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ZDF-Fernsehfilm "Dutschke" löst hitzige Debatte aus

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ZDF-Fernsehfilm  

"Dutschke" löst hitzige Debatte aus

27.04.2010, 12:04 Uhr | dpa/CK, dpa

ZDF-Fernsehfilm "Dutschke" löst hitzige Debatte aus. Christoph Bach und Emily Cox spielen im ZDF-Film das Ehepaar Rudi und Gretchen Dutschke. (Foto: dpa)

Christoph Bach und Emily Cox spielen im ZDF-Film das Ehepaar Rudi und Gretchen Dutschke. (Foto: dpa)

Rudi Dutschke war ein umstrittener Mann. Von den Studenten der 68er Generation geliebt, wurde er zum Hassobjekt der Konservativen und erklärten Lieblings-Prügelknaben der Springer-Presse. Der Film "Dutschke", den das ZDF am Dienstag um 20.15 Uhr ausstrahlt, zeichnet das Leben des polarisierenden Studentenführers nach - und löst bei Mitwirkenden und Medien ein sehr geteiltes Echo aus.

Beginnend mit der von Dutschke angeführten Demonstration gegen den Besuch des kongolesischen Politikers Tschombé 1964 in Berlin bis zu seinem Tod in Dänemark am Heiligabend 1979 erzählt der halbdokumentarische Fernsehfilm die Geschichte des Studentenführers, den der Anschlag auf dem Berliner Kurfürstendamm 1968 aus dem politischen und öffentlichen Leben riss. Spielfilmszenen, in denen Schauspieler Christoph Bach in die Rolle Dutschkes schlüpft, wechseln sich ab mit Interviews, in denen Weggefährten oder auch Dutschkes Ehefrau Gretchen zu Wort kommen.

Ehefrau naiv und hilflos dargestellt

Bei einer Premiere im kleinen Kreis löste der Film unterschiedliche Reaktionen aus. "Ich fand es ein bisschen besser diesmal", war die verhaltene Reaktion von Gretchen Dutschke-Klotz, die den Film zum zweiten Mal sah. Die schauspielerischen Leistungen gefielen der Witwe des deutschen Studentenführers gut, die Interviewpassagen hingegen weniger. Ex-68er Bernd Rabehl stellt die Amerikanerin darin als naiv und hilflos dar.

Eigene Sicht der Dinge erzählen

Nun will die Witwe selbst ihre Version der Geschichte erzählen. Am Wochenende kündigte Dutschke-Klotz an, ihre Memoiren zu schreiben. Einen Verlag hat die 68-Jährige noch nicht, aber einen Titel, wie sie der "Bild am Sonntag" sagte: "Being Saved" ("Gerettet werden"). Über den Studentenführer selbst hat die Witwe bereits ein Buch geschrieben, Titel: "Wir hatten ein barbarisches, schönes Leben".

"Problematisch und geschönt"

Der Schriftsteller Peter Schneider sagte auf bei der Premiere, vieles im Film sei gut getroffen, besonders die "hysterische Atmosphäre", die Ende der 60er Jahre in Berlin herrschte. Der Journalist Claudius Seidl, der als Kritiker in dem Dokudrama auftritt, fand den Film hingegen "problematisch" und die Hauptfigur sehr geschönt interpretiert.

"Erschreckend oberflächlich und primitiv"

Herbe Kritik gab es auch vonseiten ehemaligen Bundestags- und Europaabgeordneten Milan Horacek (Bündnis 90/Die Grünen). Der enge Freund und Wegbegleiter Dutschkes ärgert sich, dass der Film "erschreckend oberflächlich und primitiv" bleibe, was die Einordnung der politischen Bedeutung Dutschkes für die Bundesrepublik betreffe. Gegenüber dem "Focus" sagte Horacek weiter: "Rudi wird heute in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend auf sein Engagement als Studentenführer reduziert. Und diesen Fehler macht auch der Film."

"Unglaubliches Dickicht an Meinungen"

"Die Faszination, die von Rudi Dutschke ausgegangen ist, hat sich uns am Anfang nicht so erschlossen", sagt der 1971 geborene Regisseur des Films, Stefan Krohmer. "Das hat sich im Laufe der Arbeit daran dann schon geändert. Wir wollen, dass der Zuschauer uns dabei zusieht, wie wir uns mit Hilfe von Zeitzeugen ein Bild von Rudi Dutschke machen." Dutschke-Darsteller Bach (geboren 1975) spricht von einem "unglaublichen Dickicht an Meinungen".

Dutschke im Film: idealistisch, aber fremd

Die neuen Enthüllungen über den Tod des Studenten Benno Ohnesorg und den Todesschützen Karl-Heinz Kurras, der Stasi-Spitzel war, hätten aber nichts an ihrer Betrachtung der 68er-Generation geändert, sagen sowohl Regisseur als auch Hauptdarsteller. "Dutschke war einfach sehr glaubwürdig." Und genau so spielt Bach den Studentenführer auch: hoffnungslos idealistisch, vielleicht sogar ein bisschen naiv und ohne jeden Hauch von Ironie. Trotzdem - oder gerade deshalb - bleibt die Galionsfigur der Studentenbewegung dem Zuschauer in dieser an Sarkasmus reichen Zeit etwas fremd.

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