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Heino: "Man sollte ein bisschen Nationalstolz zeigen"

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Interview mit Heino  

"Man sollte ein bisschen Nationalstolz zeigen"

29.04.2016, 16:14 Uhr | Denis Mohr

Heino: "Man sollte ein bisschen Nationalstolz zeigen". Am 29. April ist Heinos Fußball-Album "Arschkarte" erschienen. (Quelle: Imago)

Am 29. April ist Heinos Fußball-Album "Arschkarte" erschienen. (Quelle: Imago)

Am 29. April ist Heinos neues Album "Arschkarte" erschienen. Zur Einstimmung auf die kommende Europa-Meisterschaft hat der Volksmusik-Barde diesmal zwölf Fußball-Gassenhauser gecovert. Mit t-online.de sprach er über die deutschen EM-Chancen, seine eigene Karriere als Kicker und den richtigen Umgang mit Rechtspopulisten.

t-online.de: Ihr neues Album "Arschkarte" zelebriert die Lust am Fußball. Welche Rolle spielt Fußball in Ihrem Leben?

Heino: Fußball hat in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt. Ich habe ja selbst als junger Mann beim SC Schwarz-Weiß 06 in Düsseldorf gespielt. Mit 18 habe ich aber dann die Entscheidung getroffen, mich der Musik zu widmen, weil ich dachte: Fußball kann man nur bis 30 spielen, Musik kann man bis ins hohe Alter machen. Für mich war das die beste Entscheidung. Trotzdem habe ich den Fußball nie aus den Augen verloren.

Auf welcher Position haben Sie gespielt?

Früher gab es noch die Positionen des rechten und linken Läufers. Ich habe damals immer als rechter Läufer gespielt. Das entspricht heute wohl ungefähr dem rechten Mittelfeld.

Hätten Sie eine Profikarriere anstreben können?

Vielleicht, ich habe immerhin in der Stadtmannschaft in Düsseldorf gespielt. Mit dem Training habe ich es allerdings nie so ernst genommen. Ich habe immer gedacht: Wenn man etwas kann, kann man auch nichts mehr dazulernen. Ich war also sehr trainingsfaul, auch weil ich mich damals schon mehr mit Musik beschäftigt habe.

Die Frage an den Fußballkenner: Wer wird Europameister?

Ganz klar: Deutschland. Erstens haben wir mit Jogi Löw einen guten Trainer, zweitens haben wir eine gute Mannschaft. Jogi hat aus einer Klopper-Truppe eine technisch hervorragende Mannschaft geformt. Wer Brasilien bei der WM 2014 mit 7:1 schlägt, der muss technisch auf hohem Niveau agieren – und das tun wir momentan.

Wer könnte den Deutschen den Titel streitig machen?

Ich glaube, Österreich ist sehr stark, weil die meisten österreichischen Nationalspieler auch in Deutschland spielen und sich alle untereinander kennen. Deshalb könnte uns Österreich vielleicht ein Bein stellen.

Wo und wie werden Sie die EM verfolgen?

Ich werde mir das im ganz engen Kreis ansehen, zusammen mit Hannelore. Ich mag es nicht, mit einer Gruppe Fußball zu schauen. Da wird man immer zu sehr gestört. Ich muss das Spiel sehen, muss es analysieren können. Ich muss alleine sein, dann habe ich den größten Spaß daran. Ich mag es einfach nicht, wenn einer dazwischenredet und unqualifizierte Kommentare abgibt.

Sobald die EM losgeht, wird wieder allenthalben die Nationalhymne gesungen. Sie selbst haben 1977 für Unterrichtszwecke eine Schallplatte mit allen drei Strophen des Deutschlandliedes eingesungen und wurden dafür im Anschluss kritisiert. Welche Bedeutung hat für Sie die Nationalhymne?

