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"Polizeiruf 110 - Denn sie wissen nicht, was sie tun"

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"Polizeiruf 110" war verdammt harte Kost

24.09.2011, 09:18 Uhr | sgü, t-online.de

"Polizeiruf 110 - Denn sie wissen nicht, was sie tun". Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) spricht mit dem sterbenden Mahmud Nasiri (Sebastian Urzendowsky). (Foto: BR)

Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) spricht mit dem sterbenden Mahmud Nasiri (Sebastian Urzendowsky). (Foto: BR)

Bleierne Schwere lag auf der "Polizeiruf 110"-Folge "Denn sie wissen nicht was sie tun": Der Film spielte zum großen Teil in einem Fußgängertunnel, nachdem dort eine Bombe explodiert war. Verstörende Bilder boten sich. Menschen in Schutt und Asche, tot, sterbend, schreiend im flackernden, grellen Licht. Dazwischen Kommissar von Meuffels, wieder einmal herausragend dargestellt von Matthias Brandt, der sich mit blutender Kopfwunde und zitternden Händen auf die Suche nach den Attentätern macht.

Diese "Polizeiruf 110"-Folge war packend bis zur letzen Sekunde. Kommissar von Meuffels muss sich schon am frühen Morgen mit Fragen nach Schuld, Sühne, Glauben und Erlösung auseinander setzen. Ein Kinderschänder schießt sich in seiner unmittelbaren Nähe in den Kopf, nachdem von Meuffels ihm zuvor die Folgen seines Handelns vor Augen geführt hatte. Hat er Schuld auf sich geladen? Wenig später wird er Zeuge, wie seine Kollegen Bock und Vester ein Mädchen nach Hause schicken wollen, das einen Jungen gesehen haben will, der eine Riesenladung Sprengstoff im Rucksack mit sich trägt.

Ein Bombenattentat im Fußballstadion?

Von Meuffels sieht die Todesangst in den Augen des Mädchens und bringt seine Kollegen dazu, ihre Warnung ernst zu nehmen. Alle Register werden gezogen. LKA und Verfassungsschutz rollen an. Unterdessen führt von Meuffels Scharfsinn ihn in die Bayern Arena. Seine junge Kollegin Anna (Anna Maria Sturm) hilft ihm bei der Suche. In einem Fußgängertunnel in der Nähe des Fußballstadions erkennt er plötzlich den Rucksack des Jungen, der zuvor von einer Überwachungskamera gefilmt worden war. Anna und er jagen ihm hinterher, der Junge wirft den Rucksack von sich, drückt einen Knopf auf seinem Handy und die Bombe geht hoch.

Szenen, die sich tief in Gedächtnis eingraben

Im Folgenden spielen sich Szenen ab, die sich tief ins Gedächtnis einbrennen. Mehr als 20 Menschen sind tot. Alle sind mit grauem Staub bedeckt. Erst herrscht Dunkelheit und gespenstische Stille, dann gehen die Lampen flackernd wieder an und Schreie sind zu hören. Eine sterbende Frau mit riesiger, klaffender Kopfwunde sucht nach ihrer Handtasche. Von Meuffels versucht einen Jungen auszugraben, absolut preiswürdig gespielt von Sebastian Urzendowsky, der unter riesigen Betonplatten begraben liegt.

Ein Ungläubiger wird zum Seelsorger

Die Ärzte geben dem jungen Mahmud nur noch ein paar Stunden. Der Kommissar spricht wie ein Seelsorger mit ihm. Mahmud ist berührt von seiner Anteilnahme und Menschlichkeit und öffnet sich. Sie führen ein intensives und anspruchsvolles Gespräch über die verzweifelte Suche nach den eigenen Wurzeln und dem Streben nach Erlösung im Glauben. Von Meuffels hat seinen Glauben an Gott verloren, glaubt aber an die Menschlichkeit und benennt ein tief greifendes Manko unserer Gesellschaft: "Es läuft so vieles schief. Schuld sind immer nur die anderen. Und ändern sollen sich nur die anderen. Die anderen lügen und die anderen betrügen."

Der Attentäter will nur Erlösung

Irgendwann erkennt er, dass er den Bombenattentäter vor sich hat. Und ihn dennoch beim Sterben nicht alleine lassen will. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen. Mahmud fühlt sich von seinen Eltern und allen Menschen, die ihn umgeben, verraten und verkauft, will durch seine Bluttat Erlösung finden und endlich "nichts" sein. Draußen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Es stellt sich heraus, dass es einen weiteren Bombenattentäter gibt.

Harte Kost, mehr Kammerspiel als Krimi

Bei der Suche nach dem zweiten Jungen müssen das LKA und der Verfassungsschutz feststellen, dass ihnen schwerwiegende Fehler unterlaufen sind. Ab diesem Moment arbeiten sie nur noch daran, diese zu vertuschen. Der Einzige, der daran interessiert ist, die Wahrheit des Falles ans Licht zu bringen, ist von Meuffels. Aber er ist nur ein kleines Rädchen im Getriebe und kann gegen die korrupten Großmühlen rein gar nichts ausrichten. So lässt dieser "Polizeiruf" den Zuschauer mit einem beklemmenden Gefühl in der Brust zurück. Das war harte Kost, mehr Kammerspiel als Krimi. Gut, dass so etwas in einer großen deutschen Krimireihe noch möglich ist.

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