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"Wetten, dass..?"-Unfall: Helm war bei Samuels Unfall "völlig zwecklos"

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Arzt von Samuel: "Helm war völlig zwecklos"

13.12.2010, 09:44 Uhr | dpa/ddp

"Wetten, dass..?"-Unfall: Helm war bei Samuels Unfall "völlig zwecklos" . Der verunglückte "Wetten, dass..?"-Kandidat Samuel Koch trug bei seinem Unfall einen Helm. (Foto: dpa)

Der verunglückte "Wetten, dass..?"-Kandidat Samuel Koch trug bei seinem Unfall einen Helm. (Foto: dpa)

Der schreckliche Unfall von Samuel Koch bewegt noch immer die Nation. Und viele, die bei dem schweren Sturz des Wett-Kandidaten in Thomas Gottschalks Sendung zusahen, werden vermutlich gedacht haben: Gott sei Dank hatte der junge Mann einen Helm auf. Doch der Schweizer Arzt Hans Georg Koch (Oberarzt am Paraplegiker.Zentrum in Nottwil), der den schwerverletzten "Wetten, dass..?"-Kandidat derzeit in seiner Klinik betreut, hat eine ganz andere Meinung zu dem Helm, der Samuel bei einem Sturz schützen sollte.

Nach Einschätzung von Koch war der Helm, den der 23-Jährige bei dem Unfall in der ZDF-Show "Wetten, dass..?" trug, "völlig zwecklos". Besser geschützt hätte ihn ein Helm, wie ihn Formel-1-Piloten tragen. Bei diesem System wird bei einem Sturz auf den Kopf ein Teil der Energie auf die Schultern statt auf die Wirbelsäule gelenkt. Auch wenn sich der Schweizer Arzt von Samuel Koch sich mit einer Prognose über die Heilungschancen des 23-Jährigen zurückhält - ein bisschen Hoffnung für den jungen Mann schwingt in seinen Ausführungen mit. "Entscheidend sind die ersten beiden Wochen nach dem Unfall", sagte Oberarzt Hans Georg Koch in der Sonntagsausgabe der Zeitung "Blick". Die Ärzte der Schweizer Klinik sähen "Möglichkeiten einer positiven Entwicklung" und hätten "zaghafte Hoffnung", dass die Lähmungserscheinungen und Gefühlsstörungen zurückgehen, heißt es in dem Bericht.

Samuel in der Reha

Kandidat Samuel Koch ist am Samstag von der Universitätsklinik Düsseldorf aus in die Reha-Klinik in der Schweiz geflogen worden. Das allein ist schon ein gutes Zeichen. Denn nur eine Woche, nachdem er beim Versuch, mit Sprungfedern über fahrende Autos zu springen, schwer gestürzt war, ist er transportfähig. Er atmet seit 48 Stunden wieder selbstständig, sein Kreislauf ist stabiler und er braucht weniger Medikamente. All das verkündeten seine Ärzte sichtlich erleichtert am Samstag bei einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz in Düsseldorf. Die Klinik in Nottwil rechnet mit sechs bis neun Monaten Rehabilitation - ohne eine Voraussage zu machen, wie es Koch dann gehen wird.

Shows auf dem Prüfstand

Der Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrats, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), hat sich für weitreichende Konsequenzen nach dem schweren Unfall bei der Sendung "Wetten, dass...?" ausgesprochen. Er forderte öffentlich-rechtliche und private Sender auf, sämtliche TV-Shows auf den Prüfstand zu stellen und das Risiko auf ein verantwortbares Maß zu beschränken. Die von Thomas Gottschalk moderierte ZDF-Sendung sei "eine erfolgreiche Show, die auch mit körperlich weniger spektakulären Wetten ihre Einschaltquote erreicht", sagte Beck dem "Hamburger Abendblatt" (Montagausgabe). Man müsse fragen, "wo sind Grenzen, welches Risiko geht man besser nicht ein?" Das gelte "gerade für das Privatfernsehen". So sei die Sendung "Schlag den Raab" auf Pro 7 "sehr waghalsig".

Absetzung wäre überzogen

Beck zufolge werde der Unfall in der nächsten Sitzung des ZDF-Verwaltungsrats im Januar ein Thema sein. Eine Absetzung von "Wetten, dass??" wäre allerdings eine überzogene Reaktion. Das ZDF habe richtig reagiert, als es die Sendung nach dem Unfall abgebrochen habe. Im Vordergrund stehe jetzt die Sorge um den verunglückten 23-Jährigen, betonte Beck. Wettkandidat Samuel Koch war bei dem Versuch, mit Sprungfedern an den Füßen über fahrende Autos zu springen, schwer gestürzt. Er zog sich so schlimme Verletzungen an der Wirbelsäule zu, dass ihm nun Lähmungen drohen.



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