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"Tatort"-Kritik: 90 Wohlfühl-Minuten für Boerne-und-Thiel-Fans

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Boerne und Thiel nageln den Täter fest  

Wohlfühl-"Tatort" für Münster-Fans - aber die Spannung bleibt auf der Strecke

09.05.2016, 15:56 Uhr | TV-Kritik von Jessica Hornig, t-online.de

"Tatort"-Kritik: 90 Wohlfühl-Minuten für Boerne-und-Thiel-Fans. Eins, zwei, Wiegeschritt: Professor Boerne (Jan Josef Liefers) und Kommissar Thiel (Axel Prahl) ermitteln beim Tanzsportverein. (Quelle: WDR/Martin Menke)

Eins, zwei, Wiegeschritt: Professor Boerne (Jan Josef Liefers) und Kommissar Thiel (Axel Prahl) ermitteln beim Tanzsportverein. (Quelle: WDR/Martin Menke)

"Geht's vielleicht auch mit etwas weniger Klamauk? - Ja, dann müssen Sie sich einen anderen Rechtsmediziner suchen": Treffender hätten Boerne und Thiel es wirklich nicht ausdrücken können. Ihr 29. "Tatort: Ein Fuß kommt selten allein" bot alles, wofür die Fans das ungleiche Paar lieben. In Sachen Spannung mussten die Zuschauer allerdings ein paar Abstriche machen. 

Diesmal ermittelten Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Professor Boerne (Jan Josef Liefers) in einem besonders brutalen Milieu: bei einer Amateur-Tanzformation. Um den Mord an Tänzerin Elmira Dumbrowa, deren Skelett im Wald gefunden wurde, bastelten die Drehbuchautoren Stefan Cantz und Jan Hinter eine Münster-typische, aber leider auch etwas durchsichtige Mördersuche.

Sport ist Mord

Die Autoren verlegten die Handlung in einen Tanzsportverein, dessen Mitglieder ihre ganze Freizeit dem Sport widmen und dabei neben Kampfgeist vor allem ungesunde Eifersucht und einen verbissenen Ehrgeiz an den Tag legen. Dieser war letztlich auch der Grund für den Mord an Elmira: Sie wurde zum Schweigen gebracht, weil sie ausgerechnet direkt vor einem wichtigen Turnier auffliegen lassen wollte, dass ihr Tanzpartner sie vergewaltigt hat. 

UMFRAGE
Welche Schulnote geben Sie dem "Tatort: Ein Fuß kommt selten allein"?

Dass der Mörder sich durch seinen abgerissenen Fuß verriet - bei der Flucht auf einem Motorrad wurde ihm eine scharfkantige Eisenstange zum Verhängnis -, klingt skurril, und das ist es auch. Doch Realitätsnähe erwartet sowieso niemand ernsthaft von den Münster-"Tatorten". Was man erwarten kann, ist dagegen ein Fall, der mehr ist als Stichwortgeber für die Geplänkel der Ermittler oder Vorwand, um die Sendezeit zu füllen. Und das ist den Autoren gelungen, wenn auch mit Einschränkungen.

Zu viele Hinweise auf den Mörder

Die Polizeiarbeit nahm viel Raum ein, zudem kreierten die Autoren diverse zunächst verwirrende Finten, falsche Fährten und Handlungsnebenstränge, die Thiel die Arbeit erschwerten und die Zuschauer zum Miträtseln einluden. Besonders schön, dass sich am Ende alle losen Fäden zusammenfügten und ins Gesamtbild passten.  

Schade nur, dass die Zuschauer trotzdem schon sehr früh mit der Nase direkt auf zwei entscheidende Hinweise zum Mörder gestoßen wurden: Das auffällige Hinken des Tanztrainers als Folge einer angeblichen Knieverletzung, die Metallstange am Waldweg, an der sich Vaddern Thiel (Claus D. Clausnitzer) stieß, und dann der Fund der Fußknochen - wer der Mörder war, konnte man leicht erraten und dann darauf warten, dass sich auch das Motiv erschloss.

Schön gehässig, aber wenig Spannung

Spannung und Dramatik stehen bei Münster-"Tatorten" prinzipiell nicht an erster Stelle, und dieser stand sich stellenweise auch noch selbst im Weg. Zudem blieben die Gaststars im Vergleich zu den Hauptdarstellern wieder einmal recht eindimensional. Dafür machten die Autoren beim wesentlich wichtigeren Aspekt alles richtig: den ausgefeilten Dialogen, Frotzeleien und kleinen Gehässigkeiten, die sich Boerne, Thiel, "Alberich" und Co. gegenseitig an den Kopf werfen durften. 

Denn davon leben Münster-"Tatorte", das ist es, was die Fans sehen und hören wollen. Im Mittelpunkt stand wie immer der gut aufgelegte Jan Josef Liefers, dessen Professor Boerne diesmal auf "Alberichs" (ChrisTine Urspruch) Bundesverdienstkreuz eifersüchtig sein durfte, von Staatsanwältin Klemm (Mechthild Großmann) zu Tangostunden genötigt wurde und am Ende den Täter im wahrsten Sinne des Wortes festnagelte - mit eine der originellsten Szenen des Films.

90 Wohlfühl-Minuten für Boerne-und-Thiel-Fans

Lediglich Vaddern Thiel mit seinen berauschenden Fliegenpilzen begann dann doch irgendwann zu nerven. Was komödiantische Elemente, Humor und Slapstick betrifft, waren es aber insgesamt 90 Wohlfühl-Minuten für Boerne-und-Thiel-Fans. Bei der Story- und Nebenfigurenentwicklung hätten die Macher aber eine Schippe drauflegen können. Dann hätte "Ein Fuß kommt selten allein" sicherlich auch bei den strengsten Wertungsrichtern die Höchstpunktzahl erreicht.

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