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Kieler Woche 2016 von Torsten Albig und Sigmar Gabriel eröffnet

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Torsten Albig und Sigmar Gabriel anwesend  

"Leinen los!": Kieler Woche 2016 offiziell eröffnet

18.06.2016, 20:56 Uhr | dpa

Kieler Woche 2016 von Torsten Albig und Sigmar Gabriel eröffnet. .

Segelboote auf der Kieler Förde Foto: Markus Scholz. (Quelle: dpa)

Kiel (dpa) - Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig und Vizekanzler Sigmar Gabriel haben am Sonnabend die 122. Kieler Woche eröffnet.

Mit dem traditionellen Glasen der Schiffsglocke und dem Signal "Leinen los!" mit dem Schiffshorn starteten die SPD-Politiker am Abend bei sonnigem Wetter auf dem Rathausplatz vor einigen Tausend Besuchern offiziell das größte Sommerfest in Nordeuropa. Rund drei Millionen Besucher erwarten die Veranstalter bis Sonntag nächster Woche. 2000 Einzelveranstaltungen stehen auf dem Programm.

Die Kieler Woche ist 134 Jahre alt, findet aber wegen der von beiden Weltkriegen erzwungenen Pausen erst zum 122. Mal statt. "Die Menschen in dieser Stadt sind stolz, dass dieses Ereignis von Weltklasse seit über 130 Jahren hier zu Hause ist", sagte Albig. "Die Kieler Woche ist Kiel in seiner, schönsten, in seiner buntesten Facette." Die zentrale Idee der Kieler Woche in der neueren Zeit sei die Völkerverständigung.

Gabriel nannte die Kieler Woche eine der tollsten Sportveranstaltungen der Welt. Die Stadt, aus der seine zweite Freundin gekommen sei, habe sich sehr gut entwickelt. Und für einen SPD-Vorsitzenden sei es besonders schön, Segler zu sein, denn dort gelte die Regel "Während des Törns hat nur einer das Sagen". Er habe auch einen Segelschein, sagte Gabriel. Die Kieler Woche sei ein gutes Beispiel dafür, wie Menschen sich begegnen und Fremdheit abbauen können

"Neun Tage lang wollen wir die Kielerinnen und Kieler und die vielen Gäste aus aller Welt wieder begeistern", sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Mit dem Ereignis trete die Stadt Hass und Engstirnigkeit in einer unsicherer und unfriedlicher gewordenen Welt entgegen.

Trotz des geplatzten Olympia-Traums für 2024 prägt das Segeln auch diese Kieler Woche. 4000 Sportler mit 1500 Booten sind gemeldet. Für die Elite ist es der letzte internationale Test vor Olympia in Rio.

Die Kieler Woche ist auch ein Magnet für Kreuzfahrer: Am Sonnabend lagen an den Kais fünf große Kreuzfahrer und zwei Fluss-Urlauberschiffe. 22 000 Passagiere gingen an oder von Bord. Maritimer Höhepunkt der Kieler Woche wird am 25. Juni die Windjammerparade mit 100 Traditions- und Großseglern sein.

Über 50 Schiffe und Boote der Marine aus zwölf Ländern mit gut 3500 Soldaten an Bord sind zu Gast in Kiel. Auch eine chinesische Fregatte ist dabei, während Russland aus politischen Gründen fehlt. Dies sei schade, sagte Albig bei der Eröffnung. Er wäre dafür, ein Zeichen zu setzen und die russische Marine künftig wieder einzuladen.

Der Internationale Markt bietet Leckereien aus mehr als 30 Ländern. Erstmals ist der südostafrikanische Staat Swasiland vertreten. Auf der "Spiellinie" können Kinder unter dem Motto "Ritter Kruse von der Drachenkoppel" Kulissen zusammenbasteln und herumtoben. Eine weitere Attraktion ist die 10. Balloon-Sail.

Die mehr als 200 Konzerte sind fast alle kostenlos. Stammgäste wie Torfrock und Illegal 2001 sind dabei, Karat, Nina Hagen, Joris, Konstantin Wecker, das Till Brönner Quintett, Shanty-Chöre und die Big Band der Bundeswehr. Der Sänger Max Mutzke tritt mit dem Philharmonischen Orchester Kiel auf.

An diesem Sonntag nehmen der frühere italienische Ministerpräsident und ehemalige EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti sowie die Verlegerin Friede Springer den diesjährigen Kieler Weltwirtschaftspreis entgegen. Die Festrede hält Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Alle zwei Jahre, bei Europa- oder Weltmeisterschaften, können Fans das Feiern zur Kieler Woche mit Fußballgucken verbinden. Spiele des deutschen Teams bei der EM in Frankreich sind auf mehreren Großbildleinwänden zu sehen.

Angesichts der allgemeinen terroristischen Bedrohung und zum Schutz von Frauen vor Übergriffen hat die Polizei ihre Präsenz gegenüber den Vorjahren deutlich erhöht.

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