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"Das Philosophische Quartett": Philosophenzoff beim ZDF

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Philosophenzoff beim ZDF

09.05.2012, 15:43 Uhr | dpa/LS, dpa

Der Philosoph Peter Sloterdijk (64) hat seinen Fernsehnachfolger Richard David Precht (47) verbal angegriffen und ihn einen "Popularisator" genannt, dessen "Klientel der von André Rieu gleicht". Der Grund für die zornigen Worte ist die bevorstehende Absetzung des "Philosophischen Quartetts" im ZDF.

Sloterdijk, der um 00.10 Uhr in der Nacht vom 13. auf den 14. Mai zum letzten Mal die ZDF-Sendung "Das Philosophische Quartett" moderiert, sagte der Wochenzeitung "Die Zeit": "Precht ist vom Handwerk her Journalist und als solcher Popularisator von Beruf. Ob er wirklich, wie das ZDF annimmt, zu einer Verjüngung des Publikums beitragen wird, bezweifle ich allerdings. Seine Klientel gleicht eher der von André Rieu, den hören auch vor allem Damen über 50 in spätidealistischer Stimmung."

ZDF will mit Precht neue Wege gehen

Das ZDF hatte am 26. März mitgeteilt: "Es war eine schöne Zeit, wir haben Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski viel zu verdanken. Wir haben mit den beiden Spitzenphilosophen eine unverwechselbare Marke im Kulturfernsehen gesetzt. Es ist nun aber doch die Zeit gekommen, dass wir im Zeichen des Wandels im ZDF nach zehn Jahren neue Wege gehen wollen."

Sloterdijks Co-Moderator Rüdiger Safranski (67) sagte über den Bestseller-Autor Precht ("Wer bin ich - und wenn ja wie viele?"): "Wir wissen ja noch nicht genau, wie die Sendung aussehen soll, eine Art Magazin. Ich wünsche ihm alles Glück der Welt."

Kritik an der Art und Weise der Absetzung

Die beiden Philosophen und Autoren beschweren sich im "Zeit"-Interview über das ZDF, das sie erst am Vorabend der vergangenen Sendung (25. März) über die bevorstehende Absetzung unterrichtet habe. Safranski: "Die Form des Abschieds stimmte natürlich nicht. Man hätte vorher über die Pläne mit uns reden müssen. Das war ganz einfach stillos."

Sloterdijk fügte hinzu: "Nach über zehn Jahren Zusammenarbeit wäre ein Gespräch über eine gemeinsame Ausstiegsperspektive nicht unangemessen gewesen. Dass der neue Intendant Thomas Bellut sich in einer seiner ersten Amtshandlungen das 'Quartett' vornehmen würde, war uns allerdings von vornherein klar."

In der 63. und letzten Ausgabe von "Das Philosophische Quartett" diskutieren Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski mit dem Schriftsteller Martin Walser und dem Verleger Michael Krüger (Carl Hanser Verlag) das Thema "Die Kunst des Aufhörens".

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