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"Wetten, dass..?": Thomas Gottschalk spricht nur über den Anwalt

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"Wetten, dass..?": Gottschalk bestreitet Vorwurf der Schleichwerbung

16.01.2013, 12:12 Uhr | t-online.de, dpa

"Wetten, dass..?": Thomas Gottschalk spricht nur über den Anwalt. Thomas Gottschalk weist Vorwurf der Schleichwerbung zurück.  (Quelle: dpa)

Thomas Gottschalk weist Vorwurf der Schleichwerbung zurück. (Quelle: dpa)

In der Affäre um angebliche Schleichwerbung bei "Wetten, dass..?" hat sich Thomas Gottschalk, der Ex-Moderator der Show, über seinen Anwalt zu Wort gemeldet: "Thomas Gottschalk war weder Vertragspartner der (...) erwähnten Verträge, noch war er an den Verhandlungen oder Abschlüssen beteiligt. Ihm persönlich ist daher in diesem Zusammenhang auch keinerlei Fehlverhalten vorzuwerfen, so dass es auch keinen Grund gibt, sich konkret hierzu zu äußern."

Weiter heißt es, Gottschalk treffe es schwer, dass der "Spiegel" mit einem Bericht in seiner aktuellen Ausgabe den Eindruck erwecke, er habe aufgrund von Verträgen oder Gewinnstreben den verunglückten Samuel Koch bei der Auswahl des Autos für die Wette am 4. Dezember 2010 beeinflusst. Koch sprang in der Live-Show mit speziellen Sprungfedern über fahrende Autos, stürzte und ist seitdem gelähmt.

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"Das Gegenteil ist der Fall"

Dem Mediendienst "Kress" zufolge sagte Gottschalk dazu: "Das Gegenteil ist der Fall: Ich habe bei der Probe am Tag vor der Sendung Samuel eindringlich abgeraten, über eine Limousine zu springen, und ihn mehrfach beschworen, sich mit den kleinen Smarts zufrieden zu geben. Michelle Hunziker hat versucht mich dabei zu unterstützen. Ich wünschte nichts sehnlicher, als dass Samuel damals auf uns gehört hätte."

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hat berichtet, die von Thomas Gottschalks Bruder Christoph gegründete Firma Dolce Media biete seit Jahren die Möglichkeit, für Millionensummen verbotene Reklame in Deutschlands populärster Fernsehshow "Wetten, dass..?" zu platzieren.

Angeblich keine Erkenntnisse

Der Vorwurf stößt auch beim ZDF auf heftige Empörung. Es gebe "keine Erkenntnisse", dass es bei den Gewinnspielen Schleichwerbung gegeben habe, teilte der Sender mit. Nach einem Bericht von "Spiegel Online" soll sich dennoch der ZDF-Fernsehrat am 8. März mit den Vorgängen bei Deutschlands größter Fernsehshow befassen.

Wie es vom ZDF weiter heißt, habe es lediglich in einer Ausgabe im November 2007 eine "grenzwertige Preispräsentation" gegeben. Nach der Sendung habe der damalige Programmdirektor und heutige Intendant Thomas Bellut die Redaktion sowie Moderator Thomas Gottschalk auf die Gewinnspielregeln des Senders hingewiesen.

"Gewinnspiele rechtlich abgesichert"

Derweil betonte die im Bereich der TV-Werbeintegration tätige Firma Dolce Media von Christoph Gottschalk, dass das Unternehmen zu keinem Zeitpunkt Rechtsvorschriften verletzt habe. "Insbesondere ist die Durchführung von Gewinnspielen rechtlich abgesichert. Hierzu gehört auch, dass der Gewinngegenstand präsentiert werden darf." Dolce Media habe gegenüber dem ZDF zu keinem Zeitpunkt Vorgaben gemacht, die die redaktionelle Freiheit des Senders berührten.

Allerdings erwähnte Dolce Media auch: "Es ist richtig, dass Dolce Media für Unternehmen wie Daimler, Solarworld und Audi Leistungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit teils erbracht hat, teils weiterhin erbringt." Christoph Gottschalk sei gegenwärtig auf einer Auslandsreise, sagte ein Sprecher. "Er kann sich erst nach seiner Rückkehr in die Aufklärung einschalten."

Nach ZDF-Angaben beschaffte Dolce Media für die Sendung die Gewinnspielpreise. Außerdem habe das Unternehmen "Wetten, dass..?" vermarktet, etwa mit einem eigenen Magazin.

Alter Vertrag als Grundlage?

Grundlage für die Anschuldigungen des "Spiegels" ist laut ZDF ein alter Vertrag zwischen Dolce Media und dem Automobilkonzern Daimler aus dem Jahr 2003. Das ZDF selbst kenne von diesem nur einen Entwurf. Darin seien Passagen enthalten, die den Eindruck einer Einflussnahme auf redaktionelle Inhalte erwecken könnten. 2004 habe der Sender seine Kooperationspraxis geändert.

Die Zusammenarbeit mit Dolce Media lief laut ZDF mit dem Ausscheiden Thomas Gottschalks aus. Der Sender vermarkte die "Wetten, dass..?"-Lizenzen seither über ein Tochterunternehmen. Gewinnspielpreise beschaffe Dolce Media allerdings vertragsgemäß noch bis zum Sommer 2013.

Nun soll sich der ZDF-Fernsehrat mit den Vorgängen befassen: "Weil das Gebot der redaktionellen Unabhängigkeit und das Verbot der Schleichwerbung essenzielle Grundlagen der Programmarbeit des ZDF darstellen", sagte dessen Vorsitzender, der CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz, "Spiegel Online". Dann werde das Gremium überlegen, welche Schlussfolgerungen zu ziehen seien.

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