Das war damals eine Auftragsproduktion vom Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger. Auch mit dem damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel hatte ich zuvor korrespondiert. Der hatte mir geschrieben: Alle drei Strophen dürfen gesungen werden, lediglich bei öffentlichen Veranstaltungen sollte man nur die dritte singen. Daran habe ich mich auch immer gehalten. Danach habe ich noch einmal die dritte Strophe gesungen, beim letzten Boxkampf von Henry Maske. Sonst aber nie. Damals haben mich viele junge Leute dafür belächelt und verspottet, dass ich die Hymne gesungen habe. Heute muss ich feststellen, dass genau diese jungen Leute für Erfolg einfach alles machen - was ich nie getan habe.

Kann man vor dem aktuellen politischen Hintergrund noch die Nationalhymne singen, ohne als rechts zu gelten?

Solche Vorwürfe muss man vergessen. Das gehört alles der Vergangenheit an. Bei internationalen Sportereignissen singen doch alle Mannschaften die Hymne ihres Landes. Wenn unsere Fußballer unsere Hymne singen, ist das schon richtig so. Wir haben ein schönes Land, wir haben hier alles und fühlen uns wohl. Wir werden übervölkert, weil so viele zu uns kommen. Die kommen ja, weil es hier schön ist und nicht, weil es hier schlecht ist. Man sollte schon ein bisschen Nationalstolz zeigen, das tun die anderen auch.

Sie selbst wurden ja immer wieder in die rechte Ecke gestellt, haben sich aber auch stets davon distanziert. Wie erklären Sie sich die Vorwürfe?

Sowas kommt von irgendwelchen halbgebildeten Menschen. Das muss man nicht ernst nehmen. Dass ich das deutsche Volkslied wieder populär gemacht habe, hat doch nichts mit rechts oder links zu tun. Das ist einfach unsere Kultur. Auch Stücke der Beatles oder der Rolling Stones werden eines Tages Volkslieder sein. Es sind eben Lieder, die das Volk singt - daher die Bezeichnung Das hat weder mit rechts noch mit links zu tun.

Dem "Express" haben Sie mal sinngemäß gesagt, Sie hätten in Ihrem Leben schon verschiedene Parteien gewählt, aber noch nie eine rechte. Wie bewerten Sie die aktuelle Stimmung in Deutschland, in der mit AfD und Pegida der Rechtspopulismus auf dem Vormarsch ist?

Die Rechten sollte man einfach totschweigen. Man darf die nicht immer groß in den Medien zeigen. Dadurch werden solche Randgruppen nur größer. Meine Devise wäre, überhaupt nicht darüber zu berichten. Sollen die doch machen, was sie wollen. Je mehr Aufmerksamkeit wir solchen Gruppen geben, desto mehr fühlen die sich angesprochen und machen noch mehr Krach. Totschweigen ist für mich die beste Medizin.

Kommen wir noch einmal zur Musik: Von den Liedern, die Sie 2013 auf ihrem Album "Mit freundlichen Grüßen" gecovert haben, haben Sie gesagt, es seien "Volkslieder der neuen Generation". Wie ist das gemeint?

Bei einem Lied wie "Junge" von den Ärzten singen heute alle jungen Leute mit - und die übertragen dieses Liedgut wieder auf die nächste Generation. Deshalb werden das die Volkslieder der Zukunft sein. So wie "Hoch auf dem gelben Wagen" um die Jahrhundertwende komponiert wurde und dann im Laufe der Zeit zum Volkslied geworden ist. Diese Stücke von den Ärzten, Rammstein und den anderen sind alles Lieder, die vielleicht in 60 oder 70 Jahren immer noch gesungen werden. Nicht alle, aber einige davon.

Rock, Hip-Hop, Pop, Metal - musikalisch haben Sie sich mittlerweile in fast allen Genres ausgetobt. Gibt es etwas, das Sie unbedingt noch machen wollen?

Ja, so etwas gibt es. Ich habe vor 50 Jahren mit Volksmusik angefangen und ich will auch mit Volksmusik enden. Allerdings eher modern, vielleicht im Rock-Stil. Denn es gibt bei diesen alten Stücken so viele schöne Melodien, die ich zwar kenne, weil ich schon so lange dabei bin, die aber die jungen Leute nicht mehr kennen.

Wir danken für dieses Gespräch.

Das Gespräch führte Denis Mohr.

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