29.08.2012, 13:03 Uhr | dpa, dpa
Schon seit einem Jahr übt Günther Jauch jetzt den Spagat zwischen zwei Sendern. Doch für den erfolgsverwöhnten 56-Jährigen sieht es zurzeit weder bei RTL noch bei der ARD besonders rosig aus. Sein RTL-Quiz "Wer wird Millionär?" (WWM) hat mit allmählich bröckelnden Quoten zu kämpfen, sein ARD-Polittalk wurde senderintern kritisiert. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa sagt der Moderator, was er davon hält.
Wie auch andere RTL-Programme leidet das Quiz "Wer wird Millionär?" unter rückläufigen Marktanteilen unter jüngeren Zuschauern - Haben Sie eine Rezeptur, die der Entwicklung Einhalt gebieten kann?
Jauch: "Ich bin dagegen, eine Sendung wie WWM nur noch auf eine bestimmte Zielgruppe zuzuschneiden. Die Sendung ist ein Programm für die ganze Familie. Schwankungen hat es in 13 Jahren immer gegeben. Trotzdem gilt bis heute, dass fast jede WWM-Folge die quotenstärkste Fernsehsendung des Tages überhaupt ist. Insofern besteht ein Grund zur Wachsamkeit, aber keiner zu hektischen Neupositionierungen."
Unterliegt das Genre Quiz ähnlichen Popularitätszyklen wie Casting-, Daily-Talks oder Gerichtsshows? Oder bleibt es ewig populär?
Jauch: "Ewig bleibt im Fernsehen, außer Sport und Nachrichten, gar nichts populär. WWM ist schon ein Fernsehklassiker, und es hängt allein vom Publikum ab, ob das noch lange so bleibt. Ich bin da aber sehr zuversichtlich."
Der Tod von Fragen-Erfinder Günter Schröder hat im Sommer in der Produktionsbranche Bestürzung ausgelöst. Haben Sie den Eindruck, dass das Team den Verlust verschmerzt hat?
Jauch: "Den Verlust werden wir nie verschmerzen. Aber die Redaktion wird in seinem Sinne weiter die Fragen entwickeln. Noch haben wir viele Fragen, die seine ganz persönliche Handschrift tragen. Die Kollegen haben den 'Günter-Schröder-Duktus' zum Glück ganz gut drauf."
Sie machen jetzt schon ein Jahr lang den Spagat zwischen RTL und der ARD - ist dieses Modell für Sie eine langfristige Lösung nach den Erfahrungen einer TV-Saison?
Jauch: "Das hoffe ich und daran arbeite ich weiter."
Manche ARD-Gremien - Sie sagten früher ja mal 'Gremlins' - haben Ihre ARD-Talkshow kritisiert. Sie betrieben 'Stimmungsmache', Einspieler 'gaukeln eine vermeintliche Realität vor', in den Fragen würden die Antworten vorweggenommen. Können Sie diese Kritik nachvollziehen?
Jauch: "Nein, aber es steht jedem frei, anderer Meinung zu sein."
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29.08.2012, 13:03 Uhr | dpa, dpa
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