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Reich-Ranickis TV-Schelte: Böttinger findet Auftritt "außerordentlich peinlich"

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Böttinger über Reich-Ranickis Fernsehschelte  

Niveaulos und "ausserordentlich peinlich"

14.10.2008, 19:29 Uhr | AFP/dpa/JW/CK

Bettina Böttinger lästerte über Reich-Ranickis Auftritt. (Foto: imago)Bettina Böttinger lästerte über Reich-Ranickis Auftritt. (Foto: imago) Auch mehrere Tage nach dem Eklat beim Deutschen Fernsehpreis reißt die Diskussion um Marcel Reich-Ranickis TV-Schelte nicht ab - immer mehr Promis melden sich zu Wort und beziehen zum Teil drastisch Stellung zu den harten Worten des Literaturpapstes. So weist WDR-Moderatorin Bettina Böttinger die Kritik als undifferenziertes Pauschalurteil zurück: "Da kann er auch gleich sagen, dass die Welt schlecht ist und er der Einzige, der das erkannt hat. Das ist ungefähr das gleiche Niveau." Im Interview mit dem "Münchner Merkur" lästert Böttinger über den 88-jährigen Literaturkritiker: "Er kann keine reine Freude mehr an einer solchen Gala haben, zumal wenn er als sehr selbstbezogener Mensch erkennen muss, dass nur ein kleiner Teil des Abends ihm gewidmet ist." Auch andere Promis, von Mario Adorf bis Barbara Schönberger, äußerten sich bereits zu Reich-Ranickis umstrittenem Auftritt - die wichtigsten Kommentare haben wir in einer Klick-Show für Sie zusammengestellt.

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Kritik an Elke Heidenreichs "verlogenem Rundumschlag"

Elke Heidenreich wetterte ebenfalls gegen das ZDF - Böttinger findet das "verlogen". (Foto: dpa)Elke Heidenreich wetterte ebenfalls gegen das ZDF - Böttinger findet das "verlogen". (Foto: dpa) Bettina Böttinger, die selbst Mitglied der Jury des Deutschen Fernsehpreises ist, gibt zu, dass man über Jury-Entscheidungen streiten könne. Ihrer Ansicht nach aber widerlegt die Wahl der Preisträger Reich-Ranickis Kritik: Sie nennt die Auszeichnung von "Contergan" als besten Fernsehfilm, von Misel Maticevic als bestem Schauspieler und "Das Schweigen der Quandts" als beste Dokumentation als Beispiele. "Da den Holzhammer rauszuholen und zu behaupten, das sei alles Schrott, finde ich außerordentlich peinlich", findet Böttinger. Es gebe im Bereich der Fernsehspiele und der Dokumentation unglaublich viel Gutes. „Vielleicht muss man sich seine eigene Mischung zusammenstellen, aber dann hat man ein im internationalen Vergleich hochwertiges Angebot.“ Auch an Elke Heidenreich, die das deutsche Fernsehen als "arm, verblödet, kulturlos und lächerlich" sowie die Gala als "grottendumm" bezeichnet hatte, lässt Böttinger kein gutes Haar: "Dieser Rundumschlag ist der Beweis dafür, wie verlogen die Fernsehbranche ist. Elke Heidenreich gibt ja im gleichen Zusammenhang zu, dass sie selbst gerne die Laudatio auf Marcel Reich-Ranicki gehalten hätte. Daraus wurde nichts, und deswegen beleidigt sie jetzt alle."

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"Die Leute wollen nicht nur hochgeistiges"

TV-Koch Lafer findet Reich-Ranickis TV-Kritik deplaziert. (Foto: ddp) Neben Heidenreich und Böttinger meldete sich auch TV-Koch Johann Lafer schon zu Wort: Er verteidigte das nicht immer hohe Niveau des deutschen Fernsehens, da es im Sinne des Zuschauers sei: "Die Leute wollen nun einmal nicht immer nur Hochgeistiges sehen." Reich-Ranickis Kritik gehe deshalb am Publikum vorbei: "Sie wollen ihren Spaß, sie wollen unterhalten werden", sagte der 51-Jährige der "Neuen Presse", auch in Rechtfertigung seiner eigenen Kochshow "Lafer! Lichter! Lecker!". Generell sei das Bedürfnis nach leichterer Unterhaltung nicht nur im Fernsehen zu beobachten, sondern auch in Schauspiel- und Opernhäusern. Reich-Ranicki hätte deshalb mehr Einfühlungsvermögen zeigen und "den Preis annehmen sollen", so Lafer.

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ARD schießt gegen die Privaten

Marcel Reich-Ranicki sorgt mit seiner TV-Kritik für viel Diskussion. (Foto: ddp) WDR-Intendantin Monika Piel hingegen, die Reich-Ranicki selbst für den Ehrenpreis vorgeschlagen hatte, fühlt sich nicht von der Medienschelte betroffen. Ihrer Meinung nach zielt diese nicht auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen ab: "Über unsere Qualitätsprodukte, die ausgezeichnet wurden, kann man sich nicht aufregen", so Piel in der "Westfälischen Rundschau". Stattdessen attackiert die Intendantin RTL und ProSiebenSat.1: Sie wünsche sich, dass "die Kommerziellen diese Diskussion auch mal in ihren eigenen Reihen führen". Dort vermisse sie die Qualitätsdebatte, die bei den Öffentlich-Rechtlichen "ständig" geführt werde, so Piel gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Doch die Privaten weisen die Vorwürfe von sich. Auch sie fühlen sich über jede Kritik erhaben: "Ich sehe keinen Handlungsbedarf. Wir bieten genügend Qualität und genügend Populäres", sagt Andreas Bartl, Programmvorstand von ProSiebenSat.1. Er sehe keinen Grund, der angestoßenen Debatte zu folgen und findet Reich-Ranickis Kritik "überzogen und arrogant".

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