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Kritik zum "Tatort" aus Wien: Fesselnd bis zum Schluss

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Bibi: "Gier ist ein Hund"  

Ein leiser "Tatort" mit starker Wirkung

08.06.2015, 12:31 Uhr | Birgit Aßmann

Kritik zum "Tatort" aus Wien: Fesselnd bis zum Schluss. Kommissar Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, li.) im Gespräch mit dem stillen und souveränen Peter Wendler (Anian Zollner). (Quelle: ARD)

Kommissar Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, li.) im Gespräch mit dem stillen und souveränen Peter Wendler (Anian Zollner). (Quelle: ARD)

Der Wiener "Tatort: Gier" überzeugte mit einem verworrenen Spiel des Bösen und fesselte den Zuschauer bis zum Schluss: Die Kommissare Bibi Fellner und Moritz Eisner blieben angenehm dezent im Hintergrund und bastelten die Puzzleteile des Falles mühselig zusammen. Zu jeder Zeit blieb der Fall spannend, bis sich am Ende herausstellte, dass alle Beteiligten Dreck am Stecken hatten. Interessante Kameraführung und gute Schauspieler ließen den Zuschauer lange im Dunkeln tappen, wer für die Todesfälle in Wien verantwortlich war.

Das Wiener Kommissaren-Duo ist zunächst auf der feucht-fröhlichen Geburtstagsparty ihres Sektionschefs Ernst Rauter. "Heute ist kein Tag für traurige Geschichten", kommentierte Rauters alte Mutter noch mit einem Lächeln während der anfänglich fröhlichen Festlichkeit. Doch dann kommt alles anders als gedacht: Die Kommissare Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) bekommen mit, dass das geliebte Patenkind des Chefs bei einem Unfall während ihrer Nachtschicht in einer Chemiefabrik schwer verletzt und getötet wurde.

Der Grund für ihren jungen Tod: Ein mangelhafter Schutzanzug, geliefert von einer Firma namens Patronatex. Die Chefin des Unternehmens ist Sabrina Wendler, die Gattin des Chefs der renommierten Wendler-Werke. Peter Wendler ist seit Jahren zur Sicherheitsverwahrung in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht - und die Leitung der Werke hatte seitdem Dr. Viktor Perschawa, der mit Sabrina Wendler ein Verhältnis hat - und mit ihr einen düsteren Plan ausheckte, wie wenig später klar wurde.

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Auf die falsche Fährte gelockt

Einfach schön an diesem Fall: Der Zuschauer wird immer wieder auf falsche Fährten gelockt, und lässt sich nur zu gerne in den Sumpf von Intrigen ziehen. Im Laufe der Geschichte stirbt auch Perschawa, der von seiner Sekretärin Elisabeth Schneider erschossen aufgefunden wurde. Aber wer hätte schon einer alten, freundlichen Dame wie Frau Schneider einen eiskalten Mord zugetraut? Die Tatwaffe gehört Sabrina Wendler. Und die hatte nur wenige Tage zuvor ihren Liebhaber mit der Waffe bedroht.

Die Kommissare haben immer den richtigen Riecher auf dem Weg zur Lösung des Falles. Am Ende sind alle vermeintlich Bösen tot - ermordet von den eigentlich Guten. Der Tod der jungen Roswita brachte einen Stein ins Rollen, der nicht mehr aufzuhalten war. Die Gier nach Geld und die Verstrickungen in miese Geschäfte ließen am Ende nur Verlierer zurück.

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Perfekter Schluss dank Peter Wendler

Herausragend war die Darstellung des Peter Wendler von Anian Zollner, der überzeugend einen zu Unrecht in der psychiatrischen Klinik einsitzenden Straftäter mimte. Er wirkte wie ein hochintelligenter Pedant, der mit den Menschen in seiner Umgebung spielte. Doch nach seiner Entlassung wollte Wendler nur noch ein gutes und ehrbares Leben führen - so dachte dann mal wieder der Zuschauer und war schnell schon wieder erstaunt, als er tatsächlich seine untreue und geldgierige Gattin ermordete und sich auch für den Tod von Perschawa verantwortlich zeigte. Eine Wendung, die man so definitiv nicht erwartet hatte - und ein Grund für das positive Urteil für diesen "Tatort". Er ermordete - gegen alle Erwartungen - seine Gattin auf äußerst stilvolle Weise. In feinsten Zwirn gekleidet erwürgte er sie mit seiner Krawatte. Gewohnt ruhig und gelassen zog er seine Tat durch und erzeugte doch keinen Gräuel beim Zuschauer.

Danach ging er mit einem Lächeln auf den Lippen zum Friedhof, wo gerade die Beerdigung von Roswita Marder stattfand. "Ich hoffe, ich habe wenigstens ein bisschen für Gerechtigkeit sorgen können", lauteten seine Worte an den jungen Witwer. Wahnsinnig oder nicht wahnsinnig? Diese Frage um Peter Wendler musste sich jeder Zuschauer selbst beantworten. "Ach so, meine Frau ist zuhause. Aber keine Sorge, die läuft nicht weg", verkündete er den Kommissaren und ließ beim Zuschauer trotz Tod und Intrigen ein Lächeln zurück. Das konnte man sich schlussendlich leider nicht verkneifen.

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