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MDR-Rundfunkrat befasst sich mit Fernsehballett-Auftritt in Tschetschenien

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MDR-Rundfunkrat befasst sich mit Fernsehballett-Auftritt in Tschetschenien

18.10.2011, 13:11 Uhr | dapd / LS, t-online.de, dapd

MDR-Rundfunkrat befasst sich mit Fernsehballett-Auftritt in Tschetschenien. Der Tschetschenien-Auftritt des MDR-Balletts beschäftigt jetzt Sender, Bundestag und Rundfunkrat. (Quelle: dpa)

Der Tschetschenien-Auftritt des MDR-Balletts beschäftigt jetzt Sender, Bundestag und Rundfunkrat. (Quelle: dpa)

Der Auftritt von sechs Tänzerinnen und Tänzern des MDR-Fernsehballetts in Grosny, der Hauptstadt von Tschetschenien, zieht weitere Kreise. Nach dem Vorsitzenden des Bundestags-Ausschusses für Menschenrechte, Tom Koenigs (Grüne), kritisierte nun auch der Vorsitzende des MDR-Rundfunkrates, Johannes Jenichen, die Teilnahme von Mitgliedern des Balletts an einer Gala für den tschetschenischen Diktator Ramsan Kadyrow. "Das geht nicht", sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung". "Der Rundfunkrat ist da wachsam." Das Gremium werde sich mit der Affäre befassen, so Jenichen weiter.

Derlei Skandale würden den öffentlich-rechtlichen Rundfunk beeinträchtigten, wird Jenichen weiter zitiert. "Man kann sich schlecht auf eine 40-prozentige Beteiligung rausreden, wenn das Ballett den Namen des MDR trägt. Und man muss darüber nachdenken, wie so etwas in Zukunft vermieden werden kann." Grünen-Politiker Tom Koenigs will den Ballettauftritt im Parlamentsgremium für Menschenrechte zur Sprache bringen. Er nannte den Auftritt "mehr als eine Blauäugigkeit. Der Mitteldeutsche Rundfunk ist eine öffentliche Anstalt, die eine gewisse Verantwortung hat." Auch der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, habe Aufklärung gefordert. Den Sender-Verantwortlichen fehle offenbar das nötige "Fingerspitzengefühl", erklärte er nach Angaben der Zeitung.

Human Rights Watch: Urteile des Europäischen Gerichtshofs werden in Tschetschenien nicht umgesetzt

Hugh Williamson, Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch für Europa und Zentralasien, sagte auf Anfrage von t-online.de: "Es ist richtig, dass der Bundestag das thematisiert, wenn deutsche Künstler involviert sind." Konkret zum MDR-Ballett wolle man sich aber erst äußern, wenn man weitere Informationen zu dem Vorfall beim Sender eingeholt hat. Zu den Vorwürfen der Menschenrechtsverletzungen in der russischen Teilrepublik durch die Regierung von Ramsan Kadyrow sagte Williamson: "Regierungsgegner werden entführt und ermordet. Das können wir dokumentieren. Es gibt beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg mehrere Klagen und auch Urteile gegen Russland mit Bezug auf Verbrechen in Tschetschenien. Aber Moskau und Grosny setzen diese nicht um."

Kadyrow ein Auftragsmörder?

Schlagzeilen machte auch der Mordfall Umar Israilow. Der tschetschenische Flüchtling wurde am 13. Januar 2009 in Wien erschossen, nachdem er in Straßburg ein Verfahren gegen Ramsan Kadyrow wegen Foltervorwürfen in die Wege geleitet hatte. Im Juni 2011 wurden die drei Angeklagten in dem Fall zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Ein Rechtshilfeansuchen an Russland bezüglich des mutmaßlichen Todesschützen und des wahrscheinlichen Auftraggebers Präsident Ramsan Kadyrow wurde nicht beantwortet.

Stars seien naiv

Dass internationale Stars aus dem Showbiz nicht wüssten, wie es um die Menschenrechte in der russischen Teilrepublik bestellt ist, hält Hugh Williamson für naiv. "Wir kommentieren nicht den Bildungsstand der Stars zu Tschetschenien. Aber wenn man dahin fährt, denkt man an seine eigene Sicherheit. Und in dem Zusammenhang sollte man von den Zuständen dort erfahren", sagt er zu t-online.de

MDR verlangt Konsequenzen von Fernsehballett-Gesellschaft

Der MDR verlangt unterdessen Konsequenzen aus dem Auftritt des MDR-Fernsehballetts in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny am 5. Oktober. "Dieser Auftritt hat dem Ballett, seinen Gesellschaftern und dem MDR in der Öffentlichkeit großen Schaden zugefügt", erklärte der Sender am Montag in Leipzig. In einer Gesellschafterversammlung des Fernsehballetts solle über Konsequenzen beraten werden. Der Sender sei über seine Tochter Drefa Media Holding mittelbar zu 40 Prozent an der Fernsehballett-Gesellschaft mit Sitz in Berlin beteiligt. Das Management sowie das Ensemble seien deshalb keine Angestellten des aus Rundfunkgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Tänzer wurden von einer Agentur gebucht

Die Ballettleitung habe dem Sender mitgeteilt, dass sechs Tänzerinnen und Tänzer über eine Agentur als Umrahmung für einen zwanzigminütigen Auftritt eines Zauberkünstlers in Grosny gebucht gewesen sei. Dafür habe es ein marktübliches Honorar im mittleren vierstelligen Bereich gegeben. Die Veranstaltung sei als Einweihung eines Gebäudekomplexes angekündigt gewesen. Auf der Feier waren auch Schauspieler wie Hilary Swank und Jean-Claude van Damme sowie Heidi Klums Ehemann Seal aufgetreten. Die zweifache Oscar-Preisträgerin Swank entschuldigte sich inzwischen für den Auftritt.

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