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"Walulis sieht fern": Erst analysieren, dann parodieren

14.09.2012, 14:40 Uhr | Lars Schmidt, t-online.de

"Walulis sieht fern". Philipp Walulis analysiert und parodiert TV-Müll. (Quelle: SWR/Gert Krautbauer)

Philipp Walulis analysiert und parodiert TV-Müll. (Quelle: SWR/Gert Krautbauer)

Sein Motto lautet "Fernsehen macht blöd - aber unglaublich viel Spaß!". Sein Video "Der typische Tatort in 123 Sekunden" wurde im Internet schnell zum Kult - mit über einer halben Million Abrufen bei Youtube. Nach Grimme-Preis-Gewinn und dem Wechsel seiner Show "Walulis sieht fern" von Tele5 zu Eins plus (ab 26.09., 20.15 Uhr) macht sich Philipp Walulis nun daran, mit neuen Folgen den ganzen Irrsinn im deutschen Fernsehen humorvoll zu analysieren und genüsslich zu parodieren. Frech, frisch und unheimlich lustig. Wir trafen den 32-Jährigen zum Interview.

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t-online.de: Herr Walulis; was erwartet die Zuschauer ab dem 26.9. in Ihrer Sendung „Walulis sieht fern“ bei Eins plus? Auf welche Parodien können sich die Zuschauer freuen?

Philipp Walulis: Wir werden uns sehr detailliert mit Rosamunde Pilcher und Reinhold Beckmann beschäftigen. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist also  vor uns nicht sicher - nur weil wir jetzt bei der ARD sind. Das Privatfernsehen wird aber auch unter die Lupe genommen - Sendungen wie das Dschungelcamp oder „Der Bachelor“, schauspielerische Leistungen wie bei „Lenßen & Partner“. Und dann gibt es erstmals etwas Investigatives. Ich habe den Diamond of Eternity ausprobiert. Das ist ein Stein, von dem der Verkäufer bei Astro-TV verspricht, dass er das Böse vertreibt. Und ich habe die Frau ausfindig gemacht, die auf einem Vorher-Nachher-Bild  gezeigt wird und gefragt, ob sie den 100 Euro teuren Stein wirklich benutzt hat.

t-online.de: Und - hat’s funktioniert?

Philipp Walulis: Mein subjektives Gefühl ist, dass das Ding bei mir nicht funktioniert hat. Aber mehr möchte ich natürlich noch nicht verraten. 

t-online.de: Haben Sie ein Lieblingsgenre im Fernsehen, das Sie besonders gern parodieren?

Philipp Walulis: Sehr dankbar sind immer Sendungen, die sich selbst unglaublich ernst nehmen. Obwohl das, was sie machen, totaler Blödsinn ist. Zum Beispiel eine „Hart aber fair“-Sendung, in der es um das triviale Thema Baumarkt ging. Da hat man den Anspruch, eine ernste Politik-Talkshow zu sein, und dann sägt Sonya Kraus den Tresen an und man analysiert Blumenerde.

t-online.de: Thomas Gottschalk beim „Supertalent“, Markus Lanz bei „Wetten, dass..?“  – was erwarten Sie vom deutschen TV-Herbst? Worauf freuen Sie sich am meisten?

Philipp Walulis: Ich freue mich natürlich sehr auf den großen Showdown zwischen Lanz und Gottschalk - also wenn das erste Mal „Wetten, dass..?“ und „Das Supertalent“ parallel laufen. Dabei muss ich zugeben, dass ich ganz klar auf der Seite von Markus Lanz stehe. Weil mir Thomas Gottschalk mit seinem Wechsel zum sonst so von ihm verteufelten „Supertalent“ sehr suspekt geworden ist. Damit hat Gottschalk für mich eine neue Maßeinheit geschaffen. Das „Nicht wissen, wann man aufhören soll“-Maß. 

t-online.de: Glauben Sie denn, dass Markus Lanz „Wetten, dass..?“ neues Leben einhauchen kann?

