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"Power 100": Deutsche gewinnen an Einfluss im Kunstbetrieb

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"Power 100"  

Deutsche gewinnen an Einfluss im Kunstbetrieb

20.10.2016, 12:11 Uhr | dpa

"Power 100": Deutsche gewinnen an Einfluss im Kunstbetrieb. Hito Steyerl, die vergangenes Jahr den deutschen Pavillon der Kunstbiennale in Venedig mitgestaltet hat, hat an Einfluss in der Kunstwelt gewonnen.

Hito Steyerl, die vergangenes Jahr den deutschen Pavillon der Kunstbiennale in Venedig mitgestaltet hat, hat an Einfluss in der Kunstwelt gewonnen. Foto: Stephanie Pilick. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Der König des globalen Kunstbetriebs ist wieder einmal der allgegenwärtige Star-Kurator Hans Ulrich Obrist. Im jährlichen Bäumchen-wechsel-dich-Spiel auf der Rangliste "Power 100" steht Obrist diesmal auf Platz eins.

Der immer und überall präsente Kurator und Publizist gehört seit Jahren zur Spitzengruppe des vom britischen Kunstmagazin "ArtReview" veröffentlichten Rankings der 100 Wichtigsten in der Kunst. Heiß erwartet und heftig umstritten ist die "Momentaufnahme" der zeitgenössischen Kunstszene trotzdem.

An den "Power 100" ist alljährlich abzulesen, dass der internationale Kunstzirkus vor allem von einigen wenigen Mega-Galerien (Wirth, Zwirner, Gagosian) und Museumschefs (Tate, Whitney) regiert wird. Künstler machen nur einen kleinen Teil der Liste aus. Dieses Jahr aber lassen die Namen zweier deutscher Künstler aufhorchen: Die Video-Künstlerin Hito Steyerl kommt auf Platz 7 und Fotokünstler Wolfgang Tillmans auf Platz 9. Gewinnen also auch wieder Ideen und nicht nur dicke Geldbeutel auf dem Kunstmarkt Einfluss?

Steyerl ist derzeit ein Liebling der Kunstszene. Zur Kunstbiennale in Venedig 2015 erregte sie im deutschen Pavillon mit ihrer Videoinstallation "Factory of the Sun" Aufsehen. In dem vermeintlichen Videogame übersetzte Steyerl mit rasanten Schnitten und harten Rhythmen echte Menschen in digitales Licht.

Am Beispiel Steyerls ist zu beobachten, dass Künstler auch als Theoretiker an Einfluss gewinnen können. "Nicht nur ihr künstlerisches Werk, sondern auch ihre Texte sind scharfsinnige Analysen der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Verhältnisse", sagt die Sammlerin Julia Stoschek. Sie stellt Steyerls Biennale-Beitrag derzeit in Düsseldorf aus. Zugleich reflektiere Steyerl, Professorin für Medienkunst in Berlin, "in ihren essayistisch-dokumentarischen Filmen die digitalen Technologien und die visuelle Macht der Bilder in einer spielerischen Leichtigkeit".

Fotokünstler Tillmans hat nach Ansicht von "ArtReview"-Chefredakteur Mark Rappolt durch seinen Einfluss als Fotograf auch die Relevanz des Mediums gesteigert. Lange sei die Fotografie nur als zweitrangiges künstlerisches Genre betrachtet worden.

Auch deutsche Galerien mischen global mit, wenn auch nicht ganz vorn: Sprüth/Magers (13) Daniel Buchholz (39), Esther Schipper (56) und Neugerriemschneider (59). Auch Deutschlands teuerster Künstler, Gerhard Richter, liegt nur irgendwo im Mittelfeld (42).

Zur Überbewertung der "Power 100" neigt Schipper nicht. "Es ist eher eine betriebsinterne Anerkennung", sagt die in Berlin ansässige Galeristin. Der "harte Kern des Kunsthandels" achte allerdings schon auf das Ranking.

Schipper kennt schon seit Studienzeiten Künstler wie Liam Gillick oder Pierre Huyghe, die ebenfalls zu den "Power 100" gehören, und vertritt sie. "Wir sind gemeinsam gewachsen", sagt Schipper. Die Liste legt ein globales Netzwerk offen. Gillick zum Beispiel ist auch kuratierender Direktor der ersten Triennale im japanischen Okayama.

Immer überall sein - das ist für Künstler, Kuratoren und Galeristen gleichermaßen die Bedingung, um wichtig zu sein. Auch Hito Steyerl sei "in der ganzen Welt zu sehen", sagt Schipper. "Sie ist überall präsent und alle sprechen über sie."

Überraschend ist aber, dass sogar Wissenschaftler in den "Power 100" landen können. So steht die amerikanische Biologin Donna Haraway (72) auf Platz 43. Die Ideen der Feministin und Kulturtheoretikerin seien in der Kunstwelt derzeit sehr populär, sagt Rappolt. "Man muss kein Künstler sein, um auf die Liste zu kommen." Es gehe auch um den Einfluss, den jemand auf die Kunstproduktion habe.

Illusionen macht Rappolt sich aber trotzdem nicht: "Wie immer man denkt, was die Kunstwelt ist, es ist immer noch eine kapitalistische Welt - und es geht um Kapital."

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