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"Der Turm": Jan Josef Liefers' Reise in die eigene Vergangenheit

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"Der Turm": Jan Josef Liefers' Reise in die eigene Vergangenheit

02.10.2012, 12:30 Uhr | LS/dpa/dapd, dpa, dapd, t-online.de

"Der Turm": Jan Josef Liefers' Reise in die eigene Vergangenheit . Jan Josef Liefers spielt in "Der Turm" den Chirurgen Richard Hoffmann. (Quelle: MDR/teamWorx/Nik Konietzny)

Jan Josef Liefers spielt in "Der Turm" den Chirurgen Richard Hoffmann. (Quelle: MDR/teamWorx/Nik Konietzny)

Wenn ab Mittwoch (3. Oktober, 20.15 Uhr) Uwe Tellkamps DDR-Epos "Der Turm" als TV-Zweiteiler in der ARD zu sehen ist, sieht man ein Schauspielensemble, das zum größten Teil einen ganz persönlichen Bezug zu dieser Geschichte hat: Viele der Darsteller wuchsen in der DDR auf und bringen eigene Erinnerungen an dieses Land ein. So wie Jan Josef Liefers, der in der "Bild"-Zeitung über sein Abiturverbot und seine Rede kurz vor dem Mauerfall auf dem Alexanderplatz sprach.

Die Zeit von 1982 bis 1989, in der die Geschichte von "Der Turm" in Dresden spielt, erlebte Liefers als "durchwachsen". "Einerseits Glasnost und Perestroika mit Gorbatschow, andererseits die totale Verweigerungshaltung der DDR-Regierung. Die 80er-Jahre waren das Jahrzehnt, in dem viel Gutes in meinem Leben seinen Anfang nahm - aber gleichzeitig der größte Frust entstand", so der 1964 in Dresden geborene Schauspieler.

"Der Turm": schwere Kost - kurzweilig zubereitet

Jan Josef Liefers spielt in "Der Turm" den Chirurgen Richard Hoffmann. Der führt ein Doppelleben zwischen seiner Villa am Elbhang und der Mietwohnung seiner Geliebten Josta (Nadja Uhl) und tut laut Liefers "ziemlich alles, was wir unsympathisch und unangenehm finden an einem Menschen". Der Chirurg reklamiere so viel Freiheit wie möglich für sich und setze das auf Kosten anderer durch. "Er ist mindestens genauso ein großer Despot wie der Schuldirektor oder der Ausbildungsoffizier bei der Armee", urteilt Liefers.

Foto-Serie mit 0 Bildern

Regisseur Christian Schwochow bereitete die schwere, tausendseitige literarische Kost für ein Massenpublikum auf. Ohne ausufernde Beschreibungen und Gedankenschilderungen, dafür mit starken Bildern, kurzen Dialogen und amüsanten Szenen. Zum Beispiel, als die Ärzte im Wald die für den SED-Bezirkssekretär bestimmte Weihnachtstanne stehlen oder ein bestellter Notruf Oberarzt und Oberschwester die ideologische Heiligabendlitanei des Klinikchefs erspart.

Ebenso authentisch in Szene gesetzt wurden Fahnenappell, FDJ-Sitzung, Wehrdienst-Drill und Stasi-Methoden, der Kampf um die Ausreise, das Arrangement mit Mangelwirtschaft, Familienfeste und fröhliches Jugendleben. Im Unterschied zum Buch aber stehen Richard Hoffmann und sein Sohn Christian (Sebastian Urzendowsky) im Zentrum der Handlung. Christian leidet erst unter dem Erfolgsdruck, rebelliert aber dann: auch gegen die Obrigkeit in der Schule, beim Wehrdienst. Wie einst Jan Josef Liefers.

Liefers' große Rede

Dem heutigen "Tatort"-Star, er spielt den versnobten Gerichtsmediziner Karl-Friedrich Boerne im "Tatort" aus Münster, wurde in der DDR das Abitur verweigert, weil er nicht "freiwillig" drei Jahre zur Armee gehen wollte. "Die totale Verweigerung des Wehrdienstes kam später", erzählt er im "Bild"-Interview. Jan Josef Liefers absolvierte daher zunächst eine Tischlerlehre, bevor er doch noch Schauspielkunst studieren konnte.

Am 4. November 1989 hatte der Mime seinen bis dato größten Auftritt. Allerdings nicht am Theater. Bei der größten Demonstration der DDR am 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz stand Jan Josef Liefers hinter dem Rednerpult. "Weil die Gefahr bestand, dass die alte - frisch gewendete - DDR-Riege diese Demonstration für sich vereinnahmen könnte", erinnert er sich. "Ich sollte den Regierenden klarmachen, dass wir ihnen nicht den Mund verbieten, wie sie es mit uns taten - aber dass wir trotzdem nichts mehr mit ihnen am Hut haben." Bis zu einer Million Menschen sollen bei der Demo gewesen sein. Liefers: "Das Menschenmeer reichte bis zum Horizont. Ich versuchte nur ruhig zu bleiben und langsam zu sprechen." Fünf Tage später fiel die Mauer...

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Mittwoch und Donnerstag (3. und 4. Oktober), 20.15 Uhr, ARD

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