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"Super Nanny" soll vor das Verfassungsgericht

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"Die Super Nanny" soll vor das Verfassungsgericht

22.07.2011, 13:32 Uhr | dpa, dpa

"Super Nanny" soll vor das Verfassungsgericht. Katharina Saalfrank alias "Die Super Nanny" (Foto: imago)

Katharina Saalfrank alias "Die Super Nanny" (Foto: imago)

Die nordrhein-westfälische Medienaufsicht strebt ein Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts zur Menschenwürde im Fernsehen an. Für einen Musterprozess würde sich eine umstrittene Szene aus der RTL-Reihe "Die Super Nanny" anbieten, sagte Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Köln. In der kritisierten Szene geht es nach Darstellung Brautmeiers darum, dass eine Mutter ihre fünfjährige Tochter mehrfach schlägt und beschimpft, was die "Super Nanny" selbst als "Kindesmisshandlung" bewertet habe. "Das ist aus unserer Sicht ein Verstoß gegen die Menschenwürde", sagte Brautmeier. "Da hätte der Kameramann oder der Redakteur, der danebenstand, eingreifen müssen."

Auf Geheiß der Kommission Jugendmedienschutz verhängte die LfM deshalb ein Bußgeld gegen RTL in Höhe von 15.000 Euro. Dagegen reichte der Privatsender Klage beim Kölner Verwaltungsgericht ein. "Ich hätte Interesse daran, dass dieser Fall vor Gericht weiter verhandelt wird", sagte Brautmeier. "Vielleicht bis in die höchste Instanz vors Bundesverfassungsgericht, damit wir Kriterien und größere Klarheit für unsere Aufsichtsarbeit bekommen."

Menschenwürde ein sehr dehnbarer Begriff

RTL hat sich jedoch mittlerweile entschieden, die Klage zurückzuziehen und das Bußgeld zu zahlen. Dies sei keineswegs als Schuldeingeständnis zu verstehen, sagte RTL-Sprecher Christian Körner. "Wir sind davon überzeugt, dass wir die Menschenwürde von niemandem verletzt haben." Ein am Donnerstag veröffentlichtes LfM-Gutachten zu Fernsehen und Menschenwürde ergab vor allem, dass es im Einzelfall meist schwierig ist, Verstöße zu belegen - eben weil die Rechtssituation so unklar ist. Menschenwürde sei ja ein sehr dehnbarer Begriff, sagte Brautmeier. "Je mehr wir dazu haben, desto konkreter können wir sagen: Hier ist eine Grenze, bitte nicht weiter!"

"Beim 'Dschungelcamp' weiß man, dass man Würmer essen muss"

Das Gutachten arbeite außerdem heraus, dass es bei der Bewertung eine Rolle spielen muss, ob der jeweilige Kandidat oder Beteiligte einschätzen konnte, was in der Sendung auf ihn zukomme. "Vereinfacht gesagt: Beim 'Dschungelcamp' weiß man als Mitspieler mittlerweile, dass man da Würmer essen muss", sagte Brautmeier. "Hier kann man sich dann hinterher nicht beschweren. Obwohl es auch denkbar wäre, dass eine neue Dimension erreicht wird, die man vorher so nicht absehen konnte, und das wäre dann wieder problematisch."

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