07.12.2012, 19:45 Uhr | dpa / dapd / LS
Die australischen Radiomoderatoren Mel Greig und Michael Christian hatten sich den Telefonscherz erlaubt. (Quelle: dpa)
Eine Londoner Krankenschwester, die mit einem Telefonstreich um die schwangere Herzogin Catherine hereingelegt wurde, ist tot. Das King Edward VII. Hospital bestätigte den Tod seiner Mitarbeiterin, die "Opfer eines Trickanrufs" geworden sei. "Das ist ein tragischer Vorfall", hieß es in der Mitteilung. "Jeder hier ist schockiert."
Scotland Yard teilte mit, dass eine Frau am Freitagmorgen leblos in Zentral-London, in einer Wohnung in der Nähe des Krankenhauses, aufgefunden wurde. Die Todesursache wurde nicht mitgeteilt. Vermutungen über einen Selbstmord wurden nicht bestätigt. Von Scotland Yard hieß es, dass der Tod der Schwester zu diesem Zeitpunkt nicht als "verdächtig" angesehen werde.
Bei der verstorbenen Jacinta S. habe es sich um die diensthabende Krankenschwester gehandelt, die den Anruf entgegennahm, nicht aber um jene, die Einzelheiten über Kates Gesundheitszustand an die vermeintliche Queen weitergegeben hatte, berichtete die britische BBC.
Die australischen Radiomoderatoren Mel Greig und Michael Christian hatten sich am Dienstag am Telefon als die Queen und Prinz Charles ausgegeben und von einer Krankenschwester Auskunft über Kates Gesundheitszustand bekommen. Die Herzogin war wegen Schwangerschaftsübelkeit bis Donnerstag im Krankenhaus.
Jacinta S. war am Freitagvormittag in einer Wohnung in London aufgefunden und noch an Ort und Stelle für tot erklärt worden. In einer Erklärung des St. Jame's-Palastes hieß es: "Ihre Königlichen Hoheiten wurden von jedem im King Edward VII. Hospital wundervoll betreut und Ihre Gedanken und Gebete sind in dieser traurigen Zeit bei der Familie, den Freunden und den Kollegen von Jacinta S. Ein Sprecher des Königshauses betonte, dass sich der Palast zu keinem Zeitpunkt über den Zwischenfall mit dem Scherzanruf beschwert habe.
Jacinta S. war seit mehr als vier Jahren in der Klinik beschäftigt und wurde wegen des Scherzanrufs nicht suspendiert und hatte auch keine anderweitigen Konsequenzen zu fürchten. "Das Krankenhaus hat sie während dieser schwierigen Zeit unterstützt", teilte die Klinik mit. "Unsere Gedanken und unser tiefstes Mitgefühl sind jetzt bei ihrer Familie und ihren Freunden", sagte Klinikchef John Lofthouse. "Jeder hier ist geschockt über den Verlust einer beliebten und wertvollen Kollegin."
Der Radiosender 2Day FM hatte sich später über Twitter "aufrichtig" entschuldigt. Das Radiostück sei mit "guten Absichten" gemacht worden und der Sender wünsche Kate und ihrer Familie alles Gute. Sollte der Tod der Krankenschwester aber im Zusammenhang mit dem Telefonstreich stehen, dürfte die ganze Aktion noch ein sehr ernstes Nachspiel haben.
Quelle: dpa / dapd / LS
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