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"Tatort: Narben": Köln-Krimi entgleist zum Kriegsdrama

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"Tatort: Narben"  

Der lange Arm der Kriegsverbrecher reicht bis Köln

02.05.2016, 13:48 Uhr | Maria M. Held, t-online.de

"Tatort": Beklemmender Fall auf Ballauf und Schenk. (Screenshot: Bit Projects)
Beklemmender Fall für Ballauf und Schenk

Der Tatort „Narben“ erzählt die bedrückende Geschichte kongolesischer Flüchtlinge.

Beklemmender Fall für Ballauf und Schenk


Was im "Tatort: Narben" wie ein tödliches Eifersuchtsdrama beginnt, entwickelt eine brutale internationale Dimension: Es geht um Kriegsverbrechen

"Als Frau kann man an vielen falschen Orten geboren werden, Ostkongo steht ganz oben auf der Liste", erklärt die Pflegerin Angelika Meyer (Laura Tonke). Dort ist Cecile Mulolo (Thelma Buabeng) geboren, die Schlüsselfigur im "Tatort: Narben". Ein Zufall lässt sie und ihre Freundin im Flüchtlingsheim auf den Arzt Patrick Wangila treffen, einen ihrer Peiniger aus der Demokratischen Republik Kongo. Er lebt hier als anerkannter Kriegsflüchtling, hat sich jedoch in Wahrheit nach Deutschland abgesetzt, um von hier aus die Rebellenorganisation weiterzuführen.

Die junge Frau stürzt sich in den Tod, Cecile verschwindet und taucht bei Sabine Schmuck, Wangilas Kollegin unter.

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Kriegsverbrecher trifft auf Opfer

Die Obduktion der toten Frau bringt ein schreckliches Schicksal ans Licht: Sie wurde gefoltert, immer wieder und über einen langen Zeitraum. Ihr Körper zeigt Spuren von Auspeitschungen, Verätzungen, Verbrennungen, ein Baby wurde ihr aus dem Leib geschnitten. 

Patrick Wangila war nicht der nette Doktor, der aus seiner Heimat fliehen musste. Er und sein Bruder sind Kriegsverbrecher. Sie gehören zur militärischen Führung einer Rebellengruppe, die am Überfall auf das Dorf der Frauen in der Provinz Kivu beteiligt waren. Noch immer ist er mit anderen Rebellen in Kontakt, von Deutschland aus sollte er die Terrororganisation weiterführen. Ihm ist es gelungen, sich eine neue und angenehme Existenz aufzubauen - bis seine Fassade zusammenbricht. Er und sein Bruder - ebenfalls Mitglied der Terrorgruppe, jagen Cecile, denn die Frau ist die letzte Zeugin dieses Massakers. 

"Einer musste ihn töten"

Doch nicht eines seiner Opfer aus dem Kongo hat Patrick Wangila ermordet, sondern die alkoholkranke Kollegin Sabine Schmuck, die er unter Druck setzte. Sie bot der Kongolesin Unterschlupf, um sie zu schützen. Ihre trockene Begründung für ihre Tat: "Einer musste ihn töten."

Rache, Missbrauch und Folter - drei Faktoren, die jeder allein schon für Gänsehaut sorgen, sind in diesem "Tatort" verknüpft. Langsam enthüllen die Kommissare die Geschichte hinter der Geschichte. Politik und Kritik an Menschenrechtsverletzungen spielen neben den menschlichen Dramen eine Rolle. 

Ein Frauenfilm mit Schmerz und Herz

Die Macher versprachen einen Frauenfilm - und das bestimmt nicht à la Rosamunde Pilcher. Drei Frauen - stark gespielt - treiben die Geschichte voran: Kriminalpsychologin Lydia Rosenberg (Juliane Köhler), die einfühlsam das Geheimnis der eingeschüchterten Kongolesin Cecile Mulolo (Thelma Buabeng) entlockt und Traumatherapeutin Sabine Schmuck (Julia Jäger), deren Beschützerinstinkt sie zur Mörderin macht. 

Es wird nicht viel gesprochen in diesem Film - zum einen wird so das Sprachproblem gelöst, zum anderen sind die Bilder und Aussagen umso klarer und stärker, wie die von Freddy Schenk: "Moral hilft in so einem Fall nicht."

Grausame Aktualität

Es ist leider keine ganz frei erfundene Geschichte, die der "Tatort" erzählt, zudem eine mit erschreckender Aktualität. Erst vor wenigen Wochen wurde Kongos Ex-Vizepräsident Jean-Pierre Bemba vom internationalen Strafgerichtshof verurteilt. In dem fünf Jahre dauernden Prozess ging es das erste Mal um den  Einsatz von sexueller Gewalt als Kriegswaffe.

Die "Demokratische Republik Kongo" gilt als die Schlachtbank Zentralafrikas. Vergewaltigung und Quälerei sind dort ein allgemein akzeptiertes Mittel des Krieges. 40 bis 50 Terrorgruppen treiben dort ihr Unwesen. Es ist die Heimat der Wangila Brüder und der wichtigen Zeugin Cecile Mulolo aus der "Tatort"-Episode, Tausende von Frauen wurden vergewaltigt, Männer bei Massakern getötet. Diese Grausamkeiten werden in dem "Tatort" angedeutet. Ein sehr ambitioniertes und kein einfaches Thema für einen TV-Krimi, hier ist es solide gelöst.

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