976 in Arizona zur Welt. Doch seine Kindheit gestaltete sich schwierig. Nach der Scheidung der Eltern im Jahr 1987 übernahm der Vater das Sorgerecht, kümmerte sich jedoch kaum um seinen Sohn; auch von seiner Mutter fühlte er sich im Stich gelassen.

Später verriet Chester, dass er mit elf Jahren von einem Bekannten der Familie missbraucht wurde. Er nahm starke Drogen, trank und suchte nach einer Möglichkeit Musiker zu werden. "Ich war viel selbstbewusster, wenn ich high war. Ich hatte das Gefühl, dass ich mehr Kontrolle über alles hatte, wenn ich auf Halluzinogenen war oder getrunken habe", schilderte der Bandsänger die damalige Zeit in einem Interview.

"Vollgeblasener, wütender Alkoholiker"

Er heiratete 1996 und hörte auf harte Drogen zu nehmen. Gleichzeitig ging es karrieretechnisch bergauf. Ein Anruf veränderte sein Leben und auf einmal war Chester Bennington Leadsänger der im Jahr 2000 gegründeten Band Linkin Park. Trotz des musikalischen Erfolgs der Gruppe fühlte sich Bennington zur Anfangszeit nicht dazugehörig und intensivierte den Konsum von Alkohol und Marihuana. "Auf der ersten Tour mit Linkin Park wurde es immer schlimmer, ich habe zwei Jahre lang nur durchgetrunken", bestätigte der Frontmann damals im Gespräch mit "ET".

Seine Ehe zerbrach, doch er heiratete wieder, wurde Vater. Und er hatte die Sucht anscheinend im Griff. Doch tatsächlich trieb das Gefühl, nicht dazuzugehören, ihn bis zuletzt, wie er im Mai im Interview mit der "Bild" verriet: "Mein größtes Problem: Ich habe das Gefühl, dass ich nie wirklich dazugehörte".  2014 gestand Chester im Interview mit "Pulse of Radio", dass er immer noch nicht vom Alkohol los gekommen ist: "Ich habe in den letzten sechs Jahren getrunken. Ich war ein vollgeblasener, wütender Alkoholiker. Ich will einfach nicht mehr so sein." Erst als seine zweite Frau Talinda sich von ihm trennen wollte, machte er einen Entzug.

"Es gibt auch Schattenseiten"

Diesen Kampf führte er sein ganzes Leben lang. Immer wieder kämpfte er gegen Depressionen und seine Sucht, doch er sprach auch offen darüber. In der Musik hat er stets einen Katalysator gefunden, mit seinen psychischen und mentalen Störungen umzugehen. Erst im Mai hatte die 1996 in Los Angeles gegründete Band ihr neues Album "One More Light" auf den Markt gebracht. Es war ihr siebtes Studioalbum.

Davor hatte die Musikgruppe eine vierjährige Pause eingelegt – auch aufgrund von Chesters psychischen Problemen: "Es gibt auch Schattenseiten. Mein Stiefvater starb in der Zeit an Krebs, ich hatte eine schlimme Fußverletzung. Mir wurde alles zu viel. Dann kamen Depressionen dazu, ich begann wieder mit dem Trinken. Das war eine harte Zeit."

"Ich hatte eine Art Burn-Out und brauchte eine Pause. Ich hatte die Schnauze voll von der Welt. Ich wollte nichts machen, niemanden sehen", gestand Chester damals. Seine Erfahrungen verarbeitete er in dem Song "Heavy". Darin deutete er bereits an, dass er bereit wäre sein Leben zu beenden: "If I just let go, I'd be set free. Why is everything so heavy?" ("Wenn ich loslasse, wäre ich wieder frei. Warum ist alles so schwer?"). Zu dem Zeitpunkt ahnte der Sänger noch nicht, dass ihn nur wenige Tage später ein weiterer Schicksalsschlag treffen wird.

Weiterer Schicksalsschlag

Denn am 20. Mai diese Jahres nahm sich einer seiner engsten Freunde das Leben: Musiklegende Chris Cornell. Diesen Schlag hat er nie verkraftet. Das Leben hatte keinen Sinn mehr für Chester Bennington, was er öffentlich über Instagram mitteilte. "Ich kann mir keine Welt ohne dich vorstellen." Und so war es auch, nach dem Tod seines Freundes war Chester nie wieder der Alte.

With all of my love Chris.

A post shared by Chester Bennington (@chesterbe) on

Seinen Leiden hat er nach Angaben des Magazins "TMZ" selbst ein Ende bereitet.  Chester nahm sich das Leben ausgerechnet an dem Tag, an dem Chris Cornell 53 Jahre geworden wäre. Eine Schocknachricht für alle. Denn am Tag seines Todes waren die Bandmitglieder zu einem Fotoshooting verabredet, wollten Ende Juli auf US-Tour gehen.

Noch am Morgen seines Todes veröffentlichte die Gruppe Linkin Park ungeahnt der Umstände das neue Video "Talking to Myself" auf Facebook. Damit wird es ungewollt zum Nachruf auf den Sänger, denn es zeigt Chester in seinem Element: vor einem tobenden Publikum. Der Sänger wurde nur 41 Jahre alt.

Anmerkung der Redaktion: Suizidalität ist ein schwerwiegendes gesundheitspolitisches und gesellschaftliches Problem. Wenn Sie selbst zu dem Kreis der Betroffenen gehören, finden Sie z.B. Hilfe bei der Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter den Rufnummern 0800-1110111 oder 0800-1110222 sind die Berater rund um die Uhr erreichbar. Die Anrufe sind anonym. Hilfe für Angehörige und Betroffene bietet auch der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker durch Telefon- und E-Mail-Beratung: Unter der Rufnummer 01805-950951 und der Festnetznummer 0228-71002424 sowie der E-Mailadresse seelefon@psychiatrie.de können die Berater kontaktiert werden. Direkte Anlaufstellen sind zudem Hausärzte sowie auf Suizidalität spezialisierte Ambulanzen in psychiatrischen Kliniken.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Jetzt testen: 2 bügelfreie Hemden für nur 55,- €
bei Walbusch
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Unterhaltung von A bis Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017