04.02.2013, 07:44 Uhr | CK, dapd, t-online.de
Dschungelkönig Joey Heindle (mi.) und die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich. (Quelle: RTL/Stefan Menne)
Die Nominierung des Dschungelcamps für den Grimme-Preis sorgte diese Woche nicht nur für verblüffte Schlagzeilen, sondern auch für einen Ausraster der Schauspielerin Katrin Sass bei Markus Lanz. Trotz der Aufregung hält das Grimme-Institut jedoch an der Nominierung fest und äußerte sich nun auf seiner Webseite offiziell zu den Diskussionen.
"Noch nie waren die Reaktionen auf einen Zwischenstand im Preisverfahren so heftig und so mehrheitlich ablehnend, bis zu tiefster Empörung", erklärte Institutsdirektor Uwe Kammann in einem offiziellen Statement. "Solche Kritik lässt die Verantwortlichen für den Preis nicht unberührt, selbstverständlich ist sie sehr ernst zu nehmen." Auch sei die Kritik verständlich. "Denn viele äußere Erscheinungen und Vorgänge des 'Dschungelcamp' sind nach herkömmlichem Empfinden ekelerregend und widerlich, verletzen für viele Menschen gewohnte Grenzen des Geschmacks."
Richtig sei aber auch: "Seit nunmehr acht Jahren nimmt eine große Anzahl von Menschen – um acht Millionen pendelnd – diese im australischen Dschungel inszenierte Show als Unterhaltung wahr." Das Dschungelcamp sei "nicht nur ein programmliches, sondern auch ein gesellschaftliches und ein individuelles Phänomen, bei einem sehr gemischten, zu einem Drittel akademisch gebildeten Publikum".
Die Unterhaltung sei ein äußerst heikles Feld, so Kammann. "Hier gehen die Einschätzungen und die Urteile am stärksten auseinander. Nirgends ist der Streit größer, je nach den Vorlieben, welche die einzelnen Zuschauer hegen, je nach soziokulturellen Einflüssen, je nach dem Geschmack auch, den sie mitbringen."
Dass das Dschungelcamp für den Grimme-Preis nominiert worden sei, bedeute nicht, dass die Nominierungskommission in diesem Jahr "zeitgeistig verlottert". Stattdessen setze sie auf ernsthafte Auseinandersetzung. "Denn die Stärke des Grimme-Preises ist nicht allein die hohe Qualitätskonstanz bei der Auswahl, sondern sie besteht auch und vor allem im Diskurs über eben diese Qualität."
Ob das Grimme-Institut mit diesem Statement die zum Teil heftigen Reaktionen auf die Nominierung besänftigen kann? Das bleibt abzuwarten. Sollte das RTL-Format "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" am 12. April aber tatsächlich mit einem Grimme-Preis bedacht werden, dürfte es noch einmal spannend werden.
Alle Infos zu "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" im Special bei RTL.de
Quelle: CK, dapd, t-online.de
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