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"Tatort - Familienaufstellung": "Schulfernsehen statt Sonntagskrimi"?

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Tatort "Familienaufstellung"  

Kritiker: "Schulfernsehen statt Sonntagskrimi"

09.02.2009, 17:02 Uhr | Oliver Lysiak

Tatort "Familienaufstellung" (Foto: ARD)Tatort "Familienaufstellung" (Foto: ARD) Gestern Abend ging es für "Tatort"-Kommissarin Inga Lührsen (Sabine Postel) und ihren Kollegen Stedefreund (Oliver Mommsen) mal wieder brisant zur Sache. Im sperrig betitelten "Tatort: Familienaufstellung" galt es im Dickicht von türkischer Familienehre und Vorurteilen die Wahrheit zu entdecken. Der Selbstmord der Medizinstudentin Rojin Lewald stellt die Hauptkommissarin vor einige Rätsel. Die junge Frau, die aus einer türkischen Familie stammt, wollte sich von ihrem deutschen Mann scheiden lassen. Sie hinterlässt eine zweijährige Tochter. Ihre wohlhabenden Eltern sind erfolgreiche und angesehene Bürger Bremens, aufgeschlossen, jedoch streng gläubig. Merkwürdigerweise sehen sie den Tod ihrer ältesten Tochter nicht als Anlass, die Hochzeit ihrer jüngeren Tochter zu verschieben, die am darauf folgenden Wochenende stattfinden soll. Auch Rojins Geschwister sind nicht sehr begeistert, dass die Kripo bei einem Selbstmord ermittelt. Zum Erstaunen der Kommissare scheinen sich alle Familienmitglieder gegenseitig Alibis zu geben. Doch warum?
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Fehlbesetzt und unterfordert

Kritiker: "Akustische Bleiwüste" (Foto: ARD)Kritiker: "Akustische Bleiwüste" (Foto: ARD) Selbst gestandene Schauspieler wie Erol Sander kämpfen sich nur zäh durch übertrieben moralische Tiraden, die vom beständigen “sowohl als auch” geprägt sind, das diesen Krimi auszeichnet, der anklagen will ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen. Ziemlich fehlbesetzt und deutlich unterfordert ist auch Jungstar Kostja Ullmann, dem man den türkischen Sohn so gar nicht abnimmt, sowie Denis Moschitto, der in anderen Rollen ebenfalls schon eine viel bessere Figur gemacht hat. Was den Ausschlag gab Jennifer Ulrich als junge Türkin zu besetzen, wissen wohl auch nur die Macher dieses Krimis.
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Akustische Bleiwüste

Wenn sich am Ende rausstellt, das es kein Ehrenmord war, sondern die Schwester des Opfers die Morde aus Verzweiflung begangen hat, ist schon zuviel geredet worden, ist zuviel akustische Bleiwüste durchschritten worden, als dass die Auflösung noch irgendeinen emotionalen Effekt erzielt. Einzig der sinnlos und lächerlich in die Decke ballernde Stedefreund, der eine Menge zurückhalten will, die schon längst zur Ruhe gekommen ist, sorgt noch mal für ein kurzes Auflachen vor dem Wegdösen.
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Wenige Lichtblicke

Wichtige Themen, ergeben nicht immer gute Krimis. Denn gute Unterhaltung und ausgewogener Diskurs, lassen sich nur selten wirklich unter einen Hut bringen. So ungelenk wie der Titel, so ungelenk wirkte diese ganze Familienaufstellung, deren wenige Lichtblicke wirklich einzig der soliden und sympathischen Stammbesetzung geschuldet sind. Und der Hund, der war ebenso niedlich wie überflüssig.”

Bitterkeit allgegenwärtig

Josef Girshovich kritisiert in der "Cicero" den vermeintlichen Generalangriff dieses "Tatorts" auf den Islam: “Irgendwie wird man da das Gefühl nicht los, es gehe in 'Familienaufstellung' um eine persönliche Abrechnung mit dem Islam, statt um einen kritischen Dialog mit einer großen monotheistischen Religion. Bitterkeit und Enttäuschung, personifiziert durch die jungen Anwältin, sind in diesem Tatort allgegenwärtig.” Langweilige Lehrstunde, einseitige Religionskritik oder konstruktive Auseinandersetzung? Ihre Meinung ist gefragt. Jetzt unsere Kommentarfunktion nutzen!

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