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ARD und ZDF erbost über Kritik an WM-2014-Kommentatoren

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"Sülz-Null-Nummer"  

ARD und ZDF erbost über Kritik an WM-Kommentatoren

25.06.2014, 12:21 Uhr | dpa

ARD und ZDF erbost über Kritik an WM-2014-Kommentatoren. Wer nervt, wer begeistert? ZDF-Experte Oliver Kahn, ARD-Experte Mehmet Scholl, ARD-Moderator Reinhold Beckmann, ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, ARD-Moderator Gerhard Delling, WDR-Hörfunkreporterin Sabine Töpperwien, ZDF-Kommentator Bela Rethy, ARD-Moderator Matthias Opdenhövel (von links nach rechts) (Quelle: imago)

Wer nervt, wer begeistert? ZDF-Experte Oliver Kahn, ARD-Experte Mehmet Scholl, ARD-Moderator Reinhold Beckmann, ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, ARD-Moderator Gerhard Delling, WDR-Hörfunkreporterin Sabine Töpperwien, ZDF-Kommentator Bela Rethy, ARD-Moderator Matthias Opdenhövel (von links nach rechts) (Quelle: imago)

ARD und ZDF freuen sich über tolle Quoten der Fußball-WM-Übertragungen, ärgern sich jedoch über die Kritik an ihren Kommentatoren und Moderatoren. "Ich kann die Aufregung zum Teil nicht nachvollziehen", sagt ARD-Sportkoordinator Balkausky.

Wer liest so etwas schon gern über sich? "Sülz-Null-Nummer" oder "Banalitäten-Hitparade ohne Ende", so urteilen Fernsehkritiker über ARD und ZDF. Bemängelt wird zudem vermeintliche "Hofberichterstattung" der öffentlich-rechtlichen Sender aus dem Lager der deutschen Nationalmannschaft sowie ein "distanzloser Ranschmeißjournalismus". ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky stellt sich angesichts der Heftigkeit der Kritik die Frage, "ob sich die Wertigkeiten nicht sehr verschoben haben, wenn so viele Printjournalisten über Leistungen von Fernsehjournalisten schreiben. Wir sind hier bei einer Fußball- und nicht bei einer Fernseh-WM!"

Natürlich gehe das alles an den ARD- und ZDF-Journalisten nicht spurlos vorüber. "Die Kritik, negativ wie positiv, bekommen die Kollegen und ich natürlich mit", sagt Balkausky im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Der ARD-Mann bemüht sich genau wie etwa der ZDF-Reporter Béla Réthy um Gelassenheit - so weit das möglich ist.

"Teilchen der Gesamtwahrnehmung"

Man müsse sich "davor hüten, die Beleidigungen als repräsentativ zu empfinden", kommentiert Réthy die Kritik: "Es sind Teilchen der Gesamtwahrnehmung." Der ZDF-Journalist: "Aus den Erfahrungen der letzten Turniere weiß ich, dass alle Studien und Auswertungen eine sehr hohe Akzeptanz der Arbeit von ARD und ZDF ausgewiesen haben."

Er selbst ist schon mehrfach ausgezeichnet oder zum besten Fußball-Kommentator gewählt worden. Gleichzeitig gibt es eine eigene Facebook-Seite "Béla Réthy gefällt mir nicht". Zu Anfeindungen im Internet sagt der ZDF-Reporter: "Es ist kein Spiegelbild der Einschätzung von vielen Millionen Zuschauern." Außerdem: "Wir haben während dieser WM eine Menge zu arbeiten, verbunden mit vielen Reisen, so dass ich kaum die Zeit aufbringe, im Netz nach Kommentaren zu forschen."

Der Sportkoordinator des Ersten hat nach eigener Aussage mit Kritik kein Problem - wenn sie "nachvollziehbar und in einer angemessenen Form geäußert" werde. Dem ARD-Mann ist bewusst: "In einer Live-Reportage ist nicht jedes Wort wohlformuliert, damit muss man leben." Einen kleinen Seitenhieb kann er sich freilich nicht verkneifen: "Das wissen auch die Print-Kollegen, die sich auskennen."

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Was nervt Sie bei den WM-Moderatoren und Reportern am meisten?

Die "Wir"-Frage

Besonders groß war die Aufregung, als ARD-Reporter Gerd Gottlob das Wort "Wir" für die deutsche Mannschaft benutzt hatte. Darf ein Reporter das? "Das kann man - wenn man eine grundsätzliche Distanz zur Mannschaft hat und sich nicht scheut, die Mannschaft auch negativ zu kritisieren, wenn es erforderlich ist", so Balkausky. Er könne das "für alle unsere Moderatoren und Reporter guten Gewissens sagen".

Ähnlich sieht es Réthy. "Da gibt es für mich keine feste Regel", sagt der ZDF-Moderator auf die "Wir"-Frage. Er selbst versuche, das vermeintliche Tabu-Wort zu vermeiden. "Wenn aber ein Kollege das für sich anders empfindet, ist es auch völlig legitim", sagte Réthy.

Über den Vorwurf, ARD und ZDF seien die "PR-Kompanie des DFB", kann Balkausky "nur noch lachen. Wir betreiben Journalismus wie alle anderen auch." Die ARD habe "im Disput zwischen Zwanziger und Niersbach beide Seiten zu Wort kommen lassen, das ist journalistische Normalität." Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger und sein Nachfolger Wolfgang Niersbach hatte sich vor dem ersten WM-Spiel der DFB-Auswahl verbal heftig attackiert. Der ARD-Sportkoordinator betont zudem: "Und wir haben auch die Leistung der deutschen Spieler gegen Ghana klar und kritisch eingeordnet, ganz ohne 'wir' zu sagen."

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