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Stil und leise: Harald Schmidt verabschiedet sich von der ARD

03.06.2011, 15:04 Uhr | dapd / jho, dapd

Harald Schmidt verabschiedet sich von der ARD. Harald Schmidt verabschiedet sich von der ARD. (Foto: ARD)

Harald Schmidt verabschiedet sich von der ARD. (Foto: ARD)

"Dirty Harry" nimmt seinen Hut: Beinahe sang- und klanglos hat Harald Schmidt am Donnerstagabend Abschied von der ARD genommen: Nach sieben Jahren und 255 Sendungen ist Schluss mit öffentlich-rechtlich. Im September wird er seinen Koffer dann bei Sat.1 wieder auspacken. Die letzte Ausgabe löste auch kein besonderes Bildschirminteresse aus. Die Sendung erreichte im Schnitt 1,39 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 8,2 Prozent, wie das Erste am Freitag mitteilte. Das entspreche etwa dem Durchschnitt der vergangenen 15 Ausgaben in diesem Jahr. Diese hätten im Schnitt 1,28 Millionen Zuschauer eingeschaltet (Marktanteil 8,7 Prozent).

Schmidts Rückkehr zum "Kuschelsender", für den er bereits von 1995 bis 2003 arbeitete, wirkt reumütig. Wirklich glücklich schien er mit seinem Wechsel zur ARD nie geworden zu sein. Vom Publikum blieb seine Sendung weitgehend unentdeckt. Auch der Versuch, die Show in Doppelmoderation mit Oliver Pocher zu retten, scheiterte letztendlich nach nur 18 Monaten. "Die wussten nicht mehr, wohin mit mir", sagte Schmidt bereits im vergangenen September der Wochenzeitung "Die Zeit".

Schmidt solide - Ehrengast Hochhuth in Hochform

Die fehlende Unterstützung war der Sendung über all die Jahre anzumerken. Doch daraus resultierten auch Chancen. So konnte Schmidt in der ARD Wunschgäste begrüßen, die im Privatfernsehen altersbedingt oder aus sonstigen Gründen längst nicht mehr stattfinden. Gemeint sind Gäste wie der Dramatiker Rolf Hochhuth, der erst vor wenigen Wochen seinen 80. Geburtstag feierte. Er war der Ehrengast in Schmidts öffentlich-rechtlicher Abschiedssendung. Und Hochhuth durfte ungeniert drauf lospoltern. Sein Lieblingsthema: Die bevorstehende Verlegung von Anne Wills Sonntagstalk auf einen Nischenplatz unter der Woche, "wo normale Arbeitnehmer und Hühner längst schlafen." Auch die vermeintliche Wirtschaftshörigkeit der Europäischen Union bekam ihr Fett weg. Zum Schluss rief er das Volk sogar zur sozialen Revolution auf. Hochhuths freimütiger Auftritt war der Höhepunkt eines Abends, an dem von Abschiedsstimmung nichts zu spüren war. Schmidt kümmerte sich stattdessen gewohnt zynisch um die Skandale der Woche, um Dominique Strauss-Kahn, Arnold Schwarzenegger oder den EHEC-Erreger.

Auch Kachelmann war ein Thema

Auch Jörg Kachelmanns Freispruch wurde selbstverständlich angesprochen: "Gefeiert wurde mit den dreißig engsten Freundinnen." Zudem forderte Schmidt das Publikum auf, dem Wettermoderator noch eine zweite Chance zu geben: "Immerhin hat er nicht bei seiner Doktorarbeit geschummelt." Auffällig war zudem Schmidts Bemühen, noch einmal etwas kulturellen Wind durch die Sendung wehen zu lassen. So sprach er über die Komponisten Antonin Dvorak und Johannes Brahms sowie von einem Telefonat zwischen den Kritikern Joachim Kaiser und Fritz J. Raddatz. Ob er sich in diesem Genre weiterhin austoben darf, hängt wohl von seinen ausgehandelten Freiheiten mit Sat.1 ab.

Wiedersehen im September

"Kommen Sie gut durch den Sommer. Wir sind wieder zur Stelle, beim neuen Arbeitgeber, im September", waren Schmidts Schlussworte und zugleich das einzige Indiz für seinen Abschied von der ARD. Tatsächlich schien es über die gesamte Sendung so, als würde sich im Herbst bloß die Belegungstaste auf der Fernbedienung ändern. Mal abgesehen davon, dass sich die Sendetage verschieben. Der Donnerstag ist vorerst passé. In Sat.1 wird Schmidt dienstags und mittwochs zu sehen sein. Beim Konzept dürfte hingegen vieles beim Alten bleiben. Fraglich ist nur, ob seine Gesprächspartner dann immer noch Hochhuth heißen. Vermutlich werden derartige Kaliber dann wieder verstärkt durch blutjunge Sternchen aus den sendereigenen Vorabendserien ersetzt. So wie früher. Mal schauen. Das Comeback im Privatfernsehen wird mit Sicherheit spannender als Schmidts solider, aber bis auf Hochhuths Auftritt regelrecht unspektakulärer ARD-Abschied.

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