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Wer wird Millionär?: Jura-Studentin schmeißt Kandidat Jerome raus

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Wer wird Millionär?: Publikumsjoker verzockt 124.500 Euro

08.05.2013, 07:30 Uhr | nho, t-online.de

 

Per Gedankenlesen wollte "Wer wird Millionär?"-Kandidat Jérôme Adjallé ganz groß abräumen bei Günther Jauch. Blöd nur, dass die hellseherischen Fähigkeiten des Magiers ihn ausgerechnet im entscheidenden Moment im Stich ließen. Dann hätte er nämlich gewusst, dass sein Publikumsjoker etwas zu sehr von sich selbst überzeugt war und ihm die falsche Antwort vorgab.

Magier Jérôme, der bereits am Freitag den Platz auf Jauchs Rate-Stuhl einnahm, behauptete, er könne die Gedanken seiner Zuschauer lesen. "Dann dürfte die Sendung heute für Sie ja überhaupt kein Problem sein", stellte Jauch sogleich sarkastisch fest. Und tatsächlich schaffte es der 32-Jährige fast mühelos bis zur 125.000 Eurofrage, musste erst bei Frage zehn seinen ersten Joker zücken.

Telefonjoker versus Publikumsjoker

Doch bei Frage 13 bahnte sich eine Katastrophe an. Jauch wollte von seinem Kandidaten wissen: Wer auf der "Tribüne“ Platz nimmt, tut dies der Wortherkunft zufolge eigentlich, um...? A: Gekrönt zu werden, B: Recht zu sprechen, C: Orgien zu feiern, D: Almosen zu verteilen.

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Doch Jérôme hatte bei dieser Frage keine Ahnung und musste einen Joker hinzuziehen. Zunächst war der Telefonjoker, sein alter Deutsch- und Geschichtslehrer, an der Reihe, der auf Antwort B tippte, denn "Tribüne“ käme vom Tribunal und sei deswegen mit Recht verbunden. Hundertprozentig sicher war er sich allerdings nicht. Der Berliner wollte aber auf Nummer sicher gehen und setzte auch noch den Publikumsjoker ein.

Er wählte ein junges Mädchen namens Isabelle aus dem Publikum, das ihm zum Verhängnis wurde. Die 19-jährige Jura-Studentin war sich ihrer Sache ganz sicher, immerhin habe sie großes Latinum. "Das habe ich auch, hat aber nix gebracht“, lachte Adjallé verkrampft. Dennoch erläuterte die Studentin dass es B definitiv nicht sei, sondern eher D, denn sie habe auch römische Rechtsgeschichte im Studium gehabt und außerdem immer eine 1 in Latein.

Kopfschütteln im Publikum

Jérôme musste sich entscheiden: Sollte er seinem alten Lehrer vertrauen oder der Jura-Studentin? "Ich hatte dieses Jahr römische Rechtsgeschichte und wenn der Tribun was mit Recht zu tun gehabt hätte, würde ich es wissen“, so Isabelle sehr selbstsicher. Während sie weiter einleuchtend begründete, warum D die richtige Antwort sei, schüttelte ein Mann hinter ihr im Publikum verzweifelt den Kopf. Auch die Freundin des Magiers wusste zu diesem Zeitpunkt schon, dass die Studentin auf dem Holzweg war.

"Geben Sie ihr nicht die Schuld"

Doch Jérôme bekam von all dem nichts mit und wählte Antwort D. Jauch läutete daraufhin erst einmal die Werbepause ein. Danach kam das böse Erwachen und die schlimmsten Befürchtungen der Zuschauer wurden wahr: Antwort B wäre richtig gewesen. Sowohl die junge Studentin als auch Jérôme starrten fassungslos in die Kamera als Günther Jauch gequält die richtige Antwort vorlas: "Der Begriff 'Tribüne' geht zurück auf den römischen 'tribun'. Wir kennen den Begriff Tribunal - Tribunal ist der erhöhte Platz für den Richterstuhl des Tribunen.“ Ein leises "F***" konnte sich Jérôme daraufhin nicht verkneifen.

So blieben am Ende 500 Euro für den Magier aus Berlin und null Euro für den Zusatzjoker. "Ja, das passiert. Das ist 'Wer wird Millionär?' Es tut mir leid“, resümierte Jauch am Ende und versuchte den aufgelösten Kandidaten zu trösten. "Geben Sie ihr nicht die Schuld."

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