08.12.2012, 13:24 Uhr | dpa / dapd / SaSch
Nachdem eine Krankenschwester, die mit einem Telefonstreich um die schwangere Herzogin Catherine hereingelegt wurde, tot aufgefunden wurde, ist ganz Großbritannien geschockt. Vor allem aber Herzogin Catherine und Prinz William geht der Tod der Mitarbeiterin des King Edward VII. Hospitals sehr nah. Sie ließen mitteilen, dass sie "zutiefst traurig" über diese Tragödie seien.
Krankenschwester Jacintha Saldanha war in den Tagen zuvor auf den Trickanruf einer australischen Radiostation hereingefallen. Die verheiratete Mutter zweier Kinder war am Freitagmorgen unter nicht näher genannten Umständen tot aufgefunden worden, berichteten die britischen Medien. Die Mitarbeiterin des King Edward VII Hospitals hatte unwissentlich einen Scherzanruf des australischen Radiosenders 2Day FM in die Abteilung der schwangeren Herzogin Catherine durchgestellt, jedoch keine Einzelheiten über Catherines Gesundheitszustand weitergegeben. Eine Schwester - an die Saldanha das Telefonat weitergeleitet hatte - hatte den Moderatoren gesagt: "Im Moment schläft sie, und sie hatte eine Nacht ohne besondere Vorkommnisse. Sie hat Flüssigkeit bekommen. Derzeit ist sie stabil." Außerdem bot sie der vermeintlichen Queen und dem falschen Prinz Charles an, Kate ab neun Uhr vormittags zu besuchen. "Wir werden sie frisch machen."
Nach Informationen des BBC war Saldanha wegen ihres Fehlers nicht zur Verantwortung gerufen worden. Vielmehr habe das Krankenhaus der Frau durch die schwere Zeit nach dem Telefonscherz vom Dienstag geholfen, teilte die Klinik mit. Die Frau habe mehr als vier Jahre in dem Krankenhaus gearbeitet und sei eine "exzellente Krankenschwester" gewesen - "respektiert und beliebt" bei allen Kollegen. "Jeder hier ist schockiert."
Die Radio-Moderatorin Mel Grieg und ihr Kollege Michael Christian, der im Hintergrund Prinz Charles mimte, wurden "aus Respekt für die Familie" der Schwester vom Dienst suspendiert. Rhys Holleran, Chef des Unternehmens Southern Cross Austereo (SCA), dem der Sender gehört, sprach von tiefer Trauer. "Wir sind aber sehr sicher, dass wir nichts Illegales getan haben", sagte er Reportern. Die Moderatoren hätten unmöglich voraussehen können, dass ihr Scherz so tragische Konsequenzen haben würde. Schockierte Hörer überschütteten die beiden Moderatoren mit zornigen Kommentaren. Sie schlossen deshalb ihre Twitter-Konten.
Der Sender ist nicht das erste Mal in der Kritik, wie britische Zeitungen berichten. So soll in einer Radioshow eine Mutter ihre 14-Jährige, die an einen Lügendetektor angeschlossen war, über Sex befragt haben. Das Kind sagte dann, sie sei mit zwölf vergewaltigt worden. In einer anderen Show sollen Eltern behinderter Kinder Spendengelder in Aussicht gestellt, aber nie gezahlt worden sein. Reklamekunden kündigten am Samstag ihre Verträge mit dem Sender 2DayFM. "Die Australier sind eindeutig sauer und verärgert über die tragischen Konsequenzen des Scherzanrufs", teilte die Supermarktkette Coles mit.
Jeff Kennett, der in Australien prominente Chef der Organisation "beyondblue", die über Depressionen informiert, nahm die Moderatoren dagegen in Schutz. "Sie haben sich nichts zu Schulden kommen lassen", sagte er im Rundfunk. "Es war ein harmloser Scherz, sie hatten keine üblen Absichten." Die beiden brauchten jetzt Unterstützung und Hilfe statt Häme, meinte er. Saldanha hatte am King Edward VII Hospital den Anruf der Moderatorin entgegen genommen. Diese fragte mit affektiertem britischen Akzent: "Kann ich mit meiner Enkelin sprechen, Kate?" Saldanha dachte, die echte Queen sei am Telefon und stellte durch. Auf der Station gab eine zweite Krankenschwester dann bereitwillig Auskunft über den Zustand von Kate.
Herzogin Catherine, die Ehefrau von Prinz William, war in den vergangenen Tagen in dem Krankenhaus wegen akuter Morgenübelkeit behandelt worden. Am Donnerstag war sie wieder entlassen worden. Das britische Königshaus hatte zuvor mitgeteilt, dass Catherine schwanger ist. Als erster Sprössling von Prinz William - dem derzeit Zweiten in der britischen Thronfolge - könnte die Tochter oder der Sohn des Paars eines Tages an die Spitze des Königshauses rücken.
Quelle: dpa / dapd / SaSch
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