06.11.2012, 13:52 Uhr | BT
Studenten haben regelmäßig Sex auf dem Uniklo, müssen sich prostituieren, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen und im Gegensatz zu Sportstudenten landen Informatiker gar keinen Stich. Diese Vorurteile stehen im Raum, wenn man über das Sexleben von Studierenden spricht. Das "Unicum"-Magazin hat seine Leser und einige Experten zu dem Thema befragt und teilweise mit den Mythen aufgeräumt.
"Niemand in Deutschland muss sich prostituieren, um studieren zu können. Das sind individuelle Entscheidungen", sagt Stefan Grob, Pressesprecher des Deutschen Studentenwerks. Er beruft sich dabei auf die regelmäßigen Sozialerhebungen der Studentenwerke. Dort taucht die Sexindustrie als Arbeitgeber nicht einmal auf.
Doch ganz richtig ist das nicht. Eine Umfrage des Berliner Studienkollegs von 2010 unter 3000 Studierenden ergab, dass in Berlin 3,7 Prozent der Befragten in der Sexbranche tätig sind. Jedoch nicht aus existenziellen Gründen. Es sei vielmehr die Neugier, behauptet Sexualtherapeutin Beatrice Poschenrieder. "Ich bemerke definitiv einen entspannteren Umgang mit dem Thema. Ein Mythos ist, dass sich Frauen prostituieren, weil sie zu wenig Geld haben."
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Dass Studenten regelmäßig Sex auf dem Uniklo haben, ist wenn überhaupt ein Artefakt vergangener Tage. Toiletten galten vor längerer Zeit als Treffpunkt für den Sexualakt, besonders im homosexuellen Milieu. Verabredungen werden nun nicht mehr über Nachrichten auf Kacheln getroffen, sondern über weitaus modernere Kommunikationswege, wie zum Beispiel das Internet.
Trotzdem gaben fünf Prozent der vom "Unicum"-Magazin befragten Studenten an, auf einem Uniklo Sex gehabt zu haben. Immerhin drei Prozent wollen zumindest akustisch davon Zeuge gewesen sein.
Dass Studenten Sex an ungewöhnlichen Orten und sogar auf der Toilette haben, zeigt, dass es unter ihnen nicht so schnell langweilig wird. Der Spruch "Dumm fickt gut!" wird dadurch zwar nicht entkräftet, bedeutet aber im Umkehrschluss auch nicht, dass ein hoher IQ von Nachteil ist. "IQ und Sexualität hängen zusammen, aber im positiven Sinne. Der Sex ist dann intelligenter, bewusster und abwechslungsreicher", behauptet Poschenrieder.
Oft wird jedoch nicht die Intensität beim Sex unter Studierenden thematisiert, sondern die Häufigkeit bzw. ob sie überhaupt schon einmal Sex hatten. Bei der Unicum-Umfrage gaben 18 Prozent an, vor dem Studium noch keinerlei sexuelle Erfahrungen gehabt zu haben. Eine Studie des US-Professors Tyler Cowen belegt sogar, dass die Jungfrauenquote an den amerikanischen Elite-Unis in Princeton, Harvard und dem MIT bei über 50 Prozent liegt.
Auch dafür hat Poschenrieder eine Erklärung. "Nerds haben in der Tat weniger Sex." Das läge aber nicht nur an Wahl eines bestimmten Studienfachs, wie zum Beispiel Informatik, sondern daran, dass sie oft schüchterne Außenseiter seien und/oder wenig Wert auf ihr äußeres Escheinungsbild legen.
Quelle: BT
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