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Dieter Nuhr über Kabarettisten: "Mir ist Wurscht, wie man mich nennt"

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Dieter Nuhr über Kabarettisten  

"Mir ist völlig Wurscht, wie man mich nennt"

12.10.2016, 14:02 Uhr | Denis Mohr

Dieter Nuhr über Kabarettisten: "Mir ist Wurscht, wie man mich nennt". Dieter Nuhr hat als erster deutscher Comedian ein Programm für Netflix aufgenommen. (Quelle: NIB)

Dieter Nuhr hat als erster deutscher Comedian ein Programm für Netflix aufgenommen. (Quelle: NIB)

Am 4. Oktober hat Dieter Nuhr als erster deutscher Komiker ein Programm speziell für Neflix aufgezeichnet, das ab Mitte November sogar in den USA gestreamt wird. Mit t-online.de sprach der Kabarettist über seine Berufsbezeichnung, Zeitungsabos und die Zukunft des Fernsehens.

t-online.de: Herr Nuhr, wir sprechen heute über Ihr Programm für Netflix. Es heißt, dass Sie "Bekanntes mit exklusiven, neuen Elementen mischen". Was hat das Publikum zu erwarten?

Dieter Nuhr: Es sind etwa 70 Minuten Programm. Einige Elemente stammen aus meinem aktuellen Programm, einige aus älteren, die zu Unrecht in der Versenkung verschwunden sind. Zudem habe ich auch ganz neues Material verwendet. Das Ganze wird ja auch in den USA gesendet. Und den Amerikanern muss man natürlich erstmal erklären, wo Berlin liegt und so weiter. Dass Donald Trump nicht am Ende noch denkt, es handele sich um die Hauptstadt von Belgien.

Wurde die internationale Verfügbarkeit auch noch in anderen Zusammenhängen berücksichtigt?

Kleine Erklärungen kommen vor, da man in den USA wegen rechtlicher Konsequenzen vorsichtig sein muss. Da kann man ja wegen allem verklagt werden. Am Ende macht man einen Witz, jemand schlägt sich vor Lachen auf den Schenkel, kriegt davon einen blauen Fleck, dann eine Thrombose und dann muss ich nachher 100 Millionen Dollar zahlen. Das übersteigt mein Budget.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Netflix?

Das war recht einfach: Netflix hat mich gefragt, ich habe zehn Sekunden nachgedacht und dann ja gesagt. Ich finde die Idee gut, dass das Publikum beim Fernsehen nicht mehr warten muss, bis etwas kommt, sondern sich aussuchen kann, wann es was sehen will. Meinen eigenen Fernsehverhalten kommt das sehr nahe.

Sind Streaming-Dienste wie Netflix die Zukunft der Bildschirmunterhaltung?

Leider habe ich jetzt nicht meine Glaskugel dabei, in der ich solche Sachen normalerweise nachschaue (lacht). Wenn ich mein eigenes Nutzungsverhalten beobachte, habe ich in der Tat das Gefühl, dass sich das langsam aber sicher wandelt. Ich selbst schaue immer weniger Fernsehen und sehe mir dafür Sachen im Internet an.

Wird das Fernsehen dennoch seine Berechtigung behalten?

Ich bin sicher, dass es das alte Fernsehen weiter geben wird. Streaming und Fernsehen sind zwei sehr unterschiedliche Konsumweisen, die sich ergänzen können. Es hat seine Berechtigung, nicht immer wie bei Netflix alles selbst auswählen zu wollen, sondern einfach mal abzuwarten, was einem serviert wird. Mit Blick auf die allgemeine Zerfledderung der Medien bin ich überzeugt, dass künftig beides nebeneinander existieren wird.

Angeblich wollen Sie nicht "Kabarettist" genannt werden. Warum nicht?

Habe ich das wirklich gesagt? Ich sage so viele Dinge und kann oft gar nicht mehr unterscheiden, ob ich etwas wirklich behauptet habe oder nicht (lacht). Wenn man mich jetzt fragen würde, wäre es mir völlig Wurscht, wie man mich nennt. Weder Komiker, noch Kabarettist, noch Comedian halte ich für eine Ehrenbezeichnung. Bei allen dreien gibt es extrem schlaue und extrem dumme Ausformungen, deshalb ist die genaue Bezeichnung egal. Wenn ich mich auf eine Selbstbezeichnung festlegen müsste, würde ich sagen: Witz-Ingenieur. Das klingt wie: Hat studiert.

In einer Besprechung ihres Programms "Nur Nuhr" im "Cicero" wurden Sie folgendermaßen charakterisiert: "Das Bühnen-Ich des Dieter Nuhr müssen wir uns vorstellen als Normalo mit Hochschulabschluss und Zeitungsabo, der exakt unter diesen beiden Daseinsqualitäten leidet." Sind Sie damit einverstanden?

(Lacht) Das ist eine humorige Zusammenfassung, die es allerdings relativ genau trifft. Ich bin ein ziemlich normaler Mensch, ich habe einen Hochschulabschluss und Zeitungsabos. Ich bin gerne Zeitungsabonnent, weil ich es naheliegend finde, Menschen für ihre Arbeit zu bezahlen. Diesen Anspruch, heute müsse alles für lau sein, finde ich eher doof.

Das Zitat geht sogar noch weiter: "Die Uni hat ihn hinreichend verkopft, sodass er aus den Problemen und dem Problematisieren nicht herausfindet." Finden Sie das auch noch zutreffend?

Nein, das ist definitiv nicht zutreffend. Ich führe ein stark ausgeprägtes emotionales Leben, von dem der Rezensent allerdings nichts weiß (lacht). Aber in der Tat halte ich es für nicht schädlich, wenn man auch beim Humor den Kopf einschaltet. Mein eigener Humor bewegt sich von der Geschlechtsteilgegend über alle Zwischenorgane - wie Leber und Niere - bis zum Kopf. Diese Mischung gefällt mir. Ich glaube, mein Programm kann man auf allen Betriebssystemen lesen. Man kann es einfach lustig finden, kann aber auch für den Kopf was mitnehmen.

Herr Nuhr, wir danken für dieses Gespräch.

Das Gespräch führte Denis Mohr

Dieter Nuhrs neues Programm "Nuhr in Berlin" ist ab dem 15. November exklusiv auf Netflix zu sehen.

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