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Archäologie - Archäologen-Fund: Forscher sprechen von "kleinem Pompeji"

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Archäologie  

Archäologen-Fund: Forscher sprechen von "kleinem Pompeji"

05.08.2017, 14:56 Uhr | dpa

Archäologie - Archäologen-Fund: Forscher sprechen von "kleinem Pompeji". Bei Sainte-Colombe, in der Nähe von Lyon (Frankreich), haben Archäologen Überreste eines Stadtviertels aus der Römerzeit freigelegt.

Bei Sainte-Colombe, in der Nähe von Lyon (Frankreich), haben Archäologen Überreste eines Stadtviertels aus der Römerzeit freigelegt. Foto: Jean-Philippe Ksiazek/AFP. (Quelle: dpa)

Lyon (dpa) - Archäologen haben südlich von Lyon Überreste eines Stadtviertels aus der Römerzeit mit Aristokratenvillen, Mosaiken und einem Marktplatz freigelegt. Das berichtete Benjamin Clément von der Firma Archeodunum, die die Ausgrabungen umsetzt.

Ein Feuer habe im zweiten Jahrhundert Teile des Gebietes verwüstet und die Bewohner zur Flucht gezwungen. Die verschütteten Fußböden und zurückgelassenen Objekte seien gut erhalten. Clément spricht deshalb von einem "kleinen Pompeji". Es seien auch Werkzeuge und Mobiliar gefunden worden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die Grabung im heutigen Ort Sainte-Colombe rund 30 Kilometer südlich von Lyon an der Rhône hatte im April begonnen - als Routineuntersuchung vor einem Bauprojekt. Das rund 5500 Quadratmeter große Gebiet gehörte einst zur antiken Stadt Vienna (heute Vienne). "Wir wussten, dass wir etwas finden würden", sagte Clément. "Aber wir dachten nicht, dass wir so viel finden würden, was so gut erhalten ist."

Die Forscher vermuten, dass sich auf dem Gelände zunächst ein großer Marktplatz befand, mit Geschäften und Platz für reisende Händler. Nach der Zerstörung durch das Feuer wurde darüber ein neues öffentliches Gebäude mit einem großen Brunnen im Zentrum errichtet. Die Experten vermuten, dass es sich um eine Philosophie- und/oder Rhetorikschule gehandelt haben könnte. Von Inschriften war bekannt, dass es so eine Einrichtung in Vienna gegeben haben soll, sie wurde aber nie gefunden.

Die ursprünglich bis September geplante Grabung wurde bis Dezember verlängert, nachdem das Kulturministerium den Fund als "außergewöhnliche Entdeckung" eingestuft hatte. Mosaike aus den Aristokratenhäusern sollen geborgen und später ausgestellt werden.

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