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"Marco W.": So packend und authentisch war der Film über sein Knast-Martyrium

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"Marco W.": So packend und authentisch war der Film über sein Knast-Martyrium

23.03.2011, 09:54 Uhr | sgü, sgü

"Marco W.": So packend und authentisch war der Film über sein Knast-Martyrium. Szenenbild: Sat.1-Film "Marco W." (Foto: Allstar)

Szenenbild: Sat.1-Film "Marco W." (Foto: Allstar)

Mehr als drei Jahre ist es her, dass die Eltern von Marco W. überglücklich verkündeten: "Unser Sohn ist frei!“ Unerhörte 247 Tage hatte der 17-Jährige in türkischer U-Haft verbracht, weil er beschuldigt worden war, eine 13-jährige Engländerin während eines Antalya-Urlaubes sexuell missbraucht zu haben. Der Prozess wurde immer wieder vertagt, von den Medien in Deutschland und in der Türkei ausgeschlachtet. Seine alptraumhaften Erlebnisse schrieb Marco in dem Buch „Marco W. – Meine 247 Tage im türkischen Knast“ nieder. Am Dienstagabend wurde die Verfilmung des Buches erstmals auf Sat.1 gezeigt. In 110 Minuten schilderte der Streifen die Geschehnisse aus Marcos Sicht und erzählte mitreißend, wie es passieren konnte, dass ein idyllischer Urlaubstag unverhofft in eine absolute Katastrophe mündete.

Der Film zeigte die kurze Romanze zwischen dem 17-jährigen Schüler Marco und der 13-jährigen Engländerin Caroline nur schemenhaft. Erst im Verlauf des Films erfuhren die Zuschauer, dass Marco keinen Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen hatte, sondern dass die beiden sich intim gestreichelt hatten. Dennoch verklagt ihn Carolines Mutter, und er kommt in ein türkisches Gefängnis. Dort haust er unter schlimmen Bedingungen. 20 Männer, viele davon drogenabhängig und aggressiv, teilen sich eine schmutzige Zelle. Warmes Wasser gibt es nur zwei Stunden pro Woche. Sein einziger Freund wird von einem Großteil der Zelleninsassen als schwul angefeindet und brutal zusammengeschlagen.

Medien kriegen ihr Fett weg

In der Zwischenzeit erleben Marcos Eltern ihre ganz eigenen Alptraum in Deutschland, besonders im Kampf mit den Medien. Wie die Bluthunde stürzen sich Reporter auf ihr Haus. Ein Medienberater drängt sich ihnen geradezu auf, entpuppt sich als geldgieriges, gefühlloses Großmaul. Ein besonders schöner Moment im Film war, als Marcos Mutter ihn anzischte: "Verschwinden Sie, sonst schmier ich Ihnen eine!“ Den Zuschauern wurde verdeutlicht, warum sich Marcos Familie an die Presse verkaufen musste. Sie hatte keine andere Wahl: Flugtickets und Anwaltskosten in beträchtlicher Höhe mussten bezahlt werden.

Keine Klischees, keine Effekthascherei

Das Thema des Films birgt viel Zündstoff und lädt dazu ein, zu dick aufzutragen. Regisseur Oliver Dommenget ist es jedoch gelungen, auf Klischees über die Türkei und sonstige Effekthascherei zu verzichten. Es ist zwar schrecklich für Marco, sich über einen so langen Zeitraum mit wesentlich älteren, größtenteils drogenabhängigen Kriminellen arrangieren zu müssen, aber die Zelle wurde nicht als Monsterhöhle inszeniert. Auch die Darstellung der türkischen Polizisten, Gefängniswärter und Gerichtsbeamten wirkte authentisch, nicht zuletzt dadurch, dass die Gerichtsszenen in türkischer Sprache zu sehen waren.

Auch die Geschichte von Marcos Eltern wird erzählt

Der Film erzählte nicht nur die Geschichte von Marcos schier endlos scheinendem Knast-Martyrium. Auch die Geschichte seiner Eltern wurde aufgegriffen. Ihre zunehmende Verzweiflung und Ohnmacht wurde eindrucksvoll gezeigt. Lediglich die Frage "Warum hat die Mutter der 13-jährigen Caroline die Anzeige überhaupt gemacht bzw. nicht genauer erklärt oder teilweise zurückgenommen" lässt der Film offen. Doch die Familie des mutmaßlichen Opfers schweigt sich offenbar auch bis heute beharrlich aus.

Vladimir Burlakov beweist großes Talent

Der Film "Marco W. - meine 247 Tage im türkischen Gefängnis" lebte von seinen großartigen Darstellern. Veronica Ferres und Herbert Knaup spielten uneitel und überzeugend. Aber vor allem mit dem Hauptdarsteller Vladimir Burlakov, der obendrein aussieht wie ein Zwilling von Marco Weiss, hat der Regisseur einen Glücksgriff gelandet. Von diesem talentierten jungen Schauspieler wollen wir mehr sehen.

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