07.07.2013, 09:47 Uhr | t-online.de
Unglaubwürdige Charaktere, hölzerne Dialoge und eine vorhersehbare Story: Der Münchener "Tatort: Jagdzeit", den die ARD am Sonntagabend zeigt (20.15 Uhr, Erstausstrahlung im April 2011), will Sozialkritik der eindringlichen Art betreiben. Leider schießt der Film dabei etwas über das Ziel hinaus und vermag es nicht, soziale Ungleichheit in der Isar-Metropole überzeugend rüberzubringen. Doch einen Lichtblick bietet der Krimi: Die mittlerweile 18-jährige Jungschauspielerin Laura Baade als Schülerin Nessi.
Nessi ist ein 13-jähriges, etwas pummeliges, abgeklärtes Mädchen, das ein verdammt hartes Leben führt: Die Mutter - depressiv, alkoholkrank und Hartz-IV-Empfängerin - kriegt gar nichts mehr auf die Reihe. Das Essen organisiert Nessi von der Lebensmittelausgabe für Arme. Sie muss mit einem total uncoolen Schulranzen von anno dazumal in die Schule gehen und kriegt dafür jeden Tag eins reingewürgt.
Für fünf Euro am Tag pflegt sie illegal eine alte, demente Frau, fährt sie spazieren, wickelt sie, gleicht den Versorgungsnotstand für alte, kranke Menschen aus. Sie wird auf dem Schulweg geschubst, als fette Kuh beschimpft und von zwei kriminellen Jungs erpresst, die die Antidepressiva ihrer Mutter verscherbeln und gegen Placebos auszutauschen.
Als sie eines Morgens an der Billigtanke zufällig einen Mord mit ansieht, weiß sie nicht, wohin mit ihrer Angst. Die Kommissare Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl) versuchen, sie zum Reden zu bringen, allerdings vergeblich. Also wird Nessi rund um die Uhr von Polizisten beschattet.
So wirft der "Tatort" einen Blick in eine der traurigsten Ecken von München, den Stadtteil Milbertshofen. Eine Gegend, in der tatsächlich viele Menschen arm sind, in hässlichen Plattenbauten wohnen und bereits ihre Hoffnung auf bessere Zeiten verloren haben. Hier spielen sich Szenen ab, die man eher in Berlin oder im Ruhrpott vermuten würde.
Die Autoren und Regisseure dieses "Tatorts" wollen zeigen, dass in München keineswegs alles piekfein, sauber und adrett ist. Dass es auch hier das Gegenteil von Schickimicki gibt. Aber dafür hätten sie authentische Dialoge und Szenen schreiben und die Darsteller überzeugender in Szene setzen müssen. So wirken etwa Angela Ascher als Mordopfer-Gattin Leonie Zach und Jens Atzorn als ihr Lover Xaver Heintel in ihren Rollen wenig überzeugend. Auch die Zwei-Mann-Jugendgang erscheint wie aus einem Comic. Ein echtes Mitfühlen mit den zahlreichen Verlierern unserer Gesellschaft wird so eher erschwert.
07.07.2013, 09:47 Uhr | t-online.de
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