30.05.2011, 14:09 Uhr | sgü
Der "Tatort" aus Bremen mit Lürsen und Stedefreund fasst ein heißes politisches Eisen an. (Foto: RB/Jörg Landsberg)
Schon die ersten Minuten des neuen Bremen-Tatorts "Der illegale Tod" verheißen einen atemberaubend spannenden Krimiabend - und diese Hoffnung wird nicht enttäuscht: Wacklige Handkamera-Bilder zeigen einen Tumult. Eine Gruppe schwarzer Menschen gerät in Panik. Ein Schuss fällt. Wenig später erwacht eine Frau am Strand, findet ihr totes Kind und schreit sich die Seele aus dem Leib. Und so packend und rätselhaft geht es weiter. Kommissar Stedefreunds (Oliver Mommsen) alter Kumpel Peer (Michael Pink) verschwindet nach einer durchzechten Nacht und hinterlässt eine blutige Spur. Diese führt zu der afrikanischen Asylbewerberin Amali (Florence Kasumba). Jener Frau, die in der Anfangsszene den Tod ihres Kindes betrauert.
Wie fanden Sie den "Tatort: Der illegale Tod"? Jetzt in unserer Kommentarfunktion am unteren Ende der Seite mitdiskutieren!
Amali, das finden Lürsen und Stedefreund schnell heraus, betreibt eine Art Hetzjagd gegen ein vierköpfiges Team der Wasserschutzpolizei, das im Mittelmeer zur Abwehr von Flüchtlingen im Einsatz war. Auch Stedefreunds Kumpel Peer war Mitglied dieser Truppe. Als die Grenzschützer auf ein Boot mit afrikanischen Flüchtlingen trafen, eskalierte die Situation. Die Menschen drängten an Bord, es kam zu einer Tragödie: Ein Beamter verlor die Nerven und schoss in die Menge. Kurze Zeit später sank das Boot. 14 Leichen wurden in ihrem Heimatland ans Ufer gespült, der Rest der Flüchtlinge als vermisst gemeldet. Die einzige Überlebende war Amali, die nun alles daran setzt, Rache zu üben.
Endlich hatte die Ermittlerin Inga Lürsen (Sabine Postel) mal wieder ordentlich Gelegenheit, ihre linken Parolen zu schwingen. Selten wirkten sie so angebracht wie in diesem "Tatort". Lürsen zeigt sich entsetzt über die Vertuschung des menschlichen Versagens der Grenzschützer, das so viele Menschenleben kostete. Außerdem empört sie sich über zermürbende "Duldungs"-Praktiken im Asylverfahren einer jungen Iranerin. Die Firma "Frontex", eine europäische Agentur, die zum Schutze der EU-Grenzen agiert, klingt ihr schwer nach "Insektenvertilgungsmittel". Ihrer Tochter, die inzwischen ihre Vorgesetzte ist, wirft sie vor, dass ihr "die Fähigkeit zur Empörung abhanden gekommen" sei. Die Karriereleiter zu erklimmen sei ihr wichtiger als ihre Menschlichkeit und ihre moralischen Werte. Zu guter Letzt geht schlägt Lürsen sogar in einem Disput mit einem allzu vertuschungsbereiten Politiker dessen Nase zu Bruch.
Drehbuch-Autor Christian Jeltsch brachte in "Der illegale Tod" die von den Medien in der Vergangenheit vernachlässigte Flüchtlingsproblematik wieder auf den Tisch - und ließ dabei keine Zweifel an seiner Haltung zu diesem Thema: In einem Interview sagte er: "Die Industriestaaten verhalten sich wie kleine Kinder beim Versteckspielen: Hand vor die Augen und glauben, man sieht sie nicht. Aber sie haben durch ihre einseitige Politik nun einmal für mich eine klare Verantwortung für diese Entwicklung des Flüchtlingsproblems." Aber auch politisch nicht interessierte "Tatort"-Fans kamen an diesem Sonntag voll auf ihre Kosten: Regisseur Florian Baxmeyer inszenierte das brisante Thema als einmalig spannende Geschichte, die bis zur letzten Sekunde fesselte.
Sind Sie bei Facebook? Werden Sie ein Fan von t-online.de!
Quelle: sgü
zur HomepageFashion-Trends, Powerfarben und exklusive Jubiläumsangebote - jetzt entdecken! von MADELEINE
Zuverlässige Bauknecht-Waschma-
schine für nur 399,- € : 6 kg Lade-
volumen & EEK: A+++. bei OTTO
Plötzlich geht etwas mit seinem Fallschirm schief. zum Video
Außergewöhnliches Varieté-Spektakel sorgt für Erotik-Kick. mehr
"Toten Hosen"-Star Campino hatte einen schlimmen Unfall und musste in eine Klinik. Promi-News
Die neuen Kollektionen von Top-
marken: Schuhe, Mode u.v.m. bei zalando.de - Versand gratis. mehr