"Auf der Flucht - das Experiment"
Hilfsorganisationen kritisieren ZDF-Reihe11.08.2013, 12:58 Uhr | bas/jho, t-online.de
Promis "Auf der Flucht": Die ZDF-Reihe steht in der Kritik. (Quelle: ZDF / Jonas Dress)
Eine TV-Reihe, in der C-Prominente in Krisengebiete geschickt werden, um dort das Leben von Flüchtlingen hautnah mitzuerleben - mit diesem Konzept sorgt das ZDF zurzeit für Schlagzeilen. "Auf der Flucht" wurde am Donnerstag erstmals bei ZDFneo ausgestrahlt, und steht prompt in der Kritik. Sogar das UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, meldete sich jetzt zu Wort.
Das Flüchtlingshilfswerk hat die Macher der Reihe offenbar sogar beraten, sonderlich zufrieden scheint man mit dem Ergebnis aber nicht zu sein. Im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" kritisiert das UNHCR das Format und die Umsetzung als "fragwürdig", wenngleich inhaltlich alles korrekt sei, schreibt "dwdl.de".
Eine Sprecherin von Pro Asyl wurde noch etwas deutlicher: Das Format sei darauf ausgerichtet, "aus der Flucht ein Event zu machen". Den Teilnehmern sei nicht bewusst, worauf sie sich eingelassen hätten, und das Format werde "als ein Erlebnis wahrgenommen und auch als solches verkauft".
Die Zuschauerzahlen für "Auf der Flucht" blieben allerdings überschaubar, obwohl schon im Vorfeld der Ausstrahlung massive Kritik laut geworden war. Nun rund 60.000 Zuschauer wollten den Auftakt der Doku-Reihe bei ZDFneo sehen.
Auch auf der Facebook-Seite von ZDFneo überwiegen die negativen Kommentare der Zuschauer, die die Reihe als "menschenverachtend" oder "geschmacklos" kritisieren. "Es wird von unfassbaren Schicksalen berichtet, aber die Kameras befassen sich damit, wie schwer es den idiotischen Deutschen fällt, das zu hören und zu verstehen? Mit dem Thema eine Reality Soap mit C-Promis zu drehen, ist einfach nur widerlich", kritisiert ein Kommentator. Ein anderer schreibt: "Ich bin schockiert und verstört darüber, dass gerade !!! ZDF Neo auf das Niveau eines RTL2 herabfallen kann! Diese Sendung ist menschenverachtend und diskriminierend."
Daneben gibt es aber auch Stimmen, die dem Format grundsätzlich positiv gegenüberstehen: "Ich fand's sehr gut gemacht und hab mich wirklich gefreut, als ich gesehen habe, dass es eine Sendung gibt mit diesem Thema", schreibt zum Beispiel eine Zuschauerin. "Natürlich ist es fragwürdig, ob alles realistisch ablaufen wird durch die 'Prominenz' und durch die Kamerateams. Aber allein, dass auf die Thematik eingegangen wird und über die Flüchtlingssituation aufgeklärt wird, ist doch gut. Ich kann nur sagen: Hut ab, dass dieses Thema gewählt wurde. Schade nur, dass es so spät und auf nem kleinen Sender läuft."
"Ich finde das Format gut. Sehr gut sogar", schreibt ein anderer Kommentator. "Dokus gibt es genug - guckt sich kaum einer an. Hier wird so nah wie möglich dem Zuschauer vermittelt, wie es sich nur ansatzweise als Flüchtling anfühlen muss. Es geht hier nicht um Promis... sondern um das Thema."
Die bekanntesten Teilnehmer an dem Experiment sind Schauspieler-Gattin Mirja Du Mont und Ex-Böhse-Onkelz-Musiker Stephan Weider. Außerdem sind Buchautor Johannes Clair, Schriftstellerin Katrin Weiland, Nazi-Aussteiger Kevin Müller und Sozialarbeiterin Songül Cetinkaya dabei. In zwei Dreiergruppen sollen sie den Weg der Flüchtlinge nach Europa in umgekehrter Richtung nachvollziehen: Eine Gruppe reist von Italien über Tunesien bis nach Eritrea, die andere von Griechenland über die Türkei in den Irak.
Das ZDF strahlt am 3. und 4. September um 23:45 Uhr einen jeweils 45-minütigen Zusammenschnitt der insgesamt vier entstandenen Folgen aus, die bereits jetzt donnerstags um 22:15 Uhr auf ZDFneo laufen.
11.08.2013, 12:58 Uhr | bas/jho, t-online.de
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