Sie sind hier: Home > Unterhaltung > TV & Kino >

"Tatort" bleibt in Mode: ARD-Krimi beschäftigt Wissenschaftler

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Warum der "Tatort" nicht aus der Mode kommt

21.06.2013, 07:40 Uhr | dpa

"Tatort" bleibt in Mode: ARD-Krimi beschäftigt Wissenschaftler. "Tatort"-Wissenschaftler Chrsitian Hißnauer kann Lena Odenthal (Ludwigshafen) nicht mehr sehen". (Quelle: dpa)

"Tatort"-Wissenschaftler Chrsitian Hißnauer kann Lena Odenthal (Ludwigshafen) nicht mehr sehen". (Quelle: dpa)

Mit dem neuesten Fall der Bodensee-Ermittler geht am Sonntag die "Tatort"-Saison 2012/2013 zu Ende. In Göttingen befassen sich seit Donnerstag unterdessen Wissenschaftler während einer mehrtägigen Tagung mit der seit über 40 Jahren laufenden ARD-Reihe. Der Mitorganisator Christian Hißnauer glaubt an das Zukunftspotenzial des Sonntagabend-Krimis und erklärt im Interview mit der "dpa", warum der "Tatort" so schnell nicht aus der Mode kommt, welche Ermittler gar nicht mag und was sich an der Krimi-Serie ändern müsste.

Unter dem Titel "Zwischen Serie und Werk – Die ARD-Reihe Tatort im fernseh- und gesellschaftsgeschichtlichen Kontext“ diskutieren zwanzig Forscher aus verschiedenen Disziplinen in der Leinestadt. Wissenschaftler Christian Hißnauer, der dieses Projekt mit ins Leben gerufen hat, beschäftigt sich schon lange mit der Krimi-Reihe und weiß, was sie zum "wahren Gesellschaftsroman der Bundesrepublik Deutschland" macht.

Wie sich der "Tatort" verändert hat

Auf der Tagung zum "Tatort" befassen sich die Wissenschaftler zum fernseh- und gesellschaftshistorischen Kontext, in dem die 'Tatort'-Reihe steht, erklärt Hißnauer. "Interessant ist, wie der 'Tatort' sich als Reihe und Serie entwickelt hat." Dabei lassen sich im Lauf der Zeit deutliche Veränderungen feststellen: "Zum Beispiel werden die Mordopfer sehr viel drastischer gezeigt", analysiert er. "Früher waren die Leichen eher nebenbei zu sehen. Heute werden Leichen in Großaufnahme gezeigt."

"Auch die Rechtsmedizin spielte zunächst kaum eine Rolle", so Hißnauer. "Heutzutage sind Leichen in der Pathologie eher Standard. Außerdem spielt das Privatleben der Ermittler inzwischen eine viel größere Rolle. Begonnen hat das mit Schimanski, der ja oft auch persönlich in seine Fälle involviert war. Zunehmend werden auch aktuelle Themen aufgenommen. Manchmal hat man inzwischen das Gefühl, der 'Tatort' ist ein sozialpädagogisches Unterfangen."

"Ich kann Lena Odenthal nicht mehr sehen"

In der letzten Zeit kamen immer neue "Tatort"-Ermittlerteams hinzu. Dass das Publikum dem Format überdrüssig werden könnte, glaubt Hißnauer allerdings nicht. Wohl aber gebe es langweilige Folgen und nervige Ermittler. "Das ist jetzt eher mein persönlicher Geschmack. Aber ich kann Lena Odenthal (Ludwigshafen) nicht mehr sehen", erzählt er. "Das war in den neunziger Jahren eine interessante Figur. Sie ist inzwischen aber zum Klischee geronnen. Auch bei Thiel und Börne (Münster) waren die ersten Folgen eine gute Kombination aus spannendem Krimi, interessanten Figuren und Komödiantischem. Batic und Leitmayr aus dem Münchener 'Tatort', die ja zu den dienstältesten Kommissaren gehören, überraschen dagegen in jüngster Zeit immer wieder mit fantastischen Folgen."

Hat der "Tatort" eine Zukunft?

Die Krimireihe selbst sei "ein Ritual für Sonntagabend, als Ausklang des Wochenendes", stellt Hißnauer fest. "Viele Leute schauen ihn sich gemeinsam an. Man trifft sich extra dazu in der Kneipe. Das hat Event-Charakter. Der 'Tatort' ist Kult und er kann Themen setzen. Außerdem gehören manche Folgen zu den erfolgreichsten Fernsehfilmen des Jahres."

Um die Zukunft des "Tatort" macht er sich also keine Sorgen. Im Gegenteil: "Er ist zuletzt so erfolgreich wie schon lange nicht mehr. Dass regelmäßig acht bis zwölf Millionen Leute einschalten, wäre vor Jahren noch undenkbar gewesen."

Das Konzept sei innovationsfähig, so Hißnauer. "Man hat parallel verschiedene Serien. Und wenn eine Serie ausläuft, weil sie langweilig geworden ist und nicht mehr angenommen wird, kann man etwas Neues machen. Dabei laufen aber die meisten vertrauten Serien weiter, so dass der Zuschauer keinen kompletten Bruch erlebt. Auf diese Weise gibt es eine permanente Erneuerung. Und das macht den 'Tatort' zukunftsfähig."

Erhalten Sie immer die wichtigsten Promi-News: Jetzt Fan von VIP-Spotlight werden und mitdiskutieren!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Shopping
Warme Strickmode für die kalte Jahreszeit
jetzt bei BONITA shoppen
Shopping
MagentaMobil Start L bereits für 14,95 €* pro 4 Wochen
zur Telekom
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR
Unterhaltung von A bis Z

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017