24.06.2013, 13:30 Uhr | jho, t-online.de
Rainer Meifert wurde als Dr. Jan Wittenberg in der RTL-Erfolgssoap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" bekannt. Doch nach einem schweren Autounfall 1999 und seinem Ausstieg aus der Soap im Jahr 2000 wurde es still um den Schauspieler. 13 Jahre lang stand er nicht vor der Kamera - wie dunkel es in dieser Zeit tatsächlich in seinem Leben war, erzählt der 45-Jährige nun im Interview mit der "Berliner Zeitung".
Der Autounfall, bei dem seine damalige Freundin und GZSZ-Kollegin Simone Hanselmann am Steuer saß, soll der Auslöser für seinen Absturz gewesen sein. Ihr Wagen war damals mit hoher Geschwindigkeit in eine Leitplanke gerast und hatte sich mehrfach überschlagen. Meifert konnte sich aus dem Wrack befreien, bevor es ausbrannte. "Ich hätte tot sein können", ist er überzeugt.
"Mein ganzer Körper war ein großer Schmerz, verursacht durch gesplitterte Bandscheiben, einem angerissenen Rückenwirbel und Lähmungserscheinungen im rechten Bein", erinnert er sich. Zeit zum Auskurieren habe er nicht gehabt, sondern stand auf Druck der Produktionsfirma schon eine Woche später wieder am GZSZ-Set. Blessuren wie blaue Augen seien einfach überschminkt worden, so Meifert. Die Schmerzen wurden mit hoch dosierten Medikamenten gedämpft. "Ich schlief mit Schmerzen ein, wachte mit ihnen auf!"
Den Job gab er auf, doch die Schmerzen blieben. "Ich schluckte bis zu zehn Schmerztabletten am Tag, ließ sie mir aus Spanien mitbringen. Da kriegt man ohne Rezept die ganz hoch dosierten Tausender, die es bei uns nicht gibt", so Meifert. Als die Nieren nicht mehr mitmachen wollten, griff er zu Gras, ging nachts feiern. "So konnte ich mich von meinen nächtlichen Angstattacken verabschieden", erklärt er. Dann kamen die härteren Drogen. "Ich habe mich dauernd mit Kokain und Ecstasy zugedröhnt, oft sieben Tage am Stück – ich war schlimmer als Ozzy Osbourne."
Vor zehn Monaten schließlich habe er den Kampf gegen die Abhängigkeit aufgenommen, so Meifert. Der Grund war ein Rollenangebot von Regisseur Klaus Lemke. Der sagte ihm klipp und klar: "Rainer, du siehst nicht gesund aus, du hast ein Drogenproblem! Krieg das in Griff, dann bist du dabei! Entweder oder!" Diese Chance auf ein Comeback nach 13 Jahren wollte sich Meifert nicht entgehen lassen: "Ich wusste: Ich habe nur noch diese Chance. Die wollte ich ergreifen." Statt sich therapieren zu lassen, zog Meifert den Entzug auf eigene Faust durch. "Alles war schwarz, ich habe die meiste Zeit geschlafen." Doch jetzt hat er die Sucht überwunden - und steht im August wieder vor der Kamera.
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