22.01.2013, 16:55 Uhr | jho, CK, AFP, dpa
Nach rund fünf Monaten ist Prinz Harry aus seinem Einsatz als Soldat in Afghanistan nach Großbritannien zurückgekehrt. Während seiner Zeit dort habe er in seiner Rolle als Co-Pilot eines Apache-Kampfhubschraubers auch selber Schüsse auf Taliban-Aufständische abgegeben, sagte er in einem Interview des Senders BBC.
Auf die Frage, ob er aktiv an Kampfeinsätzen beteiligt gewesen sei und auf Menschen geschossen habe, die dabei auch sterben könnten, erklärte er: "Ja, viele andere haben das auch getan. Die Truppe war draußen. Jeder hat eine bestimmte Menge an Munition abgeschossen. Wenn da Leute sind, die unseren Jungs etwas Böses wollen, dann nehmen wir sie aus dem Spiel heraus." Der britischen Nachrichtenagentur Press Association sagte der Prinz zudem: "Ein Leben zu nehmen, um eines zu retten, darum drehte es sich bei uns."
Die Rückkehr der Nummer drei der britischen Thronfolge war aus Sicherheitsgründen streng geheim gehalten worden. Journalisten hatten während seiner Zeit in Afghanistan Interviews führen, diese aber jetzt erst ausstrahlen dürfen. Für ihn sei die Arbeit bei der Armee wie für jeden anderen auch, sagte Harry. "Ich bin einer der Jungs, ich werde nicht anders behandelt als die anderen."
Im Camp Bastion, wo Harry als Hubschrauberpilot stationiert war, lebte er nach eigenen Angaben "so normal wie möglich". Es habe ihn aber gestört, von anderen Soldaten angestarrt worden zu sein, die er noch nie gesehen habe. Harry ist das erste Mitglied der britischen Königsfamilie seit seinem Onkel Prinz Andrew, der aktiv an Kriegseinsätzen teilnimmt. Er war bereits im Winter 2007/2008 zehn Wochen als Fliegerleitoffizier am Hindukusch aktiv. Der Einsatz war aber aus Sicherheitsgründen abgebrochen worden, nachdem sein Aufenthaltsort bekannt geworden war.
Über seinen älteren Bruder William, der mit seiner Frau Catherine ein Kind erwartet, sagte Harry, dieser wäre ebenfalls gern nach Afghanistan gegangen. "Und um ehrlich zu sein, ich sehe auch nicht, weshalb er nicht konnte." Niemand wisse schließlich, wer im Cockpit sitze. Großbritannien hatte entschieden, dass es zu gefährlich sei, William nach Afghanistan zu entsenden. Er ist nach seinem Vater Charles der zweite britische Thronfolger.
Prinz Harry sprach jedoch nicht nur über seinen Einsatz in Afghanistan, sondern äußerte sich auch zur Schwangerschaft seiner Schwägerin Kate. "Ich freue mich natürlich sehr für die beiden. (...) Ich kann es kaum erwarten, Onkel zu werden", erklärte der 28-Jährige und scherzte: " Es wurde aber auch Zeit." Der Prinz sorgt sich jedoch auch um die Privatsphäre des Paares: "Ich hoffe, dass er und sie - aber hauptsächlich Catherine - dass sie den nötigen Schutz hat, der ihr als werdende Mutter die entsprechende Privatsphäre sichert."
Bis Harry dem Beispiel seines Bruders folgt und eine eigene Familie gründet, dürfte es übrigens noch eine ganze Weile dauern: "Ich denke nicht, dass man jemals dazu gedrängt werden kann, sich häuslich niederzulassen", erklärte Harry. "Wenn man die richtige Person findet und sich alles richtig anfühlt, dann braucht es Zeit, besonders bei mir und meinem Bruder." Es sei nicht leicht, jemanden zu finden, der sich auf die Position - und die damit verbundenden Aufgaben und Einschränkungen - einlasse. "So einfach ist das."
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Quelle: jho, CK, AFP, dpa
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