10.01.2012, 13:47 Uhr | SKO, t-online.de
Mit seinem neuen Verbraucherformat "Markencheck" hat das Erste ganz offensichtlich ins Schwarze getroffen - und nebenbei auch noch Günther Jauchs Erfolgsquiz "Wer wird Millionär?" geschlagen. Die gestrige Auftaktsendung "Der Lidl-Check", die die ARD ab 20.15 Uhr ausstrahlte, hat mit 6,31 Millionen überraschend viele Zuschauer vor die TV-Geräte gelockt. Dies entspricht einem fantastischen Marktanteil von 18,5 Prozent. Sogar Günther Jauch, der mit seiner RTL-Show immer wieder für den Tagessieg beim Quotenranking gut ist, konnte da nicht mithalten und musste sich mit knapp über sechs Millionen Zuschauern begnügen, wie das Medienmagazin "DWDL.de" berichtet.
Völlig überraschend waren die guten Einschaltquoten der neuen "Markencheck"-Reihe des Ersten aber nicht. Den Informationen zufolge war diese nämlich schon beim WDR, der die Reihe zuerst ausstrahlte, ein Riesenerfolg. Im Sendegebiet des WDR habe der Sender mit seinem Check des Discounters Lidl im vergangenen Sommer rund 20 Prozent der Zuschauer erreicht. Seit gestern ist die Reihe nun im Ersten zu sehen, und zwar jeweils montags. Man darf also bereits jetzt gespannt sein, ob sich an den kommenden Montagen ähnlich viele Zuschauer einschalten, wenn dabei der Fastfood-Gigant McDonald's und der Modeanbieter H&M unter die Lupe genommen werden.
Aber noch einen Grund zur Freude hat der "Lidl-Check" dem Ersten beschert. Denn nicht nur beim Gesamtpublikum konnte der Sender damit punkten, sondern überraschenderweise auch bei den jungen Zuschauern der 14- bis 49-Jährigen, die für die ARD in der Regel schwerer zu erreichen sind. 2,21 Millionen junge Zuschauer sahen sich die Sendung an, was einem Marktanteil von ebenfalls überragenden 17 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Günther Jauch kam mit seiner Show bei den jungen Zuschauern nicht über einen Marktanteil von 15,5 Prozent hinaus.
Beim "Lidl-Check" gingen die Macher der Sendung unter anderem der Frage nach, ob der Discounter seinem Motto "Lidl lohnt sich" entsprechend wirklich preisgünstiger ist als seine Konkurrenz. Eines der Ergebnisse fasste Filmautor Herbert Kordes gegenüber dem "Handelsblatt" zusammen: "Wir haben die Preise der Warenkörbe mit 35 Produkten verglichen. Bei Lidl kostete es knapp 52 Euro. Der Preisunterschied zum teuersten Supermarkt, Rewe, betrug gerade mal 1,70 Euro." Noch überraschender fiel das Ergebnis beim verschlankten Warenkorb aus, der ausschließlich Eigenmarken enthielt. Sowohl bei Lidl, Aldi, Rewe und Netto belief sich der Preis exakt auf 12,86 Euro. Die Erklärung liefert Matthias Queck von der Frankfurter Marktforschung Retail Planet: "Senkt einer der Discounter seinen Preis, ziehen die Wettbewerber oft innerhalb weniger Stunden nach."
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