Philipp Walulis: Wenn das Fernsehen noch irgendetwas hat, was die Menschen bewegt, es live anzuschauen und nicht hinterher in den Mediatheken, dann müssen das Live-Events wie Sport oder große Shows sein. Somit hat man Lanz noch auf den lebendigsten Ast des Fernsehens gesetzt. Aber ob es da große Änderungen gibt? Ich glaube, „Wetten, dass..?“ ist wie ein großer Tanker, bei dem man nur langsam den Kurs ändern kann und der schon direkt auf die Küste zufährt.

t-online.de: Wäre „Wetten, dass..?“ Ihnen damit in der Zukunft eine Parodie wert?

Philipp Walulis: Tendenziell wäre das sehr schön. Aber leider kommt da unser Dasein als kleine Nischenproduktion zum Tragen. Selbst eine Parodie eines so großen Formats können wir uns nicht leisten. Daher bleibt uns nichts übrig, als dieser Show interessiert und mit Schrecken zuzusehen. 

t-online.de: Das Privatfernsehen wimmelt vor Scripted-Reality, die Öffentlich-Rechtlichen werden immer seichter – lohnt es sich überhaupt noch fernzusehen?

Philipp Walulis: Was sich nicht mehr lohnt ist, sich einfach hinzusetzen, den Fernseher einzuschalten und zu schauen, was denn so kommt. Da wird man hochgradig enttäuscht, besonders am Nachmittag. Es gibt noch viele wunderbare Perlen im TV. Die muss man aber gezielt suchen. 

t-online.de: Was war das schlimmste, was sie in diesem Jahr im TV gesehen haben?

Philipp Walulis: Auf der moralischen Ebene war es wirklich dieser Glückssteinverkäufer. Die Kombination aus Astro-TV und Shoppingkanal war absolut schrecklich, weil die armen Anrufer beim Astro-Fernsehen auch noch mit Verkaufstricks geködert werden. Inhaltlich waren es die Scripted-Reality-Formate bei RTL und Sat.1. Da kommt man ganz schnell an die Grenzen des Erträglichen, weil die Protagonisten für die Belustigung des Publikums missbraucht werden. Wir haben zum Beispiel ein und dieselbe Darstellerin sowohl bei RTL als auch bei Sat.1 entdeckt. Und sie macht bei beiden Sendern auch noch dasselbe - sie sprüht sich Sahne mit einer Sprühsahnedose in den Mund. Nicht anders funktioniert es bei den Kuppelshows. Wenn ich da einen 50-Jährigen mit Glatze und Schnappatmung präsentiere, will ich dem doch nicht helfen, sondern die Lacher mitnehmen.

t-online.de: Und was war das Beste?

Philipp Walulis: Ich bin ein großer Fan von „Switch Reloaded“. Ansonsten mag ich „Frontal 21“ oder „Quer“ vom Bayerischen Rundfunk. Da kann ich noch was lernen und freue mich über die Verwendung meiner Gebühren.

t-online.de: Nach Ihrem Fortgang von Tele5 geht dort jetzt Oliver Kalkofe mit seiner „Mattscheibe“ auf Sendung. Hätten Sie je gedacht, dass jemand, der das Parodieren von TV-Sendungen im deutschen Fernsehen salonfähig gemacht hat, Ihr Nachfolger wird?

Philipp Walulis: Nein. Das ist eine unglaubliche Ehre. Oliver Kalkofe ist der Held meiner Jugend. Ich habe seine „Mattscheibe“ immer gern gesehen. Die Sendung gehört ja schon zum Kulturgut. Dass er uns bei Tele5 folgt, ist grandios. Besonders, weil die „Mattscheibe“ so lange nicht zu sehen war.

t-online.de: Mit „Walulis sieht fern“, „Kalkofes Mattscheibe“ und „Switch Reloaded“ nehmen in den nächsten Wochen also gleich drei Formate den TV-Müll auf die Schippe. Sind doch gute Aussichten, oder?

Philipp Walulis: Auf jeden Fall. Als einigermaßen intelligenter Mensch kann man diesen Herbst die eine oder andere Sendung finden, die einem Freude bereitet und nicht nur weinen lässt.

TV-Tipp: "Walulis sieht fern", ab 26.09.2012 immer mittwochs um 20.15 Uhr bei Eins plus, Wiederholung um 22.15 sowie am darauffolgenden Tag um 13.15 und 22.45 Uhr.

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