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Samuel Koch: "Wetten, dass..?"-Kandidat wird nie wieder normal laufen können

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Samuels Arzt: "Er wird nie wieder normal laufen können!"

13.12.2010, 18:22 Uhr | SaWo, AFP, dpa

Samuel Koch: "Wetten, dass..?"-Kandidat wird nie wieder normal laufen können. Samuel Koch verunglückte während der ZDF-Show "Wetten dass..?" (Foto: dpa)

Samuel Koch verunglückte während der ZDF-Show "Wetten dass..." (Foto: dpa)

Es war die zentralste und gleichzeitig traurigste Aussage der aktuellen Pressekonferenz zum Zustand des verunglückten "Wetten, dass..?"-Kandidaten Samuel Koch : "Er wird nie wieder normal laufen können!", sagte der Chefarzt des Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ), Dr. Michael Baumberger, im luzernischen Nottwil. Das Gangbild eines normal laufenden Menschen wird Koch nie wieder haben und somit bleibt er dauerhaft behindert. Der Klinikleiter Dr. Beat Villiger betonte: "Wir dürfen nicht vergessen, dass er eine sehr schwere Halswirbelsäulenverletzung erlitten hat." Auch Komplikationen seien nicht ausgeschlossen, da sich Samuel Koch noch immer in der akuten Phase befindet, in der sein Zustand zwischen stabil und nicht stabil schwanken kann.

Laut Baumberger sind derzeit bei dem 23-Jährigen Arme, Beine und das vegetative Nervensystem von Lähmungen betroffen. Baumberger sprach von einer Querschnittslähmung. In wieweit sich diese womöglich noch während der Rehabilitation bessern wird, lasse sich noch nicht sagen. "Ein normales Leben, wie das eines Menschen ohne Verletzung, wird er nicht mehr haben", so Baumberger. Koch war vor gut einer Woche bei "Wetten, dass..?" gestürzt und hatte sich schwere Verletzungen der Halswirbelsäule und des Rückenmarks zugezogen. Er wurde in der Universitätsklinik Düsseldorf zwei Mal operiert und dann in die Spezialklinik in die Schweiz verlegt. Dort wird er weiter auf der Intensivstation betreut. Er befinde sich in einer "stabilen Verfassung", hieß es in Nottwil.

Samuel wird psychologisch betreut

Die Lähmungen an Beinen und Armen und des vegetativen Nervensystems, auch "Tetraplegie" genannt, stelle eine schwere Belastung für die ganze Persönlichkeit dar, sagten die Ärzte. Er müsse somit auch psychologisch betreut werden, was auch für seine Familie gelte. Koch sei in die Spezialklinik verlegt worden, weil er aus dem nahe gelegenen Südbaden in Deutschland komme und weil die Düsseldorfer Ärzte das Institut empfohlen hätten, sagte Geschäftsführer Beat Villiger.

Definitive Prognose noch nicht möglich

Der Patient befinde sich noch in der Frühphase seiner Querschnittlähmung, die sich jederzeit verändern könne, sagte Baumberger. "Samuel ist bei Bewusstsein, kann alle Fragen beantworten und bestimmt auch, was wir den Medien sagen dürfen", sagte der Arzt. Allerdings wolle er nicht, dass aktuelle Bilder gezeigt würden. Auch wolle der Patient unbedingt wissen, wie seine Zukunft aussehe. "Aber derzeit ist keine definitive Prognose möglich", sagte Baumberger.

"Lernen, wie er mit seinem Körper umgeht"

Durch die derzeitige Lähmung des vegetativen Nervensystems, das Organe wie Herz, Magen, Darm kontrolliere, müsse Koch wieder alles neu trainieren. "Der Patient muss wieder lernen, wie er mit seinem Körper umgeht", beschrieb der Arzt die derzeitigen Aufgaben. Die betroffenen Nerven und Gefäße könnten sich aber auch verändern. Ein Mensch, der wie Koch sportlich durchtrainiert sei, habe dafür vermutlich mehr Möglichkeiten und Reserven als untrainierte Menschen.

Spezielles Zentrum in der Schweiz

Das Zentrum in Nottwil nordwestlich von Luzern ist nach Angaben von Geschäftsführer Villiger seit 35 Jahren eine Institution, die Patienten ihr ganzes Leben lang nach einem Unfall betreut. Dies beginne mit der ersten schwierigen Phase, in der sich jetzt Koch befinde. Dann folge eine ganzheitliche Rehabilitation. Auch müssten Patienten wieder in ihr Umfeld integriert werden, was der Klinik in bis zu 90 Prozent der Fälle gelinge, sagte Villiger. Wer die Kosten für Koch decke, sei noch nicht bekannt, sagte der Geschäftsführer. Das Zentrum sei jedoch nach Verträgen mit der EU auch zur Betreuung von Ausländern zugelassen.


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