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"Tatort": War "Tödliche Tarnung" zu unrasant und viel zu melancholisch?

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"Zu unrasant und viel zu melancholisch"

02.03.2009, 10:07 Uhr | Annasita Zinn von "Meine Filmwelt"

Tatort "Tödliche Warnung" (Foto: ARD)Tatort "Tödliche Warnung" (Foto: ARD) "Gestern Abend wurde mal wieder geschwäbelt. Schwäbeln, das hieß im "Tatort - Tödliche Tarnung" beim gemeinsamen Mittagessen in der Kantine den neuesten Mordfall beschwatzen oder gemeinsam auf dem Land Boote bauen. Sprachlich schwäbelten im Gegensatz zu den Fällen mit Vorgänger-Kommissar Bienzle fast nur die Nebenfiguren - und dies so künstlich, dass es fast schon lächerlich wirkte", meint "Meine Filmwelt"-Kritikerin Annasita Zinn. "Konsequent konnte man diesen "Tatort" zudem nicht nennen, entwickelt er doch im Laufe des Films eine unausgewogene Balance zwischen altbacken und modern, wobei sich der Regisseur anscheinend für keine Seite entscheiden konnte."
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Mangel an Rasanz

Tatort Kommissar Thorsten Lannert (Ritchie Müller, M) (Foto: ARD)Tatort Kommissar Thorsten Lannert (Ritchie Müller, M) (Foto: ARD) Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt hat mit diesem Kriminalfall zum dritten Mal einen der neuen Stuttgarter "Tatorte" geschrieben. Unter der Regie von Rainer Matsutani - die beiden arbeiteten im vergangenen Jahr bereits für "Das Paps-Attentat" zusammen - entstand diesmal ein Tatort, dessen Fokus eher in der Charakterisierung des Ermittlers Lannert (Ritchie Müller) lag als im Kriminalfall an sich. Dem Hintergrund des Mordes am Zöllner wie den illegalen Geschäften des Waffenhändlers wurde so nicht ausreichend Raum beigemessen. Ganze Szenen, wie das Autorennen mit den Halbstarken oder der Rückblick auf Lannerts Verlust seiner Frau und Tochter im Sepia-Look wirkten gar völlig deplatziert. Es entwickelte sich bald der Eindruck einer inkonsequenten Inszenierung und eines nicht wirklich attraktiven Drehbuchs. Auch wenn die Gegenüberstellung von Lannert und Viktor de Man sicherlich ihre Reize hatte: Unterm Strich mangelte es dem Tatort an Rasanz.
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Tod eines Zöllners

Der Tod eines Zöllners am Stuttgarter Flughafen führte die Kommissare Lannert und Bootz auf die Spur des internationalen Waffenschmugglers Viktor de Man, der in gewissem Sinne als Spiegelbild zu Lannert konzipiert war: ein eleganter Wolf im schicken Anzug. Dass er Waffen an die Taliban in Usbekistan liefert, lässt einen solchen Geschäftsmann kalt. Da der Zöllner in den Rücken und in die Hand geschossen wurde, ist Lannert klar, dass de Man seine Finger im Spiel haben muss. Letztlich stellt sich heraus, dass de Man den Zöllner benutzte, um Waffen in Hilfslieferungen versteckt ausfliegen zu lassen. Lannert und Bootz (Felix Klare) schaffen es gemeinsam, den Händler und seine Komplizen zu überführen.
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Viel zu melancholisch

Ebenso wichtig: die Aufarbeitung des privaten Schicksals von Lannert. Der Zuschauer erfuhr, dass Lannert damals vier Jahre lang als verdeckter Ermittler arbeitete, um den Mann zu überführen. Beide Männer sahen zufällig gemeinsam dabei zu, wie Lannerts Ehefrau und Tochter überfahren wurden und starben. Darüber ist Lannert bis heute nicht hinweggekommen. Der "Tatort -Tödliche Tarnung" ist kein schlechter "Tatort". Vielmehr richtet er sich an diejenigen Zuschauer, die die Krimireihe nicht wegen Actionszenen und brillanten Fällen verfolgen, sondern die Gemächlichkeit sowie melancholische Züge mancher Ermittlungsteams gutheißen. Sicherlich haben sich Lannert und Bootz mit ihrem dritten Fall festigen können. Für den vierten Fall darf man jedoch etwas mehr Salz in der Suppe wünschen.
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