Sie sind hier: Home > Unterhaltung > Stars & Royals >

Radio- und TV-Legende Chris Howland ist tot

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Im Alter von 85 Jahren  

Chris Howland ist gestorben

03.12.2013, 07:24 Uhr | dpa

Radio- und TV-Legende Chris Howland ist tot. Trauer um Radio- und TV-Star Chris Howland (Quelle: dpa)

Trauer um Radio- und TV-Star Chris Howland (Quelle: dpa)

Wenn Chris Howland in den letzten Jahren in seinem Haus im rheinischen Rösrath Besuch bekam, holte er einen großen alten Holzkoffer hervor. Mit diesem Gepäckstück war er 1946 aus England nach Deutschland gekommen. Geräuschvoll ließ er die Schlösser aufschnappen, hob den Deckel an, und dann ging es los: "Oh no, what's that...?" Stundenlang konnte Chris Howland alte Fotos durchwühlen, Erinnerungen hervorkramen, Geschichten erzählen. Chris Howland kannte einfach alle, die in der Nachkriegszeit bei Radio und Fernsehen eine Rolle gespielt hatten. Nun ist "Mr. Pumpernickel" mit 85 Jahren in seinem Wohnort gestorben.

Sein starker englischer Akzent war sein Markenzeichen. Mit seiner deutschen Frau Monika sprach er sogar nur Englisch. Dass er jemals in Deutschland leben würde, hätte er als junger Mann nie für möglich gehalten. Denn seine ersten Kontakte mit Deutschen waren nicht gerade erfreulich. "Immer um zehn Uhr morgens flog die erste Bomberstaffel über das Haus meiner Eltern in Südengland nach London", erinnerte er sich. Man habe die Uhr nach ihnen stellen können, damals, im Sommer 1940.

Zusage nach zwei Gin Tonics

Sechs Jahre später wanderte er durch das zerbombte Hamburg und suchte den Sitz des Radiosenders der britischen Armee, wo er einen Sprecher-Job bekam. Im Alter wunderte er sich darüber, wie er damals den Mut aufbrachte, ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland zu gehen.

Als er nach zwei Gin Tonics in Hamburg einmal am Funkhaus des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) vorbeikam, wettete ein Freund mit ihm, dass er sich nicht trauen werde, hineinzugehen und sich um einen Job als Disc Jockey zu bewerben. Howland nahm die Wette an - und bekam am selben Tag die Zusage.

Plötzlich "Mr. Pumpernickel"

Die deutschen Sender spielten damals fast nur Klassik. "Smoking-Rundfunk" sagte Howland dazu. Er war es, der dem deutschen Publikum die internationale Musikszene erschloss - und dafür geliebt wurde. Woche für Woche bekam er 40.000 Fanbriefe. Einmal verabschiedete er sich aus Spaß mit dem erfundenen Namen Heinrich Pumpernickel, weil er einen missmutigen Studiotechniker aufheitern wollt. So kam er zu seinen Spitznamen "Mr. Pumpernickel".

Die Bühne betrat der Mann mit dem immer etwas phlegmatischen Butler-Blick erstmals auf Drängen von Heinz Erhardt, den er selbst als seinen "Ersatzvater" bezeichnete. Der geniale Sprachkomiker überredete ihn, mit auf Tournee zu gehen. Als Howland bei der Generalprobe eine Gesangseinlage brachte, eilte sofort der Manager zu ihm und schärfte ihm ein: "Das geht auf keinen Fall! Bloß nicht singen!" Doch er hielt sich nicht daran - und landete zahlreiche Hits wie "1,2,3,4,5,6,7, wo ist meine Braut geblieben".

Den größten Erfolg hatte er in den 1960er Jahren, und zwar mit der Schlagershow "Musik aus Studio B", der Versteckte-Kamera-Sendung "Vorsicht Kamera" und mit Filmrollen als komischer Engländer in Edgar-Wallace- und Karl-May-Kinofilmen.

Gelungenes Comeback nach tiefem Fall

Doch Howland kannte auch die Schattenseiten des Showbusiness. In den 70er Jahren erlebte er einen Absturz: Private und berufliche Enttäuschungen, Alkoholprobleme, keine Aufträge mehr. Er musste durch Festzelte und Biersäle tingeln. Doch er überwand die Krise, heiratete wieder. In den 80er Jahren feierte er sein Comeback mit der ARD-Retroshow "Souvenirs, Souvenirs". Noch 2007 spielte er einen Butler in der Edgar-Wallace-Parodie "Neues vom Wixxer".

War er zufrieden mit seinem Leben? Einer klaren Antwort auf diese Frage wich er aus. Er hatte wohl zu sehr das Gefühl, dass ihm der ganz große Durchbruch als Showmaster oder Komiker oft im letzten Moment versagt worden war. "Mein Ziel war Hollywood", scherzte er einmal in einem Interview. "Ich bin auch bis nach Hollywood gekommen - aber den Flug musste ich selber bezahlen."

Erhalten Sie immer die wichtigsten Promi-News: Jetzt Fan von VIP-Spotlight werden und mitdiskutieren!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Shopping
Zaubern Sie die Zeichen der Zeit einfach weg
Bye-bye Falten mit Youthlift von asambeauty
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Unterhaltung von A bis Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017