05.09.2012, 11:32 Uhr | dapd/JK/jho/dpa, dpa, dapd
Mit neuem Schwung ist Harald Schmidt aus seiner Senderwechsel-Sommerpause zurückgekehrt und hat ein Comeback in seiner "neuen Heimat" Sky hingelegt. Logo, Schreibtisch, Studio, Stichwortgeber, anspruchsvolle Gäste, die Helmut-Zerlett-Band - all das zeichnet die Show seit Jahren aus und Schmidt hatte im Vorfeld keinen Zweifel daran gelassen, nichts ändern zu wollen. Dennoch wirkte der Entertainer in seiner insgesamt 1.700. Show befreit und gut aufgelegt wie lange nicht mehr.
Leider feierte er sein Comeback aber beinahe ohne Publikum: Von den rund drei Millionen Abonnenten des Pay-TV-Senders wollten auf Sky Hits gerade einmal 20.000 Harald Schmidt sehen, meldet der Sender laut dem Medienmagazin "dwdl.de". Der Marktanteil lag damit bei 0,1 Prozent. Ein gelungener Einstand sieht definitiv anders aus. Im Gegenteil, die Zahlen müssen selbst für Pay-TV-Verhältnisse als Flop gewertet werden. Der enorme Medienrummel im Vorfeld der Show hat sich offensichtlich nicht ausgezahlt.
Sky betont hingegen, dass die endgültige Quote der Show höher liegt, weil sie über verschiedene Ausspielungskanäle ausgestrahlt wird. Der Sender spricht von einer Netto-Reichweite von 60.000 Zuschauern - das ist die Zahl der Abonnenten, die mindestens eine Minute lang die Show sahen. "Wir sind sehr zufrieden mit dem gestrigen Start", sagte ein Sprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Harald Schmidt passe "perfekt zur Strategie von Sky, die konsequent Qualität und nicht Quote in den Mittelpunkt stellt", wurde der Programmchef Sky Deutschland, Gary Davey, in einer Mitteilung zitiert.
Die knapp 200 Zuschauer im Studio dagegen feierten Schmidt schon beim Warm-Up und er zeigte anschließend das, was er in seiner Show am besten kann: aktuelle Pointen, Spontanität mit seinem Side-Kick Klaas Heufer-Umlauf und interessante Talk-Gäste. Den Streik der Flugbegleiter der Lufthansa kommentierte Schmidt: "Aus Solidarität mit den Stewardessen habe ich mir heute selbst Kaffee in den Schritt gegossen." Gewohnt zynisch sein Kommentar zur Diskussion um Altersarmut: "Mir ist es lieber, dass ein Rentner vor mir in der Mülltonne wühlt als im Supermarkt nach dem Kleingeld."
Genüsslich zelebrierte Schmidt dabei selbst die Tatsache, das er seit 1995 nach je zwei Spielzeiten bei Sat.1 (1995-2003 und 2011-2012) und ARD (2004-2007 und 2009-2011) nun bereits beim dritten Sender solo auftritt. Alle Mitarbeiter (außer Schmidt selbst) trugen schwarze Armbinden mit einem dicken "Sky"-Aufdruck. Vor der Studio-Tür hatte das Team ein Drehschild angebracht, auf welchem Sat.1, ARD, RTL und schließlich Sky zu lesen war.
"Wir haben lange über Veränderungen gesprochen und viele Optionen diskutiert", sagte Sky-Programmchef Gary Davey nach der Sendung der Nachrichtenagentur dapd: "Aber am Ende haben wir uns gefragt: Warum? Wir wollen die Show zeigen, die die Leute lieben und haben uns deswegen entschieden, nichts zu ändern." Harald Schmidt selbst hatte Fragen nach Neuerungen im dapd-Interview vor der Show gewohnt selbstbewusst verneint: "Das wäre ja als ob sie zur Kirche gehen und fragen, ob die Liturgie geändert wird."
Pay-TV-Sender Sky ist mit der Verpflichtung von Harald Schmidt wenig Risiko eingegangen, hat mit dem Entertainer aber endlich ein Gesicht für den Sender neben "König Fußball" gefunden. Die "Harald Schmidt Show" läuft dienstags bis donnerstags um 22.15 Uhr auf Sky Hits sowie um 23.00 auf Sky Atlantic HD.
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05.09.2012, 11:32 Uhr | dapd/JK/jho/dpa, dpa, dapd
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