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Fernsehpreis-Eklat: Jan Josef Liefers nimmt Reich-Ranicki in Schutz

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Jan Josef Liefers zum Fernsehpreis-Eklat  

"Tatort"-Ermittler nimmt Reich-Ranicki in Schutz

15.10.2008, 19:37 Uhr | AFP/dpa/JW/CK

Jan-Josef Liefers pflichtet Reich-Ranicki bei. (Foto: dpa)Jan-Josef Liefers pflichtet Reich-Ranicki bei. (Foto: dpa) Auch mehrere Tage nach dem Eklat beim Deutschen Fernsehpreis reißt die Diskussion um Marcel Reich-Ranickis TV-Schelte nicht ab - immer mehr Promis melden sich zu Wort und beziehen Stellung zu den harten Worten des Literaturpapstes. Einer, der den 88-Jährigen voll in Schutz nimmt, ist "Tatort"-Ermittler Jan Josef Liefers. Gegenüber "Bild" erklärte er: "Er tat mir leid. Ich bin halb so alt wie er und mir tat der Arsch schon weh - unglaublich unbequemes Gestühl. Also ich kann ihn, was das angeht, verstehen." Allerdings ist der Schauspieler auch der Meinung, Reich-Ranickis Schelte sei geplant gewesen: "Ich glaube, dass er diesen Auftritt tierisch genossen hat. Das war 'angekündigter Krach', das ist bei ihm nicht erst während der Sendung entstanden." Auch Moderator Roger Willemsen pflichtet dem Literaturpapst laut der Nachrichtenagentur ddp bei und sagte, das Quoten- und Unterhaltungsdiktat im Fernsehen sei so stark geworden, dass "mit Recht Artenschutz für ein paar andere Interessen" angemeldet werden könnte.

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Böttinger weist Kritik zurück

Bettina Böttinger lästerte über Reich-Ranickis Auftritt. (Foto: imago)Bettina Böttinger lästerte über Reich-Ranickis Auftritt. (Foto: imago) Ablehnend äußerte sich hingegen der Medienwissenschaftler Jo Groebel. Man dürfe nicht "so arrogant" sein, "immer nur zu fordern, dass alles im Fernsehen nur für Intellektuelle ist", sagte er der Zeitung "Heilbronner Stimme". Auch die WDR-Moderatorin Bettina Böttinger wies Reich-Ranickis Kritik als undifferenziertes Pauschalurteil zurück: "Da kann er auch gleich sagen, dass die Welt schlecht ist und er der Einzige, der das erkannt hat. Das ist ungefähr das gleiche Niveau." Im Interview mit dem "Münchner Merkur" lästerte Böttinger über den 88-jährigen Literaturkritiker: "Er kann keine reine Freude mehr an einer solchen Gala haben, zumal wenn er als sehr selbstbezogener Mensch erkennen muss, dass nur ein kleiner Teil des Abends ihm gewidmet ist."

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"Die Leute wollen nicht nur hochgeistiges"

TV-Koch Lafer findet Reich-Ranickis TV-Kritik deplaziert. (Foto: ddp) Die Kritik geht auch TV-Koch Johann Lafer zu weit: Er verteidigte das nicht immer hohe Niveau des deutschen Fernsehens, da es im Sinne des Zuschauers sei: "Die Leute wollen nun einmal nicht immer nur Hochgeistiges sehen." Reich-Ranickis Kritik gehe deshalb am Publikum vorbei: "Sie wollen ihren Spaß, sie wollen unterhalten werden", sagte der 51-Jährige der "Neuen Presse", auch in Rechtfertigung seiner eigenen Kochshow "Lafer! Lichter! Lecker!". Generell sei das Bedürfnis nach leichterer Unterhaltung nicht nur im Fernsehen zu beobachten, sondern auch in Schauspiel- und Opernhäusern. Reich-Ranicki hätte deshalb mehr Einfühlungsvermögen zeigen und "den Preis annehmen sollen", so Lafer.

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ARD schießt gegen die Privaten

Marcel Reich-Ranicki sorgt mit seiner TV-Kritik für viel Diskussion. (Foto: ddp) WDR-Intendantin Monika Piel hingegen, die Reich-Ranicki selbst für den Ehrenpreis vorgeschlagen hatte, fühlt sich nicht von der Medienschelte betroffen. Ihrer Meinung nach zielt diese nicht auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen ab: "Über unsere Qualitätsprodukte, die ausgezeichnet wurden, kann man sich nicht aufregen", so Piel in der "Westfälischen Rundschau". Stattdessen attackiert die Intendantin RTL und ProSiebenSat.1: Sie wünsche sich, dass "die Kommerziellen diese Diskussion auch mal in ihren eigenen Reihen führen". Dort vermisse sie die Qualitätsdebatte, die bei den Öffentlich-Rechtlichen "ständig" geführt werde, so Piel gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Doch die Privaten weisen die Vorwürfe von sich: "Ich sehe keinen Handlungsbedarf. Wir bieten genügend Qualität und genügend Populäres", sagt Andreas Bartl, Programmvorstand von ProSiebenSat.1. Er findet Reich-Ranickis Kritik "überzogen und arrogant". In der Sendung "Aus gegebenem Anlass" wird Thomas Gottschalk am Freitag ab 22.30 Uhr im ZDF mit dem Literaturkritiker über Qualität im deutschen TV diskutieren. Auf die Teilnahme der Senderchefs müssen die beiden verzichten, da diese sich in der Kürze der Zeit nicht zusammenbringen ließen, wie Monika Piel dem "Kölner Stadtanzeiger" sagte.

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