28.06.2013, 11:07 Uhr | Nibo, t-online.de
Es ist zwar nur eine Wiederholung, aber dafür eine sehr sehenswerte: Die Frankfurter "Tatort"-Folge "Es ist böse" mit der inzwischen leider verabschiedeten Nina Kunzendorf und Joachim Król ist ganz großes Krimi-Kino. Zarte Gemüter jedoch sollten auf der Hut sein, denn die brutalen Bilder sind ziemlich verstörend.
Tiefe Schnittwunden. Diffuse Aufnahmen von einem Menschen, komplett eingewickelt in Frischhaltefolie. Das überlaute Geräusch eines Messers, wenn es wiederholt in Fleisch sticht. Mit derartigen Bildern schockt am Sonntag die Frankfurter "Tatort" -Folge, die sich Niveau-technisch durchaus mit ausgezeichneten skandinavischen oder britischen Polizeifilmen messen lassen kann.
Mit den Worten "Es ist böse" empfängt Frank Steier (Joachim Król) Kollegin Conny Mey (Nina Kunzendorf) am Tatort eines Mordes in der Frankfurter Innenstadt. Das Mordopfer ist eine Prostituierte, die neben Unmengen an Stichverletzungen einen tiefen Kehlkopfschnitt aufweist, der ihr jedoch erst postmortal zugefügt worden ist. Sie ist nur die erste Tote in einer Serie blutig zerstückelter Huren-Morde, deren bestialische Ausmaße die hessischen Kommissare an den Rand ihrer Belastbarkeit treiben.
Vor allem Conny Mey geht der Fall mehr und mehr an die Nieren. In Zusammenarbeit mit dem von ihr wenig geliebten Kommissar Seidel (Peter Kurth) tritt sie an die vorderste Ermittlungsfront ("Ich hab' vor nichts Angst!"), während Partner Steier sich lieber im Hintergrund mit dem Profil des Mörders beschäftigt. Mey reagiert im Verlauf der Ermittlungen immer unbeherrschter, leidet bald unter einem Tinnitus und wird schließlich sogar von ihrem Chef in den Bereitschaftsdienst zwangsversetzt.
Drehbuchautor Lars Kraume und Regisseur Stefan Kornatz gelingt es, den Spannungsbogen nahezu ohne Unterbrechung die kompletten 90 Krimi-Minuten hoch zu halten. Gewalt wird in diesem Tatort nicht nur angedeutet. Sie wird in kalten, grell ausgeleuchteten Bildern immer wieder gezeigt. Blutspritzer auf hellen Möbeln, entstellte Leichen mit verdrehten Augen, hilflose Opfer. Immer wieder schockartiges Aufblitzen der furchtbaren Bilder, so dass man sich einer permanenten Konfrontation mit "dem Bösen" ausgesetzt sieht. Der im Vorspann eingeblendete Hinweis "Nach einer wahren Begebenheit" verhilft der Story zusätzlich zu einem hohen Maß an Glaubwürdigkeit.
Fazit: "Es ist böse" ist tatsächlich eine "Tatort"-Folge der "bösen Art". Und das ist gut. Mit ihrer konsequenten Inszenierung, die nichts beschönigt, riskieren Kornatz und Kraume mitunter den Verlust des ein oder anderen zart besaiteten Zuschauers, eröffnen jedoch in Sachen innovativer Bildsprache und glaubwürdiger Figurenführung für den "Tatort" neue Dimensionen. Bewunderer englischer oder skandinavischer TV-Produktionen à la "Inspektor Lynley", "Kommissar Wallander" oder "Kommissarin Irene Huss - Kripo Göteborg" dürften dagegen voll auf ihre Kosten kommen.
28.06.2013, 11:07 Uhr | Nibo, t-online.de
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